Test - Kengo : Kengo

  • PS2
Von Kommentieren

Hart ist der Weg zum Krieger und voller Entbehrungen das Leben des Samurais. Ob ihr würdig seid und genug Ausdauer besitzt, diesen Weg zu gehen, könnt ihr in 'Kengo: Master of Bushido' herausfinden. Nehmt das Schwert und stählt euren Körper, um durch siegreiches Kämpfen schlussendlich gegen die Besten der Besten antreten zu können.

Gleich zu Beginn des Single-Player-Modus habt ihr die Wahl zwischen drei verschiedenen Charakteren, deren Beweggründe ein Schwertkämpfer zu werden nicht unterschiedlicher sein könnten...

Kengo
Im Verteidigungs-Training.

Vom Holzschwert bis zur richtigen Klinge
Bevor ihr richtige Kämpfe auf Leben und Tod bestreiten dürft, müsst ihr zuerst ins Training. Dieses lässt sich in zwei Teile gliedern: In einem ersten Teil legt ihr durch verschiedene Übungen die Maximalwerte eurer Fähigkeiten fest, die sich durch erfolgreiches Training nach oben treiben lassen. Euer Kämpfer besitzt insgesamt sechs vorgegebene Charaktereigenschaften, die sich verbessern lassen: Angriffsstärke und Angriffsgeschwindigkeit, Beweglichkeit, Auffassungsgabe, Mut und Ruhm. Den Wert der letzten Eigenschaft könnt ihr nur erhöhen, indem ihr Kämpfe bestreitet, womit wir auch schon beim zweiten Teil des Trainings sind, der sich im Dojo abspielt: Hier lernt ihr ganz zu Beginn, wie Angriffe ausgeführt werden und wie Schläge pariert und abgewehrt werden. Danach könnt ihr euch an die Übungskämpfe wagen. Zwar kämpft ihr nur mit einem Holzschwert, allerdings reicht dies völlig aus, um zu Boden zu gehen. In diesen und späteren Kämpfen erhaltet ihr nach jeder Begegnung wieder Punkte für eure Charaktereigenschaften.

Die Übungen, um die Maximalwerte eures Helden festzulegen sind ziemlich verschieden und haben immer ein Zeitlimit. Um zum Beispiel euren Beweglichkeitswert zu erhöhen, müsst ihr innerhalb einer vorgegebenen Zeit so viele Bambusstöcke wie möglich abschlagen oder spalten. Natürlich darf auch die Meditation nicht fehlen und um euren Mut zu beweisen, müsst ihr euch unter einen Wasserfall stellen, um der Kraft desselben zu widerstehen. Insgesamt könnt ihr sechs Disziplinen wählen, wobei fünf davon eine einzelne Fähigkeit fördern, die letzte steigert alle ein bisschen. Habt ihr euch zuvor erfolgreich durch alle Tests gekämpft und seid dadurch in den Besitz eines richtigen Schwertes gekommen, könnt ihr euch an die Geschwindigkeitsübung machen: Mittels Stahlschwert versucht ihr Helme zu spalten. Seid ihr dabei nicht präzis genug, zerbrecht ihr euer Schwert und könnt es dann einige Tage nicht mehr benutzten, weil es repariert werden muss.

Kengo
Bei der Meditationsübung solltet ihr nicht einschlafen ...

Im Kampf gegen andere Schwertschulen
Wie bereits erwähnt, müsst ihr euch euer Schwert erst verdienen. Wenn ihr es aber erst einmal habt, könnt ihr euch daran machen, andere Dojos herauszufordern. Jedes Dojo hat seine eigene Spezialtechnik und ist im Besitz eines Schwertes, das ihr erobern könnt. Um das zu schaffen, tretet ihr zuerst gegen die Schüler der jeweiligen Schule an und müsst danach den Meister besiegen. Habt ihr das geschafft und verlasst das Dojo wieder, warten aber bereits weitere Schüler vor der Tür, die euch nicht ungeschoren davonkommen lassen wollen...
Ein weiterer Anreiz, um andere Schwertschulen herauszufordern, ist die Möglichkeit Geheimtechniken zu erlernen. Diese haben fantasievolle Namen wie 'Fliegender Schwalbenschwanz' oder 'Einhand-Blitz' und können dem Gegner beträchtlichen Schaden zufügen.

Wer sich den ganzen Weg durch die Ausbildung zum Samurai sparen will, wählt entweder den Turniermodus oder sucht sich einen menschlichen Gegner. Im Turnier könnt ihr direkt mit richtigen Schwertern loslegen und eure Fähigkeiten gegen computergesteuerte Kontrahenten unter Beweis stellen. Im Zeitkampf-Modus müsst ihr zudem versuchen, alle Widersacher so schnell wie möglich auszuschalten. Alle Kämpfer, mit denen ihr euch im Einzelspieler-Modus gemessen habt, werden euch der Reihe nach herausfordern. Hier könnt ihr übrigens auch mit einem Charakter antreten, den ihr im Einzelspieler-Modus ausgebildet habt.
Um ordentlich mit eurem Können anzugeben, ist es allerdings einfacher, einen Kumpel zu einem kleinen Spielchen einzuladen, was auf die Dauer auch spassiger ist. Geht euch nämlich in einem Turnierkampf einmal die Energie aus, könnt ihr mittels 'Continues' beliebig oft weiterspielen...

Kengo
Ein anderes Dojo wird herausgefordert.

Technik als Schlüssel zum Erfolg
Wie bereits angedeutet, setzt jedes Dojo auf einen individuellen Stil: Während die eine Schule zum Beispiel auf schnelle dafür aber weniger effektive Techniken setzt, bevorzugt eine andere kräftige Zweihandschläge. Damit ihr eure eigene Technik verbessert, müsst ihr gegen andere Schulen antreten und guckt euch dort die Moves ab. Während des Kampfes werden dann aber nicht einzelne Schläge ausgeführt, sondern immer gleich eine Combo: Jeweils drei Angriffstechniken lassen sich auf eine Schultertaste legen, womit euch - genügend erlernte Bewegungen vorausgesetzt - insgesamt vier verschiedene Combos zur Verfügung stehen. Diese könnt ihr übrigens nach belieben bearbeiten, indem ihr verschiedene Techniken kombiniert.

Kengo
Konzentrationsübung: Alle Kerzen geschafft!

Steuerung
Euer Kämpfer lässt sich eigentlich problemlos lenken. Diesem Umstand zuträglich ist sicher auch der Umstand, dass sich euer Held fast immer in Richtung des Kontrahenten ausrichtet. Ab und zu werdet ihr allerdings feststellen, dass die Steuerung nicht immer präzis und zuweilen etwas träge ist, wenigstens was die Laufrichtung angeht.
Damit ihr seht, in welcher Verfassung sich euer Schwertkämpfer und euer Gegenüber befinden, sind oben am Bild zwei Balken eingeblendet, die eure Lebenspunkte anzeigen. Unten findet ihr eine Ki-Anzeige, die euch Auskunft über eure Energie gibt. Je höher diese ist, desto kraftvoller könnt ihr eure Attacken ausführen - befindet sie sich auf dem Maximum, sind auch Geheimattacken möglich, die bei eurem Gegner grossen Schaden ausrichten.
Abgesehen von herumspritzendem Blut, haben Verletzungen aber keinen Einfluss auf die Beweglichkeit eures Helden, so dass ihr auch nicht feststellen könnt, wo ihr eigentlich getroffen wurdet. Auch ist die Kollisionsabfrage nicht immer perfekt.
Die Kamera wiederum ist meistens gut positioniert und zoomt je nach Bedarf auf die beste Distanz. Manchmal setzt sie sich allerdings genau hinter euren Kämpfer, so dass ihr nicht mehr abschätzen könnt, wie weit euer Gegner noch entfernt ist oder was er wohl im Schilde führt.

 

Fazit

von Ronny Mathieu
'Kengo: Master of Bushido' bietet gute Ansätze: Die Steuerung ist relativ leicht zu erlernen, die ersten Kampferfolge stellen sich nach kurzer Übung ein. Dabei könnt ihr auch die Combos eurem individuellen Kampfstil anpassen und habt dadurch enormen Freiraum, was die Kampftechnik angeht. Interessant und abwechslungsreich sind auch die Trainings, die an verschiedenen Schauplätzen stattfinden. Weniger gelungen sind meiner Ansicht nach die Kämpfe in den Dojos, da die Hintergründe doch recht trist ausgefallen sind und wenig fürs Auge bieten. Mit der Zeit werden dann auch die Trainingsübungen langweilig und das Spiel selbst bietet daneben kaum Abwechslung. Im Vergleich zu 'Bushido Blade' fällt auch auf, dass hier der Lebenspunkte-Balken wieder eingeführt wurde, womit das Spiel in die Nähe der 'Tekken'-Reihe gerät und sich den Vergleich mit anderen Prügelspielen gefallen lassen muss - obwohl es sich durchaus anders spielt. Insgesamt bietet das Game zwar kurzweilige Unterhaltung und ist für Fans von Kampfsport-Spielen sicher zu empfehlen. Aus Mangel an Innovationen sollten alle anderen allerdings erst mal probespielen.  

Wertung

  • PS2
    74
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel