Preview - Kingdoms of Amalur: Reckoning : Hack 'n' Slay oder doch mehr?

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Oblivion-Macher Ted Rolston ist jetzt schon stolz auf sein Baby. Bei der Erstvorstellung in London waren wir noch skeptisch, denn die Präsentation seinerzeit ließ viele Zweifel bestehen, ob Reckoning entgegen der Ansagen von Rolston nicht doch nur ein Hack-'n'-Slay-Spektakel wird. Auf der gamescom konnten wir erneut einen Blick auf das Spiel werfen und zumindest kurz selbst Hand anlegen. Ans Spiel, nicht an Rolston.

Im Februar 2012 soll es so weit sein, dann erblickt mit Reckoning ein neues Einzelspielerrollenspiel das Licht der Welt. Der Open-World-Titel versetzt euch ins Land Amalur, dass noch bis vor Kurzem von Frieden gesegnet war. Die Proklamation eines neuen Gottes sorgt allerdings für Ärger, ein Krieg bricht aus und eine unbezwingbare Armee hat ihre Griffel mit im Spiel. Euer Charakter macht zu Beginn das, was eigentlich kaum mal eine Videospielfigur macht: Er stirbt. Dank eines gelungenen magischen Experiments werdet ihr aber wiedererweckt und habt ganz nebenher den Vorteil, dass ihr euer Schicksal selbst bestimmen könnt, denn das wahre Schicksal habt ihr ja bereits mit dem ersten Ableben erfüllt.

Das Spiel startet wie üblich mit der Charaktererstellung, wobei euch vier Rassen und einige Anpassungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Im farbenfrohen und gewöhnungsbedürftigen Comic-Look geht es dann ab ins epische Abenteuer. Eine Klasse wählt ihr zu Beginn nicht. Stattdessen erhaltet ihr nach und nach neun nichtkämpferische Fähigkeiten wie "Stealth", "Überzeugung" oder "Verstecktes Entdecken", sowie um die 60 verschiedene Kampf- und Magiefertigkeiten, die ihr nach eigenem Gusto verteilen könnt. Weiterhin dabei sind rund 40 sogenannte Destinys, die eure Fertigkeiten spezialisieren, zum Beispiel zum Assassinen.

Die Welt nebst Handlung soll einiges zu bieten haben. So gibt es unter anderem über 120 handgestaltete Dungeons und mehr als 100 Nebenquests. Das klingt schon mal nach einem richtig dicken Brocken. Die Dialoge spielen eine große Rolle und werden ähnlich wie bei Mass Effect ausgeführt, nämlich in Dialogsequenzen mit einem Auswahlrad für verschiedene Antworten mit unterschiedlichen Konsequenzen auf den Verlauf. Auffällig dabei war gleich die gute Vertonung der englischen Dialoge und die zwar comicartigen, aber doch recht ausdrucksstarken Gesichter der Charaktere.

Auch nebenher gibt es einige zu tun. Handwerk ist mit im Spiel. So könnt ihr mittels Alchemie Tränke brauen, als Schmied alte Waffen und Rüstungen zerlegen, um neue zu bauen, oder als Sagecraft Juwelen herstellen und Gegenstände sockeln. Ein Handelssystem ist natürlich ebenfalls an Bord, Diebstahl hingegen wird mit einem Verbrechenssystem bestraft. Beute ist ebenfalls ein Thema – es gibt zentnerweise Waffen und Rüstungsteile, mit denen ihr euren Charakter ausstatten könnt.

Kingdoms of Amalur: Reckoning - gamescom 2011 Trailer
Auch zu Kingdoms of Amalur: Reckoning hat EA auf der gamescom natürlich einen frischen Trailer im Gepäck.

In einer Spielszene mit einer Assassine konnten wir dann noch das schicke und stilsichere Gelände einer Stadt aus der Third-Person-Perspektive erkunden, wobei es neben Dialogen auch zu einem Bosskampf kam. Der zog sich ganz schön hin - von wegen reines Arcade-Gemetzel. Es galt zum einen, den Boss zu bekämpfen, der sich immer wieder zurückzog, aber auch seine zahlreichen Anhänger, die ihm nach und nach zu Hilfe kamen. Mit Dolchen sowie Pfeil und Bogen ging es dabei ganz schön zur Sache.

Der Kampf wirkte auf den ersten Blick etwas arcadig, war es aber eigentlich gar nicht. Gutes Timing und die richtige Waffe oder der richtige Skill zur rechten Zeit waren um einiges wichtiger. Erst dann erzeugt man flüssige Angriffe, die massiven Schaden austeilen und schlussendlich auch mal zu rabiaten Finishing Moves führen. Ebenso spielen das Blocken und Ausweichen eine wichtige Rolle. Als problematisch empfanden wir allerdings die Kameraführung, die zuweilen noch unausgereift und hektisch wirkte.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Reckoning steht bei mir noch auf der Liste für potenzielle Geheimtipps. Der Stil ist Geschmackssache und auch die actionreichen Kämpfe werden wohl nicht jedem gefallen. Ich mag allerdings die starken Dialoge und die ausdrucksstarken Charaktere. Wenn dazu die Ansagen hinsichtlich des Rollenspiels und des Umfangs zutreffen, könnte uns im Februar tatsächlich eine positive Überraschung erwarten. Zumal ich Ted Rolston schon kennengelernt habe und einfach nicht glauben mag, dass dieser intelligente und humorvolle Enbtwickler ein Spiel völlig versieben kann.

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