Test - Legend of Dragoon : Legend of Dragoon

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Legend of Dragoon
Die Item-Liste - Heiltränke sind besonders ratsam.

Im Verlaufe der Geschichte werden diese kleineren Gegner aber langsam aber sicher nervend. So sind ihre Treffer recht wirkungslos und wertvolle Erfahrungspunkte gibt's es nicht mehr in grossen Mengen. Dennoch sind sie nicht unwichtig, da ihr bei diesen Gegnern quasi kostenlos eure Heilpunkte auftanken könnt. Wenn ihr euch auf die Aktion des Verteidigens beschränkt, erhaltet ihr einige Heilpunkte, die dann im Wert höher liegen als die Abzüge eurer Gegner. Somit tankt ihr euren Status sehr schnell auf - vor allem nach Kämpfen gegen schwere Gegner ist dies eine gute Gelegenheit, da immer wieder etwas Unvorhergesehenes passieren kann, bevor ihr den nächsten Speicherpunkt erreicht. Ihr habt richtig gelesen. Ihr könnt nicht einfach Speichern wo und wann ihr Lust habt. Nur an bestimmten Orten gibt es einen solchen Punkt. Dies fördert die Langzeitmotivation ungemein, auch wenn es passieren kann, dass ihr diverse Kämpfe wiederholen müsst, da ihr zwischenzeitlich sterbt.

Doch was wäre ein Rollenspiel ohne Freunde und Parteienbildung? Richtig, kein wahres Rollenspiel. Daher fehlt auch diese Komponente nicht, und ihr werdet nach und nach neue Gleichgesinnte finden. Zwei von ihnen könnt ihr in eure aktive Gruppe aufnehmen und mit ihnen kämpfen. Die Mischung wird eher durch die Gegner bestimmt. Nicht selten werdet ihr im Kampf bemerken, dass ein anderes Team-Mitglied besser geeignet gewesen wäre. Im Kampf selbst könnt ihr die Aufstellung nicht mehr ändern. Folglich besitzen Darts Freunde auch verschiedene Waffen und Angriffe, sowie Zaubersprüche, Spezialattacken und später 'Dragoon'-Moves.

Legend of Dragoon
Neun Figuren sind spielbar, aber nur drei bilden eine Gruppe.

Die Zaubersprüche können defensiver oder offensiver Art sein. Die Palette reicht von Heilung, Entgiftung bis zu Feuerangriffen und ähnlichem. Im Falle eines offensiven Angriffes könnt ihr die Wirkung fast verdoppeln. Kurz bevor der Spruch ausgeführt wird, drückt ihr ganz schnell und wiederholt die X-Taste. Ein entsprechendes Symbol und eine Prozentanzeige dienen als Orientierung. Diese Sprüche verwendet ihr lieber nur gegen grosse Gegner, die alle nach vier Elementen klassifiziert sind. Gegen einen Feuervogel werden also Verbrennungen kaum etwas nützen. Auch die Spezialattacken fordern etwas Tasten-Beherrschung und Timing. Je nach dem 'Level' eurer Figuren beherrschen diese neue, individuelle Schlagkombinationen, die ihr frei zuteilen könnt - normalerweise weist ihr jeder Figur die stärkste Kombination zu. Im Falle eines Peitschenhiebs handelt es sich um einen Doppelmove. Zuerst wird ein normaler Schlag ausgeführt. Kurz davor erscheint ein weisses Quadrat. Drückt ihr dann schnell die X-Taste, wird ein Doppelschlag daraus. Wenn ihr komplexere Kombinationen ausführen wollt, dann müsst ihr also bereits sehr eingeübt sein. Wie viele Schläge möglich sind, kann ich nicht genau sagen, aber später im Spiel findet ihr Ringe, mit denen eure Charaktere diese Schlagkombinationen automatisch vollführen.
Fehlen noch die 'Dragoon'-Moves, die ich erläutern möchte. Bereits im ersten Kapitel wird ein Grossteil der Charaktere 'Spirits' von 'Dragoons' erhalten, mit denen ihr euch im Kampf in solche 'Dragoons' verwandeln könnt. Dann könnt ihr Zaubersprüche benützen, die nicht auf Items beruhen. Folglich gibt es auch Magiepunkte, die ihr dabei verbraucht, und - schwer zu erraten - von Charakter zu Charakter verschieden sind. Allerdings sind normale Angriffe mit üblichen Waffen meist wesentlich effektiver.

Wie ihr unschwer erkennen könnt, handelt es sich um ein sehr komplexes Spiel, an dem ihr einige Wochen zu knabbern haben werdet. Mit wenigen Stunden Spielzeit ist es nicht getan - ich schätze sie auf mindestens 50 Stunden. Die Geschichte an sich ist in verschiedene Kapitel unterteilt und nicht vorhersehbar. Auch diverse Nebenstränge wurden nicht vergessen. Um jedoch nicht all zuviel zu verraten, möchte ich nun zu der technischen Gestaltung des Spiels kommen, die sich durchgehend auf erstklassigem Niveau befindet.

Legend of Dragoon
Im 'Dragoon'-Modus sind die Attacken stärker und zaubern könnt ihr auch.

Auf den ersten Blick hebt sich das Spiel nicht sonderlich von gängigen Vertretern des Genres ab. Ihr habt eine Übersichtskarte auf der ihr euch bewegt. Diese Karten sind vorgerendert, recht ansehnlich und starr - sprich kaum der Rede wert. Aber die 3D-Perspektive während den Kämpfen weiss zu gefallen. Die grösste Stärke des Spiels liegt aber eindeutig in den Spezialeffekten der Zaubersprüche und Verwandlungen. Diese sind schwer zu beschreiben und einzigartig - so etwas habe ich in keinem anderen Spiel zuvor gesehen. Nur durch diese Effekte wird das Spiel so richtig genial und hebt sich von der Masse hochwertiger Rollenspiele ab. Die Gegner wurden liebevoll gestaltet und sind detailliert - auch ihre Bewegungen überzeugen. Die restlichen Komponente des Spiels sind ebenfalls sehr gut gelungen. Die Steuerung überzeugt durch Einfachheit. Die eigentliche Geschichte wird an wichtigen Stellen mit hochwertigen Filmsequenzen fortgeführt, die zwar keine Square-Qualität erreichen, aber dennoch passend zum Spiel sind. Dennoch gibt es einen Wermutstropfen: So müsst ihr leider auf Sprachausgabe im eigentlichen Spielablauf verzichten - nur deutsche Texte werden geboten. In den Filmschnipseln jedoch gibt es welche - dort wurden die Stimmen passend zu den Charakteren gewählt. Begleitet werdet ihr also nur von melodischen, unauffälligen Rhythmen und von den Geräuschen bei den Kämpfen.

 

Fazit

von Jan Krause
'Legend of Dragoon' ist eines des besten Rollenspiele, die hierzulande für die PSone erschienen sind und somit ein klarer Kauftipp. Die Story als solches ist zwar keine Revolution in diesem Genre, aber ausgeklügelt, und auch das Gameplay stimmt. Die Effekte sind einzigartig geworden und stellen bereits alleine einen Kaufgrund dar. Viele Stunden Spielspass sind garantiert. Kurz: Ein wahrer Leckerbissen für Rollenspielfans.  

Wertung

  • PSone
    88
    %

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