Test - LEGO Star Wars: Das Erwachen der Macht : Die Macht der Klötzchen

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Kein halbes Jahr ist es her, dass ihr euch durch die Abenteuer der Avengers im LEGO-Universum schlagen durftet. Leider konnte der letzte LEGO-Titel nicht überzeugen und litt in erster Linie unter seinen viel zu hektischen Missionen. Jetzt steht mit LEGO Star Wars: Das Erwachen der Macht das nächste LEGO-Spiel in den Startlöchern und macht vieles besser.

Während andere Spiele im LEGO-Szenario gleich ganze Filmtrilogien abhandeln, geht es in LEGO Star Wars: Das Erwachen der Macht um den neuesten Teil der Star-Wars-Filme. Ausschließlich? Nicht ganz, denn die erste Mission des Spiels führt euch auf den Planeten Endor, wo ihr die letzten Szenen von „Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ nachspielen dürft. Statt gemächlich zu starten, packt Entwickler TT Games hier gleich alles aus, was euch in den kommenden zehn Spielstunden während der Kampagne erwartet.

Neue Spielelemente bringen frischen Wind

Ihr dürft euch auf neue Spielelemente freuen. Zum einen wäre da das Multi-Build-System. Das ermöglicht euch, aus Klötzchenhaufen, die ihr immer wieder nach dem Zerstören von Gegenständen findet, unterschiedliche Objekte zu bauen. Dabei müsst ihr euch nicht endgültig für eines entscheiden, sondern könnt sie nacheinander bauen. Das hat folgende Vorteile: An manchen Stellen des Spiels gelangt ihr an Minikits, die auch diesmal wieder zu den während der Missionen sammelbaren Gegenständen gehören. An anderen Stellen löst ihr Rätsel, indem ihr aus dem Klötzchenberg nacheinander Objekte erstellt, die dann diverse Prozesse in Gang setzen.

So löst ihr erst einen Funken aus, der sich langsam durch ein Stromnetz fortbewegt, zerstört dann das gebaute Objekt und baut es an anderer Stelle wieder zusammen, da dort eine Lücke im Stromnetz war. Seid ihr zu langsam, geht der Funken verloren und ihr müsst dieses Rätsel von vorne beginnen. Oder ihr füllt erst ein Becken mit Wasser und weckt dann ein Tier, das zuvor noch im Weg lag. Das Wasser bringt es dazu, aufzustehen und den Weg freizugeben. Wäre das Becken leer, würde sich das Tier keinen Zentimeter von der Stelle bewegen. Das Multi-Build-System kommt in vielen weiteren Situationen zum Einsatz, eigene Objekte könnt ihr allerdings nicht bauen.

In Deckung!

Eine weitere Neuerung ist das Deckungssystem. Immer wieder kommt es zu Gefechten zwischen euch und den Truppen der Ersten Ordnung. Diese bestreitet ihr diesmal nicht in wilden Sequenzen, in denen gerade in LEGO Marvel's Avengers die Übersicht flöten ging, sondern könnt Schutz suchen und eure Gegner anvisieren. Hierdurch spielen sich solche Abschnitte wesentlich entspannter und es wird eine kleine taktische Note ins Spiel gebracht. Ihr habt nämlich die Möglichkeit, euch nach sprengbaren Gegenständen umzusehen, um gleich mehrere Gegner auf einmal in ihre LEGO-Teile zu zerlegen.

Die erste Mission zeigt bereits die Abwechslung, die euch durch alle kommenden Aufgaben begleitet. Seid ihr im einen Moment noch zu Fuß unterwegs, sitzt ihr schon kurz darauf in einem gestohlenen AT-ST und bekämpft die Läufer des Imperiums. Wenig später saust ihr im Millenium Falcon durchs All und kämpft gegen Tie-Jäger. Von dieser Abwechslung lebt das komplette Spiel, denn in den Missionen kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Habt ihr gerade noch in aller Ruhe ein Rätsel gelöst, müsst ihr schon kurz danach im schnellen Raumflug eure Gegner aufs Korn nehmen oder Objekte in der richtigen Reihenfolge zusammenbauen.

Zusätzlich zu den zehn Story-Missionen und dem Epilog dürft ihr Nebenmissionen absolvieren, die ebenfalls kleinere Sequenzen aus dem Film erzählen. Ihr schaltet sie nach und nach frei, müsst sie aber nicht zwingend erledigen, da sie nicht zur Hauptgeschichte gehören. Ihr solltet sie euch aber auf keinen Fall entgehen lassen, da sie genauso liebevoll gestaltet sind wie die Missionen der Geschichte und sich ebenso abwechslungsreich spielen. Rechnet man die Nebenmissionen und die der Story zusammen, kommt man auf insgesamt 18 teils recht umfangreiche Aufträge. Somit bekommt ihr den gleichen Umfang, den auch andere LEGO-Spiele bieten.

LEGO Star Wars: Das Erwachen der Macht - Han Solo & Chewie Chracter Vignette Trailer
Ein weiterer Charakter-Clip zum neuen LEGO Star Wars: Das Erwachen der Macht stellt die Kult-Charaktere Han Solo und Chewie im Spiel vor.

Optisches Highlight der LEGO-Serie

Im Gegensatz zu LEGO Marvel's Avengers gibt es diesmal keine echte offene Spielwelt. Nachdem ihr die Geschichte gespielt habt, könnt ihr die einzelnen Planeten bereisen, die Schauplatz der Missionen sind. Dort findet ihr an jeder Ecke kleinere und größere Aufgaben, bei denen ihr den Großteil der 250 sammelbaren goldenen Steine erhalten werdet. Hier konzentriert sich TT Games nicht auf eine der Fraktionen, sondern bietet Aufgaben sowohl aufseiten der Rebellion als auch solche, die ihr mit Charakteren der Ersten Ordnung bestreiten müsst.

Mehr als gelungen ist die Optik des Spiels. Kein anderer LEGO-Titel sah bisher so gut aus wie LEGO Star Wars: Das Erwachen der Macht. Effektvolle Explosionen, gleißende Lichtblitze, wenn Lichtschwerter aufeinanderprallen, Rauch, Nebel und Giftschwaden – fürs Auge wird jede Menge geboten. Das unterstreichen die sehr guten Texturen und die hohe Detailverliebtheit, die ihr an allen Ecken und Enden erblickt. Musikalisch werdet ihr natürlich mit Originalstücken aus dem „Star-Wars“-Universum verwöhnt und auch an viele der Originalsprecher aus dem Film hat man gedacht.

Zwei kleine Wermutstropfen gibt es dann aber doch: Auch wenn ihr zu zweit an einer Konsole die Abenteuer aus dem Film nachspielen könnt, gibt es erneut keinen Online-Modus. Das ist sehr schade, denn dieses Feature fehlt einfach. Der zweite Kritikpunkt geht an die fehlende offene Spielwelt. Zwar bieten die Planeten viele zusätzliche Aufgaben, ihr seid in diesen aber an sehr begrenzte Areale gebunden. Spielt ihr zu zweit, unterbrechen zudem oftmals Zwischensequenzen, die ein Spieler auslöst, die Aufgaben, die gerade der andere Spieler erledigt.

Fazit

Sven Wagener - Portraitvon Sven Wagener
Unbedingt spielen!

Da mich LEGO Marvel's Avengers nicht vom Hocker hauen konnte, befürchtete ich schon, dass die LEGO-Spiele langsam ihre besten Zeiten hinter sich haben könnten. In LEGO Star Wars: Das Erwachen der Macht zeigt TT Games jedoch mehr als deutlich, dass das nicht der Fall ist. Das fängt bei den neuen Spielelementen an, die sich wunderbar ins Spiel einfügen, und endet bei der extrem starken Kulisse des Titels. Trotz der LEGO-Elemente wirkt das Spiel wie aus einem Guss, hier passt optisch einfach alles.

Die Missionen machen durchweg Spaß, nie kommt dabei Langeweile auf. Obwohl TT Games einen zweieinhalbstündigen Film auf über zehn Stunden Spiel strecken musste, werdet ihr keine Minute davon bereuen. Schade ist nur, dass es keine echte offene Spielwelt und wieder keinen Online-Modus gibt. Im Splitscreen an einer Konsole könnt ihr aber auch diesmal alles im Koop bestreiten. LEGO Star Wars: Das Erwachen der Macht ist der beste LEGO-Titel seit Langem. Ich freue mich schon, wenn auch die kommenden Teile der Trilogie als Spiel umgesetzt werden. Unbedingt spielen!

Überblick

Pro

  • über 200 freischaltbare Charaktere aus dem „Star-Wars“-Universum
  • Originalsprecher des Films
  • optisch sehr gelungen
  • abwechslungsreiche Missionen
  • neue Spielemente, die sich sehr gut ins Spiel einfügen
  • freischaltbare Nebenmissionen
  • viele kleine Aufgaben, nachdem die Geschichte durchgespielt wurde
  • jede Menge LEGO-Humor

Contra

  • auch diesmal wieder kein Online-Koop-Modus
  • keine offene Spielwelt

Wertung

  • PS4
    8.5
    /10

Awards

  • Design
    • PS4

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