Test - Madden NFL 2002 : Madden NFL 2002

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American Football gehört nicht gerade zu den populärsten Sportarten in Europa, doch für Fans des Sportes hatte EA schon immer ein Herz und lieferte uns mit der John Madden-Reihe während Jahren eine einzigartige Simulation dieses Sportes. Auch wenn die Verbesserungen gegenüber der letztjährigen Version minimal sind, dürfen sich Madden-Fans auf das bislang beste Football-Spiel auf der PS2 freuen.

Madden NFL 2002
Die klassische TV-Ansicht.

Für die meisten Videospieler ist American Football ein Buch mit sieben Siegeln. Nur wenige verstehen die Grundregeln oder haben die Geduld, sich mit den zahlreichen Spielzügen und -strategien zu beschäftigen. Deshalb haben wir uns für einen kleinen Crashkurs des Sportes entschieden, der keine tiefgreifenden Philosophien und Details aufzeigen soll, sondern Laien des Sportes die Augen öffnen soll: Im American Football gibt es zwei Mannschaften und das Ziel ist es, innerhalb einer gewissen Anzahl von Spielzügen eine vorgegebene Distanz (Yards) zurückzulegen. Erreicht man die Marke, hat man wieder vier Versuche, um die nächsten 10 Yards zu meistern. Kommt man kurz vor das gegnerische 'Tor', kann man einen Touchdown landen, indem man mit dem Football in der Hand in die gegnerische Zone marschiert. Als Sahnehäubchen kann man nach einem gelungenen Touchdown auch noch ein 'Field Goal' erzielen, indem man den Ball zwischen den Torpfosten versenkt. Hört sich ein bisschen wie Fussball an? Eigentlich schon, bis auf die Ausnahme, dass eher mit der Hand gespielt wird, als mit dem Fuss.

Wer nach wie vor Bahnhof versteht, sollte sich gleich zu Beginn des Spieles in das Training stürzen. Auch wir haben uns noch mal die Tipps und Tricks von John Madden höchstpersönlich angehört und angeschaut. Im Training wird jeder einzelne Spielzug erklärt, sowie wo welcher Mann eures Teams stehen sollte. Ihr übernehmt meistens die Rolle des Quarterbacks, der dann entweder versucht einem eurer Mitspieler (Receiver) den Ball zuzuspielen oder selbst die Verteidigung zu durchbrechen, um einige Yards nach vorne zu dringen. Wie man sich denken kann, gibt es dabei Dutzende von Offensiv- und Defensiv-Spielzügen und -Strategien, die man schlicht und einfach erst mal ausprobieren muss, bevor sie einem locker von der Hand gehen. Doch auch nach mehrfacher Übung lässt sich die gegnerische Defensiv-Strategie nicht erkennen, wodurch ein gut gedachter Offensiv-Spielzug oftmals direkt im Keim erstickt werden kann. Dies macht jedoch auch den Reiz des Spieles aus, denn gerade wenn man gegen einen menschlichen Gegner spielt, kommt der Fehler-Aspekt mit ins Spiel. Jeder macht Fehler, und beim American Football kann sich ein Fehler direkt in einem Touchdown niederschlagen, den man eventuell kassiert. Oder wenn ihr Pässe mit zu hohem Risiko spielt, kann es auch sein, dass ein gegnerischer Spieler dazwischen geht und somit die gegnerische Mannschaft in den Angriff übergeht. Dies sind für jeden Quarterback und für jeden Receiver mit Sicherheit die schmerzhaftesten Momente eines Spiels.

Madden NFL 2002
Tipps zur Steuerung während der Ladezeit.

Habt ihr euch durch die diversen Spielzüge im Training gekämpft, könnt ihr euch entweder für den 'Easy Play'-Modus oder den normalen Spielmodus entscheiden. Der Unterschied liegt dabei in den eingestellten Spielhilfen. Gerade als Neuling sollte man sich in den 'Easy Play'-Modus wagen, denn hier wird man noch ziemlich gut unterstützt. Beispielsweise sieht man anhand der Pass-Icons, welcher der Receiver frei steht und demnach den Ball ohne Interception fangen können sollte. Die Spieler sind ausserdem ziemlich zuverlässig, was die Pass- und Fang-Präzision betrifft. Schaltet man diese Hilfen ab (was auch automatisch im Normal-Modus geschieht), wird die Angelegenheit deutlich schwieriger. Alleine die fehlende Angabe, ob ein Spieler nun (relativ) frei steht oder nicht, kann für Dutzende von Fehlpässen sorgen - die ersten Momente im normalen Spielmodus können daher frustrierend sein. Wem es zu heftig wird, der darf selbstverständlich auch wieder einige Spielhilfen einschalten. Am hilfreichsten ist es, wenn ihr eine nach der anderen ausschaltet und somit versucht, euch der wirklichen Simulation schrittweise zu nähern.

Madden NFL 2002
Mögen die Spiele beginnen.

Im Normalmodus stehen euch zahlreiche Spielmodi zur Verfügung: Exhibition, Season, Franchise, Tournament, Custom League, Practice und Situation. Beim Exhibition-Modus handelt es sich um traditionelle Freundschaftsspiele. Der Season- und der Franchise-Modus sind sich sehr ähnlich, doch kann man beim Franchise-Modus bis zu 30 (!) aufeinanderfolgende Saisons spielen. Was hier im Gegensatz zum Saison-Modus noch hinzukommt, ist der Einsatz von sogenannten 'Free Agents', Transfers und unvorhersehbaren Ereignissen wie Verletzungen, Rücktritten von Spielern oder Vertragsstreitereien. Der Franchise-Modus ist demzufolge ein noch detaillierterer Saison-Modus, der sicherlich viele der Madden-Profis unter euch früher oder später reizen wird. Im Tournament-Modus kann man ein Turnier spielen, wobei sich die Anzahl der Mannschaften ebenfalls manuell einstellen lässt. Die 'Custom League' ist eine Liga, die man sich selbst zusammenstellen kann. Im Situation-Modus lassen sich ganz spezielle Situationen nachstellen, wie z.B. die Anzahl der noch verbleibenden Spielminuten, wie viele Yards noch zurückgelegt werden müssen, etc. So kann man sich fast jede der Spielsituationen aus bekannten Superbowl-Spielen selbst nachbasteln und sie eigenhändig nachspielen.

 

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