Test - Mass Effect : Rollenspiel vom andern Stern

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Wie schon bei 'KotOR' haben auch bei 'Mass Effect' die Handlungen und Entscheidungen des Spielers einen maßgeblichen Einfluss auf Verlauf und Ende der Story. Sogar noch mehr als beim 'Star Wars'-Ableger, denn alles wirkt etwas komplexer und vielschichtiger, zudem sind einige Entscheidungen deutlich krasser und moralisch bedrückender. Eine große Rolle spielt dabei auch das Dialogsystem. Die Dialoge sind vielschichtig und bieten – je nach Fähigkeiten – oftmals überraschend viele Optionen beim Multiple-Choice-Verfahren. Sehr schick: Wenn ihr euch für einen Satz entscheidet und die entsprechende Taste schnell genug drückt, wird aus jedem Dialog quasi eine nahtlose Zwischensequenz mit sehr cinematischer Kameraführung.

Ein weiterer Vorzug nicht nur der Dialoge ist die ungemein detaillierte Darstellung der Charaktere. Selten hat man in einem Spiel Besseres in der Hinsicht gesehen. Nicht nur die Models sehen grandios aus, auch die Texturen und Gesichter lassen eigentlich keine Wünsche offen, zumal die verschiedenen Rassen aus dem Weltall auch noch äußerst einfallsreich daherkommen. Da kann man es schon verschmerzen, dass die Umgebungen oft doch etwas detailarm wirken. Der Fokus liegt eindeutig auf Story und Charakteren mit viel Atmosphäre. Und das scheint gelungen, bei einigen Dialogen liefen einem fast wohlige Schauer über den Rücken. 'Mass Effect' wird übrigens komplett deutsch lokalisiert und wir hoffen sehr, dass die Sprecher ähnlich gut wie im englischen Original sind.

Übrigens seid ihr nicht allein unterwegs. Ähnlich wie in 'Knights of the Old Republic' könnt ihr Begleiter anwerben und damit ein Squad aus bis zu sechs Charakteren bilden, von denen ihr im Einsatz allerdings nur zwei mitnehmen dürft. Befinden sich Charaktere erst mal in eurem Squad, so könnt ihr diese voll nutzen, ihre Talente verändern, sie skillen und ausrüsten. Das Charaktersystem ist recht komplex, der Ausbau einzelner Talente schaltet immer wieder neue Talentbäume und Fähigkeiten frei, was euch auch bei mehrmaligem Durchspielen immer wieder neue Möglichkeiten bietet. Hinzu kommt umfangreiches Equipment, das durch den Einbau von Modifikationen verbessert werden kann. Ach so, erwähnten wir schon, dass man auch Fahrzeuge nutzen kann, wie den MAKO, ein gepanzertes und bewaffnetes Allroundfahrzeug mit Jump-Pads?

In Leipzig stellte Bioware erstmals auch einen neuen Teil der Steuerung vor, nämlich das Talent-Wheel. Per Knopfdruck habt ihr damit sämtliche Talente und Fähigkeiten eures Helden und der ihn begleitenden NPCs auf einen Blick im Zugriff. Das Spiel pausiert währenddessen, aber ihr habt trotzdem die Möglichkeit, auf andere Gegner zu zielen und euch durch die Aktivierung von Talenten auf den Kampf vorzubereiten. Die Kämpfe selbst verlaufen je nach Ausrichtung eures Charakters taktisch oder actionreich. Im ersten Moment könnte man denken, es handle sich um einen Shooter, aber dem ist nicht ganz so, denn außerhalb des Zielens wird alles anhand eurer Fähigkeiten und des Equipments berechnet.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Das wird ein verdammt harter Herbst – ein gutes Spiel jagt das andere und dank Bioware ist nun auch noch ein recht umfangreicher Kandidat dabei, der dank der Spieltiefe auch noch zu mehrmaligem Spielen lockt. 'Mass Effect' überzeugt durch sehenswerte Grafik, tolle Dialoge und ein ausgefeiltes Kampf- und Charaktersystem. Meine Prognose: 'Mass Effect' wird gut, verdammt gut sogar. Wie könnte es auch anders sein, immerhin hat Bioware bisher noch kein schlechtes Spiel auf den Markt gebracht.

Wertung

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