Test - Medieval 2: Total War : Medieval 2: Total War

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Wo viel Licht, da auch Schatten

Größtes Manko, auch noch in der Releaseversion, ist die in den 3D-Schlachten miserable KI, die häufig vor allem durch Nichtstun hervorsticht und sich gegen Flankenangriffe praktisch nie zur Wehr setzt. Wir schon in allen Vorgängern ist zudem die Wegfindung nur suboptimal, was vor allem den Städtekampf mühsamer macht als nötig. Wie schon in 'Rome' werdet ihr Belagerungen nach kurzer Zeit nicht mehr selbst durchführen, sondern es dem Computer überlassen, ein Ergebnis auszuwürfeln.

Besonders schlimm: Wenn ihr mit mehreren Armeen angreift, berücksichtigt das die automatische Auswertung voll, während ihr mit denselben Armeen auf der 3D-Karte nicht gleichzeitig agieren könnt, sondern nur eine vollständige Armee (maximal 20 Einheiten) befehligt. Die Verstärkung kommt dann entweder tröpfchenweise als Ersatz für aufgeriebenen Einheiten auf das Schlachtfeld oder im Ganzen, dafür aber nur KI-geführt. Die KI-Armee erweist sich dann oftmals eher hinderlich als nützlich, denn militärischer Verstand scheint ihr völlig zu fehlen.

Ansonsten bietet der 3D-Modus alles, was des Generals Herz begehrt. Ausdauer, Berücksichtigung des Geländes, Schutz vor Pfeilen durch Bäume, versteckte Einheiten und diverse Boni ganz nach dem Stein-Schere-Papier-Prinzip. Wisst ihr, was ihr auf dem Feld tun müsst, könnt ihr auch zahlenmäßig weit überlegene Heere komplett aufreiben und vernichten.

Wer sich in 'Medieval 2' auf wirkliche Neuerungen freut, der wird ein wenig enttäuscht sein. Man kann die Strategiekarte immer noch nicht drehen, was ein ums andere Mal zu Bedienfehlern führt. Wieder fehlen die Seeschlachten komplett, man ist dem Automatismus ausgeliefert und auch zum Beispiel eine kooperative Kampagne als Multiplayer-Ergänzung fehlt.

Funktionierender Multiplayer!

Die größte Enttäuschung bei 'Rome' war der nur rudimentär vorhandene Multiplayer-Modus, dessen Lobby einfach nur billig und schlecht gemacht war und zudem das Vermitteln von Spielen über das Internet eher behinderte, denn förderte. Zwar arbeitet auch in 'Medieval 2' wieder die Gamespy-Maschinerie, diesmal funktioniert das Ganze aber tadellos! Die Lobby ist zwar immer noch nicht wirklich optimal, aber alles wirkt durchdachter und einfach fertig. Man kann nun die vorgefertigten Armeen laden und speichern und es sieht nicht aus wie einer schneller Hotfix, sondern ist auch von der Integration her gut gelungen und bedienbar. In den Multiplayer-Spielen konnten wir zudem keine Verbindungsabbrüche bemerken, alles wirkte viel besser eingespielt und konzeptioniert.

Fazit

von Vitus Hoffmann
Wieder einmal liefert Creative Assembly ein astreines Spitzenspiel ab. Süchtig machend und berauschend schön! Wer verschmerzen kann, dass den Programmierern nichts grundlegend Neues eingefallen und die KI mit der Lupe zu suchen ist, wird an 'Medieval 2' wochen-, wenn nicht monatelang Freude haben. Dass der Multiplayermodus diesmal zumindest technisch einwandfrei funktioniert, ist uns als Online-Magazin natürlich einen Extra-Hinweis wert. Abzüge muss es für die weiterhin suboptimale Kamerabedienung und die immer noch schlechte Wegfindung geben. Dennoch haben mich die Tiefe und vor allem auch die Ausgereiftheit des Produktes voll und ganz überzeugt.

Überblick

Pro

  • tolle Atmosphäre
  • sehr umfangreich
  • viele taktische und strategische Möglichkeiten
  • technisch sehr gelungene Umsetzung
  • ausgezeichnete Grafik und toller Sound

Contra

  • keine großen Neuerungen
  • hakelige Kameraführung
  • schlechte KI
  • kein Seekampf

Wertung

  • PC
    89
    %

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