Test - Metal Gear Solid V: The Phantom Pain : Höhepunkt mit Einschränkungen

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Ein bisschen Frieden

Wer das nach wie vor äußerst empfehlenswerte Metal Gear Solid: Peace Walker gespielt hat, ist mit der Mother Base bereits vertraut. Hier baut ihr eure Armee auf, errichtet neue Abteilungen wie beispielsweise eine Krankenstation und erforscht und entwickelt neue Waffen und Objekte. Im Gegensatz zu Peace Walker könnt ihr in The Phantom Pain erstmals in eurer Mother Base herumlaufen, anstatt nur über trockene Menüs Befehle zu erteilen.

Das strategische Element, das die Mother Base ins Spiel bringt, funktioniert wieder hervorragend. Entwickelt ihr beispielsweise eure Ausrüstung weiter, ergeben sich daraus fast immer neue Möglichkeiten, wie ihr eure Missionsziele erreichen könnt. Kurz gesagt: Die Mother Base sorgt dafür, dass das Spiel mit zunehmender Spielzeit immer abwechslungsreicher wird. Vorausgesetzt natürlich, ihr seid stets bereit, Neues auszuprobieren.

Mikrotransaktionen & Multiplayer

In unserer PS4-Testversion war im Gegensatz zur Preview-Version keine Spur mehr von Mikrotransaktionen zu finden. Ob das auch in der Version der Fall sein wird, die letztendlich im Handel landet, ist nach unserem aktuellen Wissensstand noch ungewiss. Ebenso ungewiss ist die Einbindung der Multiplayer-Aspekte. Die getestete Version konnte ausschließlich offline geprüft werden, sodass wir zu den Online-Elementen noch keine Review-Infos liefern können. Voraussichtlich wird das erst einige Tage nach dem Release des Spiels am 1. September möglich sein.

Die Ressourcen, die eure Basis benötigt, beschafft ihr, entweder indem ihr euren Söldnern bestimmte Aufträge zuteilt oder indem ihr beispielsweise per Fulton-Rettungsballon selbst in den Missionen fleißig unter anderem Soldaten, Waffen und Fahrzeuge sammelt. Wer bereits hier Probleme mit dem unrealistischen Ansatz hat, der sei daran erinnert, dass Metal Gear Solid schon immer Spielspaß vor Realismus eingeordnet hat. Wenn also Bosse mit übernatürlichen Fähigkeiten auftauchen, gegnerische Fahrzeuge auf Pferdekot ausrutschen oder Feinde von einem weiterentwickelten Pappkarton mit Pin-up-Girl-Poster abgelenkt werden, dann ist das durchaus typisch für die Serie. Ein gewisses Maß an Absurdität gehört zu Metal Gear Solid.

Genauso typisch ist leider die beschränkte Intelligenz eurer Gegner. Unter den vielen, vielen Möglichkeiten, wie ihr bestimmte Missionen angehen könnt, findet ihr ebenfalls welche, die euch den Spielspaß rauben können. Schaltet ihr beispielsweise die Energieversorgung einer feindlichen Anlage ab, wird stets ein neuer Soldat geschickt, um sie wieder in Gang zu bringen. Wartet ihr ab, bis er das getan hat, und überwältigt und entsorgt ihn daraufhin, könnt ihr dieses Spielchen so lange treiben, bis die gesamte Anlage menschenleer und somit von euch komplett übernommen wurde.

Das ist zeitaufwendig und langweilig, weshalb wir euch empfehlen, dem Spielspaß zuliebe auf die zahlreichen anderen Optionen zuzugreifen. Dazu gehört beispielsweise bereits die Entscheidung, zu welcher Tageszeit ihr die jeweilige Mission bewältigt. Bei Tag stehen euch weniger Wachen im Weg, dafür aber auch weniger Schatten zur Verfügung. Die Nacht hingegen hüllt euch in ihre sichere Dunkelheit, konfrontiert euch aber mit mehr Gegnern. Um 6 Uhr findet der Wachwechsel statt – nutzt ihr diesen Zeitraum, bieten sich euch ebenfalls gewisse Vorteile, da eure Feinde abgelenkt sind.

Metal Gear Solid V: The Phantom Pain - gamescom 2015 Gameplay Demo
Konami zeigt auf der gamescom eine 30 Minuten lange Gameplay-Demo zu Metal Gear Solid V: The Phantom Pain.

Höhepunkt: Missionen

Missionen könnt ihr jederzeit wiederholen. Das muss jedoch nicht heißen, dass sie auf  exakt dieselbe Weise lösbar sind. Euer Feind merkt sich, wie ihr ihn beim letzten Mal überlistet habt, und passt sich dementsprechend an. Wenn ihr also beispielsweise reihenweise Kopfschüsse verteilt habt, braucht ihr euch nicht darüber zu wundern, wenn ihr das nächste Mal an zahlreichen Helmen scheitert. Da ihr euch natürlich jederzeit gegen das Schleichen und für eine ähnlich herausfordernde Rambo-Methode entscheiden könnt, kann es passieren, dass ihr bei einem zweiten Versuch auf besser bewaffnete Feinde stoßt.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist das (meist) dynamische Wetter. Im Sandsturm wird sowohl eure Sicht als auch die eurer Gegner stark eingeschränkt. Starker Regenfall wirkt sich auf die Hörbarkeit eurer Schritte aus. Grundsätzlich gibt es jede Menge in Metal Gear Solid V: The Phantom Pain zu entdecken, allerdings fast nur auf spielerischer Seite, denn die Welt an sich ist kein Vergleich zu Produkten aus beispielsweise dem Hause Rockstar Games.

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