Preview - Metal Gear Solid : Metal Gear Solid

  • PC
Von Kommentieren

Im Jahr 1999 landete Konami mit "Metal Gear Solid" den Kracher für die PlayStation schlechthin. Microsoft versucht nun mit einer entsprechenden PC-Umsetzung das zu schaffen, was das Spiel auf Sonys Konsole schon längst geschafft hat, nämlich Kult-Status zu erreichen. So könnt ihr also bald auch auf dem heimischen PC-Rechenknecht die Abenteuer von Solid Snake nachspielen.


In "Metal Gear Solid" übernehmt ihr die Rolle von Elite-Kämpfer Solid Snake. Dieser war zu früheren Tagen im berühmten FOX-HOUND-Team, eine kleine Gruppierung für spezielle Aufträge. Nach einiger Zeit jedoch verabschiedete sich Snake aus dem Team und tauchte mehr oder weniger unter. Allerdings beschafften sich die übrigen Mitglieder der alten Truppe einen Atomsprengkopf und drohen damit, diesen von einem Stützpunkt in Alaska aus abzufeuern. Das Ultimatum der zum Terrorismus übergelaufenen ehemaligen Helden beläuft sich dabei auf 24 Stunden. Da ein Luftangriff zurückgeschlagen wurde und bei einem weiteren Angriffsversuch die Atomrakete nach Aussage der Verrückten gezündet wird, ist es eure Aufgabe in Gestalt von Solid Snake auf geheimer Mission die Lage der Feinde auszuspionieren und gegebenenfalls Massnahmen zu ergreifen. Allerdings weitet sich dieser Sachverhalt im Spiel immer weiter aus, Intrigen und Geheimprojekte werden aufgedeckt, viele Gegner werden sich Solid Snake in den Weg stellen, andere dagegen werden euch unerwartet helfen.

Um in den Genuss der schon fast episch anmutenden Story zu kommen, müsst ihr "Metal Gear Solid" aber erst einmal installieren. Die Installation, welche durchaus frisch und modern präsentiert wird und vor allem durch schön gestaltete Menüs glänzt, bietet euch mehrere Optionen darunter auch die Größe. Hier gibt es zwei Wahlmöglichkeiten, die Standard-Installation (ca. 270 MB) und die volle Installation (ca. 1.100 MB). Letztere war in der vorliegenden Beta-Version allerdings noch nicht ausführbar, da die zweite CD dort nicht vorhanden ist. Wie bereits das entsprechende Pendant auf der Konsole, wird also auch die PC-Version auf zwei Silberlinge setzen. Auf diesen wird auch "VR Missions", das Add-on zu "Metal Gear Solid", vertreten sein, welches aber ebenfalls auf CD 2 schlummert und deshalb noch nicht spielbar war.

Nach erfolgreicher Installation landet ihr letztendlich im Intro, welches bei der PlayStation-Version nicht vorhanden war und deshalb komplett neu gestaltet wurde. In diesem bekommt ihr die aktuelle Lage näher beschrieben und dürft den Start der "Black Op", einer inoffiziellen Durchführung einer Mission, für die keinerlei Haftung übernommen wird, verfolgen. Das darauf folgende Hauptmenü wirkt noch sehr altbacken und lässt sofort Erinnerungen an die Konsole wach werden. Trotz mangelnder Präsentation ist dieses aber dennoch recht übersichtlich gestaltet und erleichtert den Einstieg. Natürlich könnt ihr auch sämtliche Einstellungen bezüglich der Grafik und des Sounds vornehmen, die jedoch nicht sehr umfangreich ausgefallen sind. Die Auflösungen reichen dabei gerade einmal bis zu standardmäßigen 1024x768 Bildpunkten. Vergeblich sucht man nach "Advanced Options", welche es ermöglichen würden, das Spiel an den jeweiligen PC anzupassen, genauso wie nach Einstellungen für 3D-Soundstandards wie A3D oder EAX. Bis zum endgültigen Release-Termin aber haben die Entwickler noch Zeit, um die Einstellungen eventuell mit diesen Optionen zu erweitern.

Der Einzelspieler-Modus wird eine Auswahl zwischen fünf Schwierigkeitsgraden bieten. Auf dem leichtesten startet ihr bereits mit einem Gewehr größeren Kalibers, während ihr bereits auf der zweiten Stufe ohne jegliche Waffen anfangt . Daraufhin landet ihr in einem Hafenbecken, von welchem aus ihr euch weiter vorkämpfen müsst. Dabei setzt ihr auf mehrere Waffen und Items, die es im weiteren Spielverlauf zu finden gilt. So gibt es vor allem zu Beginn unzählige "Rations", die eure Lebensenergie wieder auffüllen. Zu den ersten Waffen zählt die "Socom", eine Standard-Pistole, die zunächst 25 Schuss bietet, was sich aber später ändert, wenn bestimmte Aufgaben, wie das Töten eines Zwischengegners, gelöst werden.

Bei der Grafik jedoch werden Erinnerungen an die PlayStation wach. Zwar kann man durchaus sagen, dass "Metal Gear Solid" in dieser Hinsicht anderen Konvertierungen einiges voraus hat, das alleine reicht allerdings nicht, um wirklich zeitgemäß auf dem PC in Erscheinung zu treten. Das fängt bei einigen nicht weiter störenden Clipping-Fehlern an, endet jedoch in verwaschenen und pixeligen Texturen, die dann wirklich ins Gewicht fallen. Weiterhin fehlen moderne Features wie die synchrone Bewegung der Lippen zur Sprachausgabe. Die Personen wirken allgemein nicht detailliert genug und etwas eckig. Genau hier müssten die Programmierer noch mal ran. Ob das bis zur finalen Version noch geschieht, ist wohl mehr als fraglich, da das Spiel schon fast fertig ist.

Das soll jetzt allerdings nicht heißen, dass "Metal Gear Solid" ein schlechter Abklatsch der PlayStation-Version ist, denn das Abenteuer um Solid Snake lebt vor allem von der oben angesprochenen Story, die es immer wieder vermag, euch in ihren Bann zu ziehen. Durch das neue Intro zum Beispiel, wird diese sogar noch besser in Szene gesetzt, als auf der Konsole, obwohl auch hier des öfteren die Dialoge einige Minuten andauern.

Noch nicht ganz ausgereift ist die Steuerung, der man leider einige Ungereimtheiten anmerkt. Während ihr euch an das etwas andere Bewegungssystem relativ leicht gewöhnen dürftet, ist das Wechseln der Items und Waffen vorerst ein Geheimnis für sich. Dieses nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und ist recht kompliziert geraten. Zum Glück pausiert das Spiel wenigstens sobald man auf sein Inventar zugreift.

Was man aber auf jeden Fall noch überarbeiten sollte, ist das für mich völlig unverständliche Speicher-System. Zwar ist das Saven eines Spieles durch das neu hinzugekommene Menü jederzeit bequem durchzuführen, allerdings kommt beim Laden das böse Erwachen. Denn Solid Snake befindet sich danach nicht am angenommenen Punkt, sondern am Anfang des Levels, was ziemlich frustrierend sein kann.

Fazit

von
Die Umsetzung von "Metal Gear Solid" enthält leider auch die bekannten Schwächen, die man von derartigen Konvertierungen gewohnt ist. Die Grafik ist Mittelmaß und kann auf keinen Fall mit Referenz-Titel wie "Heavy Metal F.A.K.K. 2" mithalten. Das, was aber letztendlich zu sehen ist, übertrifft zumindest die gewohnte PlayStation-Grafik anderer Umsetzungen um einiges. Die Steuerung ist zu Beginn noch sehr gewöhnungsbedürftig, vor allem das Auswählen der Items und Waffen. Das gleiche gilt für das recht umständliche Speicher-System, welches bei mir doch für Verwirrung sorgte und zumindest zu Beginn einiges an Spielspaß nahm. Dennoch liegt hier eindeutig kein schlechtes Spiel vor, denn das Geschehen rund um Hauptdarsteller Solid Snake lebt durch die absolut fantastische Story. Für den ganz großen Hit wird es aber voraussichtlich dennoch nicht reichen, es sei denn die Entwickler nehmen sich die Zeit, die vorhandenen Schwachpunkte in letzter Minute noch auszumerzen.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel