Test - Metal Gear Solid : Metal Gear Solid

  • PC
Von Kommentieren
Metal Gear Solid
Das Codec dient zur Kommunikation.

Beispielsweise könnt ihr nur mit dem STINGER-Raketenwerfer einen Hubschrauber, der euch zu einem späteren Zeitpunkt attackieren wird, herunterschiessen. Der NIKITA-Raketenwerfer dagegen wird seinen ersten Einsatz zu einem gänzlich anderen Zweck erfüllen, nämlich bei einem der vielen kleineren Rätsel, die das Spielgeschehen gekonnt erweitern und auflockern. So kommt ihr nämlich in einen Raum, der mit Gas gefüllt ist und euch so Sauerstoff raubt, und als wäre das nicht Genug, steht auch noch der vor euch befindliche Fussboden unter Strom. Gelöst wird das Problem mit angesprochenen NIKITA-Raketen. Diese besitzen nämlich einen Lenkmechanismus, vom dem ihr logischerweise Gebrauch macht und die Rakete durch die Gänge bis zum Hauptstromkasten manövriert. Dieser wird daraufhin explodieren, so dass euch der Weg freigegeben wird. Anschliessend schnappt ihr euch die Gasmaske aus dem nun zugänglichen Raum und das Problem ist gelöst.

Ausserdem bekommt ihr auch noch viele weitere Gegenstände, die euch das Leben erleichtern, was auch dringend nötig ist. Ein Infrarot-Sicht-Gerät ermöglicht es euch, getarnte Feinde zu erspähen, ein Nachtsichtgerät erlaubt es euch bei Nacht zu sehen und der Minendetektor sorgt dafür, dass ihr euch nicht durch verminte Gegenden lauft.

Zurück zum eigentlich Geschehen, welches sich im Laufe des Spiels immer weiter entwickelt und euch von Anfang an zu fesseln weiss. Die Story hält überraschende Wendungen bereit, bei der sich anfangs als Verbündete gehaltene Personen plötzlich als die bittersten Feinde und umgekehrt entpuppen. Abwechslungsreich gestaltet wird das Ganze durch die verschiedenen Zwischen- und Endgegner, welche dafür sorgen, dass 'Metal Gear Solid' nicht die durchgehend nach Schema A abläuft. Neben Panzern, Hubschraubern und anderen fallen dabei den sechs Mitgliedern des FOX-HOUND-Teams, die ihr nach und nach bekämpfen werdet, wichtige Rollen zu. Unter den Elitekämpfern befindet sich zum Beispiel Revolver Ocelot, dessen Spezialitäten der Umgang mit Pistolen aller Art und das Verhör sind, und auf den ihr als erstes treffen werdet.

Metal Gear Solid
Freund oder Feind? - der mysteriöse Ninja.

Weitere Mitglieder der Terroristen-Fraktion sind Sniper Wolf, eine versierte Scharfschützin, Psycho Mantis, der euch durch seine psychischen Fähigkeiten das Leben schwer machen wird, Vulcan Raven, ein schwergewichtiger Artgenosse, und Liquid Snake, Solid Snakes Namenvetter und Anführer der Truppe. Im Kampf unterstützt werdet ihr einerseits eher unerwartet von Meryl, die zwar eine gute Ausbildung genoss, aber noch sehr wenig Kampferfahrung aufzuweisen hat, andererseits über euer Codec, mit welchem ihr mit euren Vorgesetzten und anderen Personen kommunizieren könnt, die euch mit wichtigen Informationen versorgen und ebenfalls in die Story eingebunden sind.

So fantastisch das Spiel auch storymässig und vom Spielgeschehen her präsentiert wird, so enttäuschend ist aber leider auch wieder die Grafik, welcher, wie gewöhnlich, unter dem schwachen Leistungsvermögen der Konsole leidet. Obwohl in der vorliegenden PC-Version viele Verbesserungen vorgenommen wurden jetzt eine Auflösung von immerhin standardmässigen 1024x768 Bildpunkten möglich ist, bleiben viel zu viele Kritikpunkte übrig. Viele Texturen wirken klobig und äusserst verschwommen und vor allem auch die Personen und Charaktere wirken sehr eckig. Moderne Features wie synchrone Lippenbewegungen während der Dialoge werdet ihr vergeblich suchen, genauso wie Lens-Flares oder atemberaubende Explosionseffekte. Im Gegensatz zur Beta-Version haben die Programmierer glücklicherweise aber die Untertitel noch einmal generalüberholt, so dass diese jetzt nicht mehr dermassen altbacken daherkommen, wie zum Beispiel auch das Menü, sondern einigermassen zeitgemäss präsentiert werden.

Metal Gear Solid
Meryl kommt im Spiele eine wichtige Rolle zu.

Vollkommen gegensätzlich dazu zeigt sich die akustische Untermalung. Die Musik in 'Metal Gear Solid' wirkt niemals aufdringlich und hält sich grösstenteils im Hintergrund. In spannungsgeladenen oder emotionalen Situationen dagegen passt sich diese perfekt an und sorgt so für noch mehr Atmosphäre. Die Dialoge sind in der vorliegenden englischen Gold-Version nahezu perfekt synchronisiert, ob die deutsche Lokalisierung ähnlich gelungen ist, kann an dieser Stelle aber leider nicht beurteilt werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese grösstenteils der PlayStation-Fassung entsprechen wird, welche ja bekanntlich ähnlich gelungen ist.

Nächster Kritikpunkt ist das Speichersystem, welches leider immer noch genauso schlecht ist, wie in der Vorab-Fassung des Spiels. Ihr werdet also zwar weiterhin an jeder Stelle speichern können, wenn ihr euer Savegame dann aber ladet, werdet ihr automatisch zum Anfang des jeweiligen Abschnitts zurückgesetzt werden. Über die Tatsache, dass 'Metal Gear Solid' leicht und locker an einem Wochenende durchgespielt werden kann, hilft dagegen die beiliegende Zusatz-CD 'VR Missions' hinweg. Diese befindet sich mit auf der zweiten CD und bietet euch noch einmal zahlreiche Trainingseinsätze, bei denen ihr bestimmte Ziele, wie zum Beispiel das Erreichen eines bestimmten Punktes ohne Waffeneinsatz, erreichen müsst.

Metal Gear Solid
Psycho Mantis - ein Mitglied von FOX-HOUND.

Bleibt zu guter Letzt die Steuerung, die ebenfalls eher einen Problembereich von 'Metal Gear Solid' darstellt, was hauptsächlich daran liegt, dass auf der PlayStation mit GamePad, am PC aber vornehmlich mit Tastatur und Maus gespielt wird. Die Entwickler setzen hierbei komplett auf die Tastatur, weshalb einige Spieler wohl die Unterstützung des geliebten Nagers vermissen werden. Zu Gute halten muss man dem Titel aber, dass sich nahezu alle wichtigen Tasten nach den eigenen Ansprüchen belegen lassen, so dass sich selbst Shooter-Fans bei 'Metal Gear Solid' an das Spiel ohne Maus gewöhnen können.

 

Fazit

von
'Metal Gear Solid' ist für mich persönlich einer der, wenn nicht der Titel mit der besten Atmosphäre überhaupt. Die epische Story und deren Präsentation konnten mich von Beginn an in ihren Bann ziehen und liessen mich dann erst einmal nicht mehr los. Nicht minder tragen dazu die fantastischen Dialoge und Zwischensequenzen bei, die 'Metal Gear Solid' eigentlich unvergleichlich machen. Dass es aber für eine PC-Umsetzung eines PlayStation-Titels wieder einmal nicht für den ganz grossen Hit gereicht hat, liegt einzig und allein an den bekannten Schwächen. Mittelmässige Grafik, das komplizierte und unverständliche Speichersystem und eine nicht ganz perfekte Steuerung, bei welcher viele PC-Spieler hauptsächlich die Maus-Unterstützung vermissen werden, trüben den Spielspass, dass es nur noch für 80% reicht. Mit einem zeitgemässeren Outfit wäre ein dicker gamesweb.com-Award drin gewesen.  

Wertung

  • PC
    80
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel