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Preview - Mirror's Edge : Casual-Abenteuer für Hardcore-Gamer

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Es muss nicht immer ’Battlefield’ sein, dachten sich die Entwickler von DICE und schufen mit ’Mirror’s Edge’ ein Action-Adventure der besonderen Art. Weshalb der Titel längst als Geheimtipp gehandelt wird, lest ihr im Preview von der GC.

Postbote - (k)ein Beruf für die Zukunft

Kennt ihr eigentlich den Typen mit Namen, der euch tagsüber die Post in den Briefkasten steckt? Der euch Rechnungen, aber vielleicht auch Briefe eurer Liebsten bringt? Oder einfach nette Päckchen mit euren bestellten Videospielen? Wenn nein, wird es aber höchste Zeit, denn lange wird es diesen Typen vielleicht nicht mehr geben. Das will uns DICE mit 'Mirror's Edge' glauben machen, denn in der Zukunft hat der digitale Weg zum Übermitteln von Informationen längst die herkömmlichen Methoden abgelöst. Ist ja auch viel praktischer, denn digitale Botschaften lassen sich prima überwachen. Die Menschen der Zukunft leben nämlich in einer sauberen Stadt ohne Straßenkriminalität, Penner oder Taugenichtse. Die Kehrseite der Medaille: Die Menschen geben ihre Anonymität und ihre Freiheiten auf.

Einige Leute sind damit jedoch nicht einverstanden und versuchen, dem Staatsapparat ein Schnippchen zu schlagen. Sie kommunizieren beispielsweise noch auf veraltete Methoden mit echten Briefen miteinander. Die so genannten Runner helfen ihnen dabei. Sie übermitteln die Dokumente zu Fuß, in dem sie pfeilschnell durch die Stadt rennen, über Hausdächer eilen, waghalsig über Abgründe springen und auch gefährliche Akrobatikeinlagen nicht scheuen. Logisch, dass die Runner ein Dorn im Auge des Staates und somit der Polizei sind. Eine Verschwörung liegt in der Luft, das Opfer scheint eine Kurierin namens Faith zu sein. Ihre Schwester wird des Mordes verdächtigt und bald gerät auch Faith auf die Suchliste der Polizei.

Einfach, aber wirkungsvoll

Ihr seht das Spielgeschehen stets aus Faiths Augen. Anders als in einem Ego-Shooter werden aber alle Kopfbewegungen umgesetzt, egal, ob Faith rennt, über einem Abgrund hängt, weite Distanzen springt oder einfach nur ruhig dasteht. DICE liegt viel daran, ein neuartiges Spielerlebnis zu kreieren. Entsprechend ist 'Mirror's Edge' eben gerade kein First-Person-Shooter. Vielmehr ist das Action-Adventure ein Mix aus der urbanen Trendsportart Parcours und einem Sci-Fi-Thriller. Dabei erinnert das Spieldesign ein wenig an 'Prince of Persia': In vielen Spielabschnitten geht es im Grunde darum, dass ihr versuchen müsst, eine auf den ersten Blick unerreichbare Stelle im Level zu erreichen und von dort weiterzueilen. Ihr klettert, rennt, springt, hangelt und eilt gar auf flachen Wänden entlang, um auf spektakuläre Weise durch die Stages zu düsen. Während das erste Level der GC-Preview-Version auf den Dächern der Großstadt angesiedelt ist, verschlägt es Faith im zweiten Abschnitt in einen Wasserturm sowie eine Damm-Anlage. Im dritten Level gerät Faith in einem Hafen gar in einen Hinterhalt, wo sie mehrere Polizisten bekämpfen muss.

Ein wichtiger Bestanteil von 'Mirror's Edge' ist die Zugänglichkeit: Zwar ist die Steuerung ungewöhnlich, im Grunde aber überaus schlicht. Die beiden wichtigsten Tasten sind die Schulterbuttons. Mit ihnen springt ihr oder vollführt im Rennen eine Rutschbewegung, um etwa unter Geländern durchzurutschen. Ein weiterer Button lässt Faith sich um 180 Grad drehen, ein anderer aktiviert die Runner-Sicht. In ihr seht ihr, wie Faith die Welt sieht: Alles, was ihr in ihrem Job hilft, also als Parcours-Element nutzbar ist, wird rot hervorgehoben. So erhaltet ihr wertvolle Tipps, wo ihr hinmüsst. Sogar eine Zeitlupenfunktion ist auf Knopfdruck vorhanden. Diese hilft euch nicht zuletzt in den Kämpfen. Zwar flieht Faith lieber vor den Feinden, manchmal kommt es aber doch zu Gefechten. Ihr könnt Soldaten schlagen, in die Weichteile oder an das Schienbein treten oder aber im richtigen Moment deren Schusswaffe wegkicken und die Wumme auffangen. Mit der Knarre ballert ihr dann wie in einem Ego-Shooter. Da die Kanonen bei Faiths Akrobatikkünsten eher hinderlich sind, wirft die Kurierin die Knarren bald weg.

Bei einem ersten Anspielen haben mir vor allem zwei Sachen sehr gut gefallen: Die Schlichtheit von Spieldesign und Steuerung, die das Spiel sehr zugänglich macht sowie sich einfach angenehm entschlackt anfühlt. Zum anderen die Freiheiten: Oft habt ihr mehrere Möglichkeiten, ein Ziel zu erreichen. Außerdem könnt ihr mit etwas Erfahrung Moves kombinieren: Wer beispielsweise nach einem weiten Sprung im richtigen Moment die Rutschtaste betätigt, verliert weniger Geschwindigkeit, um sofort weiterzueilen. Der Grafikstil blieb mir ebenfalls positiv in Erinnerung. Die sterile Welt wirkt wie aus einem Guss, die kräftigen Farben und starken Kontraste sind mal was anderes, wenn man sie mit den düsteren oder staubigen Levels vieler aktueller Spiele vergleicht. Die Entwickler benutzen für die stimmige Optik übrigens nicht die hauseigene Frostbite-Engine, sondern setzen die aktuelle 'Unreal'-Engine ein. Eine positive Überraschung stellte aber der Sound dar: Die Surround-Mischung ist auf Referenzniveau, die dichte Geräuschkulisse, die realistischen Schussgeräusche und Sprachsamples sind alle auf hohem Niveau.

Fazit

von David Stöckli
’Mirror’s Edge’ fühlt sich an wie eine Sommerbrise. Dieser abgedroschene Satz trifft es nun mal ganz gut, denn das auf Klettern, Springen, Rennen und auf die Suche nach dem richtigen Weg setzende Ego-Abenteuer spielt sich angenehm frisch und zugleich sympathisch vertraut. In Kombination mit der einfachen Steuerung und der hübschen Inszenierung könnte ’Mirror’s Edge’ sowohl bei Videospielfeinschmeckern als auch bei Gelegenheitsspielern für viel Spaß sorgen. Dazu müssen die Entwickler aber dafür sorgen, dass das Leveldesign über die ganze Zeit auf hohem Niveau bleibt. Keine einfache Aufgabe, aber DICE traue ich das durchaus zu.

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