Test - MotoGP : MotoGP

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MotoGP
Ups, das war wohl ein Crash.

Und so wird gespielt
Die Steuerung von 'MotoGP' deckt die Bereiche der Anfänger und Spielhallenfans bis hin zu fortgeschrittenen Spielern ab. Möglich wird das mit der bereits erwähnten 'Simulations'-Option. Lasst ihr diese aus, dann seid ihr fast auf eurem Bike festgeklebt und nur richtig schnelle frontale Zusammenstösse mit Gegnern oder einer Mauer bringt euch zum Abflug, der wenigstens optisch eine Augenweide darstellt. Ihr müsst euch so auch nicht um physikalische Gesetze kümmern, da ihr das Bikes hin- und herschlenkern könnt wie ihr wollt und auch waghalsige Bremsmanöver mit anschliessendem Vollgas bringen euch nicht auf den Boden der Tatsachen zurück. Stattdessen könnt ihr euch das typische Fahrverhalten von Motorbikes angewöhnen. Das heisst, vor der Kurve abbremsen, einschlagen und danach erst Gas geben. Lasst euch aber nicht von den Reifenspuren auf der Fahrbahn irritieren. Sie stellen keineswegs eine Ideallinie dar, denn die müsst ihr je nach Bike selber finden, da diese sich im Fahrstil komplett unterscheiden.

So gibt es die Eigenschaften Getriebeübersetzung, Handhabung des Bikes, Beschleunigung und Bremsen. Diese könnt ihr auch eurer Fahrweise anpassen, jedoch nur in den Spielmodi 'Arcade', 'Saison' und dem 'Zeitrennen'. Außerdem bleiben dennoch feine Unterschiede zwischen den Teams und den Bikes erhalten.

Zurück zum Fahrverhalten. Wenn ihr mehr wert auf Realismus legt, dann schaltet ihr die 'Simulations'-Option einfach an. Jetzt müsst ihr schon darauf achten, wie ihr fahrt. Ein zügiges Hin- und Herschlenkern des Bikes führt zwar nicht gleich zum Sturz (bei Wiederholung und passender Geschwindigkeit hingegen schon), aber in den Kurven ist Vorsicht geboten. Ihr könnt nicht mittendrin Gas geben, solange das Bikes nicht nahezu senkrecht steht - sonst ist ein Sturz unvermeidbar. Klar, dass dies bei den kurvenreichen Strecken zu einem wesentlich realistischeren Spielgefühl beiträgt. An die Klasse eines 'Superbikes' (PC) kommt 'MotoGP' in diesem Bereich zwar nicht heran, dafür ist es aber spielbarer.

MotoGP
Die Ego-Perspektive - insgesamt sieben Ansichten gibt es.

Gesteuert wird mit dem Joypad. Wenn ihr nicht selber schalten möchtet, benötigt ihr neben den digitalen Richtungstasten oder dem Analog-Stick lediglich Gas und Bremse. Ansonsten kommen noch zwei Tasten zum manuellen Schalten hinzu. Fans analoger Sticks werden aber genauso zufrieden gestellt, wie das Lager der digitalen Anhänger. Beides ist sehr gut spielbar. Die restlichen Tasten dienen zum Wechsel der Perspektive und der Hintergrundmusik. Die Belegung könnt ihr frei konfigurieren und auch Gebrauch von den analogen Tasten Gebrauch machen. So könnt ihr mit der Stärke eures Druckes auf die Taste die Wirkung im Spiel beeinflussen.

Im Rennen selber gibt es nur zwei Perspektiven zum Wechseln. Standardmäßig ist es eine vor dem Bike, bei der ihr nur die Strecke seht und eine etwas höher gelegen hinter dem Bike, bei der ihr auch den Fahrer sehen könnt. Das ist aber nicht alles. In den Optionen könnt ihr diese Perspektiven auch ändern. Insgesamt gibt es sieben Stück, aber nur zwei davon könnt ihr nutzen. Warum das so ist? Fragt nicht mich, sondern die Programmierer. Die anderen Perspektiven sind 'Linke Seite', 'Rechte Seite', von 'Vorne', noch weiter weg und von weit hinten. Eine 'Cockpit'-Perspektive gibt es folglich nicht, was ich persönlich sehr schade finde.

Ausgereifte Technik
Ein der grossen Stärken von 'MotoGP' ist die Umsetzung an sich. Die Grafik ist sehr solide gestaltet worden und reicht schon fast an Live-Bilder aus dem TV heran. Ecken und Kanten wurden ausgebügelt und auch sonst gibt es absolut keine Darstellungsfehler. 'MotoGP' ist ein wirklich ausgereiftes Produkt. Die Framerate ist flott und konstant - Ploppen der Grafiken oder Clipping-Fehler gehören endlich der Vergangenheit an. Die fünf Strecken im Spiel wurden absolut detailgetreu nachgebildet, was vor allem für Randobjekte und den Zuschauern gilt. Leider sind diese noch starr, aber das ist nicht sonderlich tragisch, weil wir ja keinen Wochenendausflug machen wollen.

MotoGP
Unter 'Herausforderung' warten reichlich Belohnungen auf euch.

Schmerzlich vermisst habe ich aber verschiedene Wetterbedingungen. So sind wir halt Schönwetter-Fahrer und lassen uns gelegentlich von der Sonne blenden. Dabei fällt auf, dass die Wolken scheinbar aus mehreren Texturen bestehen. Es ist also kein starrer Fleck, sondern durch die Bewegung scheint es, als ob die Wolken dem Himmel entlang ziehen.

Einige Abstriche gibt es allerdings in Sachen Musik und aufgrund der fehlenden Sprachausgabe. Die Musik ist mal wieder typisch Namco und meiner Meinung nach nicht sehr berauschend. Daher habe ich sie schnell ausgeschaltet. Nur so kam ich in den vollen Genuss der Motorgeräusche und der Umgebung-Sounds, die ich vorher gar nicht wahrnehmen konnte. Wenn ihr an den Zuschauern vorbeirast, hört ihr nämlich ein wenig Jubel oder einen Übertragungshubschrauber und ähnliches.

Hab ich etwas vergessen? Ja, die KI der Gegner. Diese ist nicht sehr weit fortgeschritten. So sind Kämpfe zwischen den Computergegnern quasi nicht vorhanden. Aktionen wie sperren und ähnliches gibt es nicht. Sie folgen einfach ihrer Linie und kümmern sich einen Dreck um euch. Klar, dass Simulationsfans in diesen Punkten nicht glücklich werden. Wie gesagt, das Spiel richtet sich eher an Arcade-Spieler bis hin zu fortgeschrittenen Spielern, die auf eine komplette Simulation verzichten können - etwas anderes war aber auch nie von Namco zu erwarten.

 

Fazit

von Jan Krause
Natürlich ist es schwer, 'MotoGP' mit einem anderen Titel zu vergleichen, da es keinen gibt. Daher habe ich 'Ridge Racer V' für einen technischen Vergleich herangezogen. So gesehen gibt es eine Menge Fortschritte gegenüber diesem Produkt. Die Gestaltung bei 'MotoGP' ist bisher das Beste, was es auf der PS2 gibt ('Gran Turismo 3' kommt ja erst) und die Spielbarkeit ist ausgezeichnet. Vor allem Arcade-Fans werden vollends glücklich - aber auch der kleine Abstecher in Richtung Simulation tut dem Titel gut. Dafür gibt es einige Abzüge in Sachen Sound, Computerfahrverhalten und Abwechslung. Ich kann 'MotoGP' wirklich jedem weiterempfehlen, der Renntitel mag. Lediglich richtige Simulations-Freaks sollten die Finger davon lassen und auf die 2000er oder 2001er Version des PC-Titels 'Superbike' zurückgreifen, dessen Realismus nach wie vor unangefochten ist (auch wenn die Spielbarkeit da wiederum nicht ganz unumstritten ist).  

Wertung

  • PS2
    85
    %

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