Test - Ms. Pacman Paze Madness : Ms. Pacman Paze Madness

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Jahrzehnte alte Arcade-Klassiker erleben derzeit ein Revival auf der PlayStation. Nachdem uns Hasbro bereits mit zahlreichen Neuauflagen alter Atari-Spiele verwöhnt hat, folgt nun eine weitere Oldie-Verwurstung aus dem Hause Namco. Bei 'Ms. Pac-Man Maze Madness' handelt es sich aber um mehr als eine Neuauflage.

Viel Ruhm und Ehre konnte Namco bisher nicht für seine 'Pac-Man'-Verschnitte ernten. Eher im Gegenteil und auch 'Ms. Pac-Man Maze Madness' erntete im Vorfeld bereits massig Spott, ohne dass bereits viel über den Titel bekannt war. Und nun halte ich das Spiel in den Händen und möchte es mit diesem Review von Vorurteilen befreien, denn der Titel ist mehr als eine Neuauflage von 'Pac-Man'.

Nach der obligatorischen Sprachauswahl habt ihr im Hauptmenü die Wahl zwischen drei Spielmodi. Zu einem könnt ihr den Klassiker 'Ms. Pac-Man' (Pac-Man-Klon) in unveränderter Form spielen. Das Spiel wurde einfach 1:1 auf die PlayStation portiert und dürfte nur für Nostalgiker interessant sein. Daher wollen wir uns nicht weiter damit beschäftigen. Als Zweites wäre ein Mehrspieler-Modus für bis zu vier Spieler über einem Multitap zu erwähnen. Da aber viele Multiplayer-Maps erst durch den Solo-Spieler-Modus freigeschalten werden, kümmern wir uns später darum.

Ms. Pacman Paze Madness
Im Titelscreen habt ihr bereits die Auswahl aller drei Spielmodi.

Den Schwerpunkt bildet vorerst das neue Abenteuer von Ms. Pac-Man - der Einspieler-Modus. Dazu gibt es auch eine Vorgeschichte: Im Pac-Land existieren vier grosse Weltwunder, die vom Rest der Welt abgeschnitten sind. Jedes Wunder verbirgt einen Edelstein in sich, die da wären: Grosszügigkeit, Wahrheit, Weisheit und Mut. Ausserdem bilden sie einen Schutz gegen das Böse. Eines Tages wird das Schloss der Prinzessin in ein Geisterhaus verwandelt und seit diesem Zeitpunkt ist diese verschwunden. Der später im Spiel zu Hilfe stehende Professor Pac deutet dies als Vorzeichen für etwas Schlimmes und fürchtet um die vier Edelsteine. Eure Aufgabe als Ms. Pac-Man ist es, den bösen Gewalten vorzukommen und diese sicherzustellen. Dazu benötigt ihr jedoch die neueste Erfindung des Professor, genannt 'Pactrometer'. Mit diesem ist Ms. Pac-Man in der Lage, zu den Edelsteinen vorzudringen. Gerade noch in letzter Sekunde gelingt es dem Professor, euch dieses Gerät zuzustellen, bevor es in die Hände der bösen Mächte gelangt.

Zugegeben, die Story ist nicht sonderlich spannend und dieser Eindruck verstärkt sich noch durch die englischen 'Filmsequenzen' mit deutschem Untertitel. Es handelt sich nämlich dabei um gemalte Bilder, die sich quasi kaum bewegen - daher ist das Wort 'Filmsequenz' auch nicht ganz passend. Im Verlaufe des Spieles werdet ihr einige dieser Szenen anschauen müssen. Hier erfahrt ihr eure nächsten Aufgaben für die kommenden Welten. Gleich am Start findet ihr also den 'Pactrometer', der euch die Richtung der 'Pac-Pünktchen' weist. Im Gegensatz zum Klassiker werdet ihr aber nicht alle Pünktchen aufsammeln müssen um ein Level zu beenden - lediglich eine bestimmte Anzahl wird benötigt.

Ms. Pacman Paze Madness
Das klassische 'Ms. Pac-Man'-Spiel ist ebenfalls mit dabei.

Der Grund dafür ist in dem verändertem Gameplay zu suchen. Denn ihr werdet nicht nur Punkte sammeln und Gegner ausweichen, sondern auch einige Puzzles und Schalterrätsel à la 'Sobokan' lösen müssen. Ziel ist es, von einem Levelanfang möglichst ohne grossen Schaden zum Ausgang zu gelangen. Doch mit einfachem Durchlaufen ist es nicht getan. Zunächst einmal gibt es reichlich Sperren, die ihr nur freischalten könnt, indem ihr eine gewisse Mindestzahl an Pünktchen habt. Ausserdem gibt es diverse Puzzles, mit denen ihr den Weg freischalten müsst. So existieren störende Blöcke, die nur durch TNT-Kisten zerstört werden können, ihr müsst diverse Schlüssel finden, Schalter umlegen, sich bewegende Plattformen nutzen und Blöcke in Löcher schieben, damit ihr solche Abgründe passieren könnt. Hierbei ist viel Köpfchen gefragt und mit der Zeit werden die Puzzles schwieriger. Aber auch die Geschicklichkeit kommt nicht zu kurz, da es weiterhin reichlich Gegner gibt, denen ihr ausweichen solltet. Aber auch einstürzende Brücken, von der Decke fallende Stalaktiten und anrollende Felsen gibt es jetzt, die euch aufhalten wollen. Werdet ihr getroffen, gibt es solange Energie-Abzug, bis ihr gestorben seid.

Neben diesen wichtigen Dingen liegen aber auch weitere Items in jedem Level verstreut. Mit diesen könnt ihr eure Energie wieder auffüllen, Extra-Leben einsacken oder das Energie-Fassungvermögen steigern. Genauso wie das herumliegende Obst sind diese Dinge aber nicht immer einfach zu erreichen, so dass die Gefahr besteht, dass ihr mehr Leben verliert als gewinnt. Wenn ihr nämlich das Zeitliche segnet, dann fangt ihr bei dem letzten Checkpoint an und müsste erneut die Puzzles lösen und Pünktchen sammeln. Gott sei Dank gibt es aber pro Level mehrer Checkpoints. Ihr werdet als nicht ein Level komplett in einem Zug durchspielen müssen.

Ms. Pacman Paze Madness
Die Spielumgebung besteht komplett aus 3D-Objekten.

Schafft ihr es, einen Level zu durchlaufen, dann ist dies noch kein Grund zur Freude. Unter anderem besteht die Möglichkeit, dass ihr das darauffolgende Level nicht spielen könnt. Warum? Nun, es gibt sogenannte Sterne, die ihr als Belohnung erhaltet. Für diverse Level benötigt ihr eine vorgegebene Anzahl an Sternen. Doch wie bekommt ihr die? Es gibt fast in jedem Level vier Sterne zu erhaschen. Den ersten erhaltet ihr automatisch durch das Erreichen des Ziels. Einen weiteren Stern bekommt ihr, wenn alle sieben Obstsorten gefunden wurden. Da diese sich aber teilweise hinter verschlossenen Türen verbergen, die ihr erst später öffnen könnt (ihr müsst also später die Level wiederholen), ist es anfangs nicht möglich, alle einzusammeln. Den dritten Stern bekommt ihr, wenn ihr alle Pac-Pünktchen aufgegessen habt. Einen weiteren gibt es für die 'Time Trial', in dem ihr das Level in einer bestimmten Zeit durchlaufen müsst.

Und so spielt ihr euch von Level zu Level vor, löst viele Rätsel und stellt euch immer schwierigeren Aufgaben. Um alle Sternchen zu erhalten, müsst ihr ausgezeichnet sein. Aber auch 'normale' Spieler können sich mit ein wenig Geduld bis zum Ende vorkämpfen. Als Belohnung warten immerhin neue Mehrspieler-Maps und einige Bonusspielchen auf euch. Überhaupt ist der Mehrspieler-Modus kaum mit dem eigentlichem Spiel zu vergleichen. Zunächst einmal seht ihr nur eine Übersichtsmap mit vier Figuren. Je nach Aufgabe gilt es, am meisten Pünktchen zu essen, den Gegnern eine Bombe zuzustecken oder als Geist seine Gegenspieler den Garaus zu machen. Klingt möglicherweise spannend, führte bei mir aber eher zu dem Gedanken: 'Toll, das ist der Lohn für meine Erfolge im Quest-Modus?'. Namco hat diesen Multiplayer-Modus sowohl grafisch, als auch spielerisch absolut vergeigt - selbst das klassische 'Ms. Pac-Man'-Spiel ist spannender.

Ms. Pacman Paze Madness
Auch ein Mehrspieler-Duell-Modus wurde mitgeliefert.

Aus diesem Grund wollen wir uns lieber wieder dem Solo-Spieler-Modus widmen, beziehungsweise seiner grafischen und musikalischen Gestaltung. Diese ist nämlich dem Spiel durchaus gerecht geworden. Wie bei vielen anderen Neu-Konvertierungen, läuft unsere Ms. Pac-Man nun als dreidimensionale Figur durch riesige Level, die ebenfalls komplett aus 3D-Objekten bestehen. Dabei wechselt die grafische Gestaltung in Sachen Texturen alle vier Level ab. Am Anfang ist es ein Ägypten-Motiv, gefolgt von einer Eislandschaft und später ist es Chinatown und ähnliches. Fehler treten genauso wenig auf wie grafische Effekte oder spektakuläre Animationen. Dennoch gibt die Grafik dem Spiel seinen Reiz - es bleibt immer übersichtlich und es treten keinerlei Probleme mit der Steuerung auf. Auch der Sound fällt nicht sonderlich ins Gewicht - die Musik dudelt unauffällig im Hintergrund, steigert sich allerdings zunehmend zu einem Ohrwurm.

 

Fazit

von Jan Krause
Namcos Rückkehr von Ms. Pac-Man kann insgesamt als positiv bezeichnet werden, jedoch gibt es einen faden Beigeschmack. Einerseits ist es endlich mal wieder ein Spiel, bei dem die grauen Gehirnzellen ein wenig gefragt sind, aber zugleich das Gameplay nicht zu kurz kommt. Anderseits kann der Zweispieler-Modus überhaupt nicht überzeugen und auch die Bonus-Level passen nicht zum Hauptspiel. Dass ihr jedoch quasi gezwungen seid, wenigstens einen Teil der (doch eher auf Glück basierenden) Bonus-Level zu spielen um weiter zu kommen, wirkt sich negativ auf den Spielspass aus. Die Grafiken, der Sound und die Steuerung passen zum Spiel. Lohnt sich der Kauf? Ja, aber nur wenn ihr Knobelspiele wirklich mögt und euch vom klassischen 'Ms. Pac-Man'-Spielprinzip verabschieden könnt.  

Wertung

  • PSone
    78
    %

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