Test - MSI GT75VR 7RF-012 Titan Pro : Notebook mit mechanischen Tasten

  • PC
Von Kommentieren

Bereits auf der Computex in Taipeh stellte MSI das GT75VR Titan Pro vor, das erste Gaming-Notebook mit einer mechanischen Tastatur. Mittlerweile ist das Schwergewicht erhältlich und wir haben uns eine knapp 3.600 Euro teure Konfiguration für unseren Test geschnappt. Ein Notebookbolide mit viel Licht, aber auch einigen Schattenseiten.

Eins ist sicher: Das GT75VR Titan Pro ist nicht dafür gemacht, sein Dasein in Rucksäcken oder auf dem Schoß in Bahn oder Flieger zu fristen. Mit seiner Abmessung von 428 x 314 x 58 mm und dem Gewicht von satten 4,6 kg zuzüglich eines Netzteils, das im Mittelalter als Morgenstern durchgegangen wäre, wirkt es ein wenig wie ein Dinosaurier unter den Gaming-Notebooks. Speziell, wo das Jahr 2017 doch von immer dünneren und kompakteren Notebooks geprägt ist. Aber nun gut, der eine oder andere Spieler hat ja vielleicht Lust auf einen Desktopersatz dieser Art.

Gewicht und Größe suggerieren eine robuste Verarbeitung und in der Tat, es gibt wenig zu bemängeln an dem Gehäuse aus gebürstetem Aluminium, auch wenn der Displaydeckel vergleichsweise dünn wirkt. Die Luftaustritte der Kühlung befinden sich jeweils links und rechts hinten und an den Seiten. Nicht ganz so schön ist, dass letztere fleißig damit beschäftigt sind, sich bei Mausnutzung als Händetrockner zu betätigen.

Die Anordnung der Anschlüsse gefällt uns hingegen gut. HDMI, Thunderbolt USB 3.1 Type-C, Mini-DisplayPort und RJ-45 sind an der Rückseite, sodass uns die Kabel nicht ins Gehege kommen. Die linke Seite beherbergt vier Audioanschlüsse sowie drei USB-3.0-Ports. An der rechten Seite befinden sich zwei weitere USB-Ports sowie ein Card Reader. Im Grunde ist also alles vorhanden, was das Herz begehrt.

Ein erster Hingucker ist die Tastatur. Beim MSI GT75VR Titan Pro handelt es sich um das erste Gaming-Notebook mit einer mechanischen Tastatur, die zudem über Per-Key-RGB-Beleuchtung verfügt und somit für feuchte Träume bei dem einen oder anderen Gamer sorgen dürfte. Die SteelSeries-Rapid-Tastatur erweist sich als echtes Schmuckstück und gewährt ein ganz neues Tippgefühl für ein Notebook. Der Tastenhub von 3 mm bei einem Auslöseweg von 1,5 mm und schönen Druckpunkten lässt frühere Notebook-Tastaturen schamerfüllt im Keller verschwinden.

Das Layout der Tastatur ist allerdings ein wenig gewöhnungsbedürftig. Gut gefallen uns die nach unten versetzten Pfeiltasten und die große Leertaste. Weniger schön sind einige ungewohnt angeordnete Funktionen sowie der nur dreispaltige Zahlenblock. Da muss man sich erst ein wenig hineinfuchsen. Beleuchtungsfans freuen sich hingegen über die schicke RGB-Beleuchtung, die mittels SteelSeries-Engine sehr detailliert eingestellt werden kann. Das leicht versenkte Touchpad leistet gute Arbeit, ebenso wie dessen Tasten, die uns aber einen zu langen und zu weichen Tastenhub haben und dadurch etwas schwammig wirken.

Kommen wir zum Innenleben. Ein Intel i7-7820HK @2,9 GHz sorgt in Verbindung mit einer NVIDIA GeForce GTX 1080 für reichlich Power unter der Haube, zudem mit guten Möglichkeiten zur Übertaktung. In unserem Testsample waren überdies 32 GB DDR4-2400 SO-DIMM verbaut. Für reichlich Tempo sorgen 2x 256 GB M.2 PCIe 3.0 x4 NVMe im Super-RAID-4-Verbund, ergänzt durch eine 1-TB-HDD von HGST als Datenplatte. Weiterhin gehören Killer-Gaming-Netzwerk mit 10-GBit-LAN und ac-WLAN sowie BlueTooth 4.1 zur Ausstattung, was die Konnektivität angeht.

Beim Display handelt es sich um ein 17,2-Zoll-Full-HD-Panel von ChiMei, das mit einer Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz arbeitet. In Kombination mit der verbauten GTX 1080 könnt ihr diese Bildrate durchaus mit den meisten Titeln unter 1.920 x 1.080 Pixeln ausreizen. Das IPS-Display macht sich sehr gut und überzeugt mit einer exzellenten Farbdarstellung ohne sichtbare Fehler. Positiv überrascht auch das Soundsystem, das zusammen mit Dynaudio entwickelt wurde und einen starken, vollen Klang durch die Lautsprecher hinauspustet. Eine echte Seltenheit bei Gaming-Notebooks.

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel