Test - MTV Sports: Pure Ride : MTV Sports: Pure Ride

  • PSone
Von Kommentieren
MTV Sports: Pure Ride
Über eine Leiste wird die Punktevergabe abgerechnet.

Der 'Stunt Mode' erinnert etwas an Skispringen. Ihr startet auf der Spitze einer steilen Schanze. Während der kurzen Abfahrt müsst ihr eine möglichst hohe Geschwindigkeit erreichen, um den anschliessenden Sprung über Autos oder Strassen heil zu überstehen. Während der Flugphase gilt es dann noch zusätzlich möglichst spektakuläre Stunts fürs Punktekonto auszuführen. Meist habt ihr wohl aber schon genug zu tun, den Skater nur ins Ziel zu bringen.

Nur für zwei Spieler ist der Modus 'Battle' anwählbar. Beide suchen ihren Favorit unter den Profi-Skatern aus und einigen sich auf eine Strecke. Beide Spieler starten mit je 100'000 Punkten auf dem Konto. Gelingt ein Stunt, werden diese dem erfolgreichen Skater gutgeschrieben, dem Rivalen aber gleichzeitig abgezogen. Sieger ist der Skater mit 200'000 auf seinem Zähler. Da es selbst für spektakuläre Moves kaum mehr als 6000 Punkte gibt und der Gegner ja nicht untätig bleibt, wird dieser Wettkampf leider meist zu einem sich in die Länge ziehenden, langweiligen Unterfangen.

In den beiden Multiplayer-Modi 'Time Bomb' und 'Deathmatch' geht es etwas härter zur Sache. Bei ersterem schwebt über dem einen Skater eine tickende Zeitbombe. Dieser muss nun versuchen, innerhalb von 60 Sekunden dem Gegenspieler den 'schwarzen Peter' mittels Anrempeln anzudrehen. Der Skater, der nach Ablauf der Minute die Bombe in seinem Besitz hat, verliert die Runde. Wer sich auf eine spektakuläre Explosion freut, wird enttäuscht. Nur gerade ein grauer, transparenter Screen verkündet den Sieger. Nicht nur vom Titel her erinnert 'Deathmatch' an gleichnamige Mehrspielermodi in diversen Shooter-Spielen. Überall auf der Strecke sind verschiedene Waffen wie Granaten, Mienen und Laserwaffen versteckt. Aber auch solche unorthodoxe Gegenstände wie Billardkugeln werden als Geschosse missbraucht. Nun gilt es den Gegenspieler mittels Einsatz der unbegrenzt zur Verfügung stehenden Waffen zu Fall zu bringen. Der Skater mit den meisten Abschüssen gewinnt die Runde.

MTV Sports: Pure Ride
Selbst eine mittelalterliche Burg ist vor den Skatern nicht sicher.

Ausser beim Karrieremodus 'Lifestyle' stehen dem Spieler in allen Spielvariationen neben dem im offiziellen Titel erwähnten Top-Allrounder Andie MacDonald dreizehn bekannte 'Pro Skater' zur Auswahl. Profis wie Brian Howard, Josh Kalis, Danny Way, Jen O' Brian, Heidi Fitzgerald, Colin McKay, Scott Johnston, Sal Barbier, Steve Williams, Keith Hufnagel, Alan Petersen und Rob Dyrdek sollten dem einen oder anderen Skater-Freak ein Begriff sein. Zu dieser prominenten Skater-Riege gesellen sich nochmals etwa die gleiche Anzahl an erfundenen Figuren, die aber grösstenteils nur in 'Lifestyle' ihren Auftritt haben.

Jeder dieser Sportler führt über dreissig Standardtricks wie 'Primo Flip', 'Tailsslide', 'Stalelfish' oder 'Indy Nose' aus. Weitere, figurenspezifische Stunts (der Hersteller verspricht insgesamt über 60 Tricks pro Figur) konnte ich nicht entdecken. Sowohl die Anleitung als auch die offizielle Homepage zum Spiel schweigen sich diesbezüglich aus. Dazu passt auch, dass man die komplette Steuerung aus 'Tony Hawk's Pro Skater' übernommen hat - nur die Spezialtrick-Leiste ist nirgends zu finden. Somit springt der Skater wie gehabt durch Druck auf die X-Taste. Mittels 'Kreis' und einer Kombination mit den Richtungstasten vollführt er einen Grab-Trick, mit der Vierecktaste einen Flip-Move. Mit dem Dreieck-Button 'grinded' der Skater an einer Kante entlang. Durch das Betätigen der vier Schulterknöpfe dreht er sich um die eigene Achse. Der Analogstick wird unterstützt, am Besten lässt sich die Figur jedoch mit den digitalen Richtungstasten steuern. Des weiteren verrichtet die optionale Rumble-Funktion bei Stürzen ihren Dienst, wenn auch etwas undifferenziert.

Eines der Hauptmankos in der Preview-Version war, dass der Skater sofort vom Brett fiel, wenn er nicht absolut exakt auf der Landefläche aufkam. Glücklicherweise haben die Entwickler dies noch etwas verbessert. Trotzdem liegt der Skater viel zu oft auf dem Boden. Besonders störend ist dabei, dass die Spiel-Engine diesbezüglich völlig willkürlich agiert. Manchmal steht die Spielfigur selbst dann noch, wenn sie mit Kopf nach unten aufkommt, ein andermal stürzt sie schon bei der Berührung einer harmlosen Half-Pipe-Kante, anstatt darüber hinwegzuspringen. Die furchtbar träge Steuerung verschlimmert zusätzlich diese Mängel.

MTV Sports: Pure Ride
Der Ladescreen fungiert als Jukebox.

Auch im Bereich Grafik kann 'MTV Sports: Skateboarding' alles andere als überzeugen. Die Texturen der viel zu kleinen Strecken sind einfallslos und grob. Die Sichtweite ist sowohl in Indoor-, als auch in Outdoor-Parks sehr begrenzt. Neben den vielen kleinen grafischen Schwächen wie Blitzer zwischen den Bauten, manchmal verzerrte Oberflächen und wabernde Texturen, ist die niedrige Frame-Rate nicht zu übersehen. Solange sich der Skater auf seinem Board befindet, sehen die Animationen ziemlich gut aus. Er schwenkt die Arme, federt mit den Beinen und schleudert bei Stunts gekonnt das Skateboard durch die Luft. Fällt er aber vom Brett, liegt er bewegungslos am Boden. Plötzlich ist er dann wieder auf den Beinen, meist irgendwo anders als dort wo er hingefallen ist und in die falsche Richtung blickend. Die Kollisionsabfrage funktioniert ebenfalls nicht zufriedenstellend. Manchmal stürzt der Skater selbst bei der kleinsten Unebenheit, ein andermal bleibt er regungslos stehen, wenn er mit hohem Tempo frontal in eine Wand hineinfährt. Da helfen auch nicht solche hübschen Ideen wie Kinoleinwände, auf denen der Videoclip zur gerade laufenden Musik gezeigt wird, viele unterschiedliche Sponsorenlogos von Szenemarken oder das Wählen des Skater-Outfits.

Wenigstens die Ohren werden bei diesem Game verwöhnt. Songs von bekannten Bands wie Pennywise, OPM, Cypress Hill, Goldfinger, Snapcase oder Flashpoint wissen zu gefallen. Witziges Detail: Während der langen Ladezeit kann sich der Spieler wie bei einer Jukebox das Musikstück für den folgenden Wettkampf in einem hübsch gestalteten Screen aussuchen. Die Soundeffekte während dem Skaten hören sich zwar gut an, wiederholen sich aber viel zu schnell. Wieso klingen die unterschiedlichen Bodenbeläge beim Drüberfahren alle mehr oder weniger gleich? Und wieso kommt das Spiel für ungefähr eine Sekunde zum Stillstand, wenn die Hintergrundmusik wechselt? Solche Schwächen wären mit etwas mehr Feinschliff sicher nicht nötig gewesen.

 

Fazit

von David Stöckli
Es ist wirklich Schade, dass THQ nicht noch etwas mehr Zeit in 'MTV Sports Skateboarding' investiert hat. So witzige Ideen wie der 'Deathmatch'- oder 'Stunt-Modus' sind in dieser Form bei keinem Konkurrenten zu finden und heben das Spiel aus der Masse hervor. Doch was nützen originelle Wettkampfvarianten, wenn im Detail geschludert wurde? Die träge Steuerung und der harsche Schwierigkeitsgrad führen dazu, dass nicht nur PSX-Neulinge genervt das Joypad an die Wand werfen. Leider gibt es auch auf der technischen Seite nicht viel Gutes zu berichten. Die Darstellung der Strecken schwankt von akzeptabel bis langweilig. Dazu stören immer wieder kleine Grafikfehler. Nur gerade der hervorragende Soundtrack und der insgesamt zufriedenstellende Umfang an Strecken, Fahrer und Spielmodi retten 'MTV Sports: Skateboarding' vor dem totalen Untergang. Playstation-Besitzer haben, was Skateboarding-Spiele anbelangt, genügend bessere Alternativen zur Auswahl, allen voran der aktuelle Hit 'Tony Hawk's Pro Skater 2'.  

Wertung

  • PSone
    63
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel