Preview - My Tamagotchi Forever : Ich glaub, es piept!

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Vor 20 Jahren piepten Tausende Tamagotchis weltweit an Schlüsselbunden, in Hosentaschen und in der Schule. Jetzt bringt Bandai das Kultspielzeug auch im Westen wieder zurück. Nachdem bereits eine Neuauflage der ersten Tamagotchi als Jubiläumsedition veröffentlicht worden ist, folgt im neuen Jahr der Ansturm aufs Smartphone. Hat My Tamagotchi Forever das Potenzial, noch mal so richtig durchzustarten?

Ihr füttert sie, ihr räumt ihre Haufen weg und ihr spielt mit ihnen. Zumindest haben das mit Sicherheit viele von euch vor gut 20 Jahren, Ende der 90er, getan. Damals waren die Tamagotchi (ein Kofferwort aus dem japanischen Wort für „Ei“, „Tamago“, Watch und dem Verniedlichungslaut „chi“) wohl das begehrteste Spielzeug überhaupt und konnten eigentlich nur die Pokémon als ernst zu nehmende Konkurrenz betrachten. Die kleinen Plastikeier verlangten vom Spieler, sich um ein virtuelles Haustier zu kümmern, das sich je nach Qualität der Pflege zum Guten oder Schlechten entwickelt.

Während die Tamagotchi und ihre Nachahmer im Westen nach einem etwa zweijährigen Boom allmählich wieder in Vergessenheit gerieten und erst 2004 mit einer Neuauflage wieder einen Vorstoß in hiesige Gefilde wagten, waren die kleinen Eier im Ursprungsland Japan nie verschwunden. Inzwischen haben Tamagotchi dort ein Farbdisplay, können miteinander kommunizieren und sind um einiges abwechslungsreicher geworden. Neben Fütterung, Toilette, Disziplinierung und Spiel gehören inzwischen auch Einkaufsläden und Ausflüge zu diversen Orten zum Standard. Westliche Fans der Tamagotchi haben in den letzten 18 Jahren also einiges verpasst, sofern sie sich nicht mit Importen auf dem Laufenden gehalten haben.

Boom 3.0?

Nun bringt Bandai das beliebte Spielzeug zum 20-jährigen Jubiläum auf eine Plattform, für die es geradezu gemacht ist. My Tamagotchi Forever erscheint kommendes Jahr für (leistungsstarke) Smartphones. Nach zwei Hypephasen hierzulande könnte das womöglich erneut für große Aufmerksamkeit sorgen. Vieles, was in Japan längst selbstverständlich ist, wird ehemaligen Fans in der App neu vorkommen. In, zumindest für Smartphones, ziemlich anspruchsvoller Grafik wuseln Mametchi, Kuchipatchi und Co. nun in ihrem Zimmer auf dem Bildschirm herum und buhlen um eure Aufmerksamkeit.

An den Grundfunktionen wurde nicht gerüttelt. Am unteren Bildschirmrand seht ihr vier Buttons für Spaß, Hunger, Toilette und Schlaf. Sie zeigen gleichzeitig an, wie es um die jeweiligen Werte bestellt ist.

Piepen wird euer Smartphone zwar nicht, doch die Charaktere geben dafür andere, ziemlich nervige Töne von sich, wenn ihnen etwas ge- oder missfällt. Aber das gehört einfach zum Tamagotchi-Erlebnis.

Ist euer kleiner Charakter gelangweilt, könnt ihr ihn entweder streicheln oder eines von drei Minispielen mit ihm spielen. Dabei handelt es sich um einen Candy-Crush-Klon, ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem ihr von Planet zu Planet hüpfen müsst, und ein Musikspiel. Welches davon ihr spielt, ist egal. In jedem Fall erhaltet ihr zusätzlich Münzen, die ihr in diverse Objekte investieren könnt. Da My Tamagotchi Forever eine Free-to-play-App ist, finanziert sich das Spielchen durch Werbung und Mikrotransaktionen. Beides könnt ihr aber ziemlich einfach umgehen.

Die meisten Objekte könnt ihr mit In-Game-Münzen erstehen. Einige davon kosten euch Kristalle oder ihr müsst euch ein Werbevideo ansehen, das ihr nicht abbrechen könnt, ohne das Objekt zu verlieren. Beides ist fairerweise nur selten nötig. Kristalle erhaltet ihr auch so im Spiel, können aber auch gegen Echtgeld gekauft werden. Ich habe nicht ein einziges Mal die Notwendigkeit gesehen, Extrakristalle erstehen zu müssen.

My Tamagotchi Forever - Official iOS & Android Trailer
Ende der 90er begann das Tamagotchi seinen Siegeszug. Jetzt, 20 Jahre später kommt es zurück - und zwar auf dem Handy!

Was rein muss, muss auch wieder raus

Damit es wächst, müsst ihr euer Tamagotchi natürlich füttern. Dazu kauft ihr euch im Laden mit Münzen Lebensmittel. Das meiste hier könnt ihr ohne Kristalle oder Werbung kaufen. Viele Speisen werden aber erst durch Pflege mit Anstieg eures Levels freigeschaltet. Irgendwann muss der ganze Süß- und Fastfood-Kram aber wieder raus. Was ihr beim Ur-Tamagotchi noch auf Knopfdruck erledigt habt, erfordert nun etwas mehr Hilfe. Im Bad müsst ihr – kein Witz – auf den Bildschirm tippen, um dem Charakter beim Pressen zu helfen. Ist er schmutzig, duscht ihr ihn ab. Für all das gibt es Münzen. Knappheit herrscht eigentlich nie.

Zu guter Letzt die Müdigkeit. Euer Tamagotchi hält sich nicht an Tageszeiten, sondern wird mehrmals tagsüber müde. Im Bett regeneriert sich die Müdigkeitsanzeige und ihr habt eine Weile Ruhe. Ungeduldige Kinder könnten an dieser Stelle zum ersten Mal versucht sein, Kristalle auszugeben, um die Schlafenszeit abzukürzen. Eltern sollten deshalb aufpassen oder In-App-Käufe in den Geräteeinstellungen deaktivieren, wenn sie keine böse Überraschung erleben wollen. Je nachdem, wie gut ihr das Tamagotchi pflegt, entwickelt es sich jeden Tag – vom Baby zum Kleinkind und über das Teenagerstadium zum Erwachsenen. Für Wiederspielwert ist also gesorgt.

Raus aus dem Haus

Außerhalb des Tamagotchi-Hauses warten noch diverse Aktivitäten, die ihr mithilfe von gekauften Gegenständen auslösen und fotografieren könnt. Hierfür winken oft Kristalle, die ihr euch wiederum im Shop sparen könnt. Ab und zu sind hier auch andere Charaktere, die euch etwas schenken. Über all das werdet ihr natürlich per Push-Benachrichtigung auf dem Handy informiert. Dass euer Tamagotchi Aufmerksamkeit einfordert, hat sich also nicht verändert. Das Spannendste hier ist noch die Schule, in der ihr euren Charakter in der finalen Stufe noch weiter entwickeln könnt.

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