Test - Naruto to Boruto: Shinobi Striker : Hiebe mit Sand im Getriebe

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Mit Naruto to Boruto: Shinobi Striker steht eine weitere Videospielumsetzung der bekannten Anime- beziehungsweise Manga-Marke in den Startlöchern. Nicht nur deren Fans stellt sich die Frage, ob es sich dabei um halbgaren Lizenzschrott oder ein brauchbares Spiel handelt. Wir geben die Antwort darauf.

In den meisten Fällen folgen Spiele, die auf einer halbwegs bekannten Anime- oder Manga-Marke basieren, einem ziemlich ausgelutschten Schema: Man nehme einige mehr oder weniger populäre Charaktere aus der Vorlage und bastele um sie herum ein klassisches Prügelspiel. Das Ganze garniere man dann noch mit einer halbgaren Story, füge im Optimalfall noch eine Art „Oberwelt“ hinzu und fertig ist das Lizenzprodukt.

Etwas Ähnliches hatten viele Fans möglicherweise auch bei der Ankündigung von Naruto to Boruto: Shinobi Striker vermutet. Doch Bandai Namco konnte bereits damals mit einer handfesten Überraschung aufwarten: Statt eines Beat-'em-ups nach bewährtem Standardmuster erwartet euch ein Online-Multiplayer-Spiel mit interessanten Ansätzen. Alleine dafür gebührt Publisher und Entwickler unsere Anerkennung.

Online geht’s zur Sache

Eine der wichtigsten Fragen können wir gleich zu Beginn beantworten: Ihr könnt Shinobi Striker auch dann genießen, wenn ihr euch nicht im Universum von Naruto auskennt. Natürlich kommen eingefleischte Fans in besonderem Maße auf ihre Kosten. Doch da es keinen Story-Modus mit tief greifender Geschichte und komplexen Charakterbeziehungen gibt, geht es auch wunderbar ohne Vorkenntnisse. Um jedoch die erfahrenen Naruto-Hasen unter euch nicht gänzlich hängen zu lassen: Das Spielgeschehen ist ungefähr in der Epoche angesiedelt, in der Naruto zum siebten Hokage aufgestiegen ist – nur mal so für die grobe chronologische Einordnung.

Wie eingangs erwähnt liegt der Fokus primär auf dem Multiplayer-Part des Spiels. Zwar gibt es auch einige Soloaktivitäten (dazu später etwas mehr), allerdings sind sie eher eine nette Zugabe – mehr auch nicht. Zu Beginn erstellt ihr euch einen eigenen Avatar, mit dem ihr künftig in die Online-Kämpfe zieht. Letztere solltet ihr jedoch nicht gleich in Angriff nehmen, sondern euch zunächst in den verschiedenen Trainingsmodi mit der Spielmechanik vertraut machen.

Den Kern von Shinobi Striker bilden Kämpfe zwischen zwei Viererteams, bei denen jedes Mitglied sowohl eine Klasse als auch eine Waffe wählen kann. Letztere bestimmt nicht nur eure Kampfgeschwindigkeit, sondern auch die Wirkung von speziellen Attacken und einiges mehr. Alleine das lädt zum Experimentieren ein. Viel entscheidender ist jedoch die Wahl der Klasse, von denen insgesamt vier zur Auswahl stehen.

Da wäre der klassische Schadensverursacher, der zwar ordentlich reinhaut, aber gleichzeitig nicht sonderlich viel aushält. Im krassen Gegensatz dazu steht der Verteidiger, der deutlich langsamer agiert, jedoch ein Meister der Defensive ist. Hinzu kommen noch der Heiler sowie der Fernkämpfer, die sich genauso spielen, wie es ihre Bezeichnungen vermuten lassen.

Teamwork ist alles

Die einzelnen Klassen ergänzen sich ziemlich gut, sodass Teamwork an erster Stelle steht. Zwar trefft ihr auch immer wieder auf Teams, die ausschließlich aus Schadensverursachern bestehen. Doch gegen eine gut eingespielte Gruppe, bei denen jeder seine Rolle effektiv ausfüllt, haben sie kaum eine Chance. Somit entstehen taktisch anspruchsvolle Kämpfe, was durch das Einbeziehen der direkten Umgebung noch verstärkt wird. So könnt ihr beispielsweise mitunter an Wänden entlanglaufen oder die Gegner in Sackgassen locken. Wir konnten während unserer Testphase zwar auch einige Gefechte ohne den Taktikkram für uns entscheiden, doch das volle Potenzial entfaltet Shinobi Striker erst dann, wenn ihr alle Facetten nutzt.

An Spielmodi stehen euch neben reinen Brawls unter anderem eine Capture-the-Flag-Variante sowie eine Art Domination-Ableger zur Auswahl. Letzterer rückt den Kampf um bestimmte Zonen einer Karte in den Vordergrund. Ebenfalls lobend erwähnen wollen wir die hübsche Grafik des Spiels, die effektvoll inszenierte Gefechte auf den Bildschirm zaubert.

Naruto to Boruto: Shinobi Striker - Launch Trailer
Ab dem heutigen Freitag ist das neue Naruto to Boruto: Shinobi Striker für PC, PS4 und Xbox One erhältlich.

Doch so toll sich das alles anhört, so sehr müssen wir mahnend den Zeigefinger erheben. Denn die anfänglich unterhaltsamen Partien wiederholen sich recht schnell im Ablauf und lassen auf lange Sicht leider Abwechslung und Tiefgang vermissen. Die wenigen Soloaktivitäten wie Trainingsmodi und die VR-Missionen (gemeinsam mit KI-Kämpfern) wirken aufgesetzt und können nicht überzeugen.

Außerdem mussten wir uns häufig über „Rage Quitter“ ärgern, die mitten in einer Partie plötzlich unser Team verließen und uns dadurch in eine aussichtslose Lage brachten. Erziehende Strafen für ein solches Verhalten gibt es derzeit nicht, sodass es leider an der Tagesordnung ist. Hinzu kommen immer wieder mal Probleme mit der Kamera, die angesichts des hohen Spieltempos die Übersicht mitunter ziemlich leiden lässt.

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