Test - Neverwinter Nights 2 : Neverwinter Nights 2

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Wenn ich jetzt gehässig wäre, würde ich sagen, dass Obsidian die Recycling-Firma für ausgemusterte Bioware-Lizenzen ist. Erst das etwas müde und einfallslose Sequel zum famosen 'Knights of the Old Republic' und nun auch noch ein Nachfolger zu 'Neverwinter Nights'. Doch immerhin war 'KotOR 2' nicht ganz schlecht, auch wenn es nicht an das Original herankam, daher gaben wir Obsidian mal die Chance, uns zu beweisen, ob mit 'NWN 2' eine Steigerung möglich ist. Jedoch nicht ohne Vorahnungen, denn schon bei der Präsentation machte uns stutzig, dass der Präsentator von Obsidian eigentlich nur in Bezug auf das Toolset wirklich redselig war und kaum etwas vom eigentlichen Spiel erzählte.

Wie in so ziemlich jedem Rollenspiel beginnt auch bei 'Neverwinter Nights 2' alles mit der Erstellung eines Charakters, wobei faule Spieler auch auf vorgefertigte Varianten zurückgreifen können. Bei der Erstellung stehen euch neben verschiedenen Customizing-Funktionen für das Aussehen des Charakters ein ganzer Batzen Rassen und Subrassen sowie zahlreiche Charakterklassen und nagelneue Prestigeklassen zur Verfügung, die natürlich samt und sonders dem aktuellen 3.5er Regelwerk der Pen&Paper-Vorlage von 'Dungeons & Dragons' entstammen.

Das Spiel selbst beginnt mit einem optionalen Tutorial, welches euch über die ersten beiden Charakter-Level begleitet und euch spielerisch in Form eines Jahrmarktbesuchs in eurem Heimatdorf die Grundelemente des Gameplays beibringt. Kaum habt ihr das hinter euch gebracht, startet auch schon die eigentliche Story. Euer Dorf wird überfallen von Wesen, die augenscheinlich auf der Suche nach einem bestimmten Objekt sind, einem Kristallsplitter, der später auch in euren Besitz gelangt. Um mehr über die Splitter und die Ereignisse herauszufinden, werdet ihr natürlich prompt losgeschickt, um euch in die Stadt Niewinter zu begeben. Klar, dass euch auf dem Weg allerlei Ereignisse und Gefahren in Form von Story- und Nebenquests erwarten. Die Story selbst bietet in etwa 50 Stunden Gameplay und kann sich im Hinblick auf Wendungen und Entscheidungsmöglichkeiten durchaus sehen lassen.

Spielwelt im Baukastenformat

Die Spielwelt setzt sich ähnlich wie im Vorgänger aus verschiedenen Levels zusammen, die quasi ein Baukasten-System bilden. Eine kontinuierliche Spielwelt gibt es nicht, wodurch 'NWN 2' leider auch antiquiert wirkt in Anbetracht moderner Titel, die uns komplette gestreamte Welten bieten. Stattdessen gibt es immer wieder Übergänge mit kurzen bis mittleren Ladezeiten, die euch auf der Weltkarte zu immer neuen Locations führen, die im Rahmen der Quests nach und nach begehbar werden, zumeist begleitet von einleitenden Zwischensequenzen. Nicht selten geht dadurch etwas die Atmosphäre verloren und das Spiel an sich bekommt Stückwerk-Charakter.

Immerhin haben die Entwickler nicht den Fehler gemacht, innerhalb der Levels lange Rückwege einzubauen, sondern schicken euch nach erfüllter Quest zumeist direkt zurück in ein anderes Gebiet. Die Levels selbst sind räumlich recht begrenzt und im Großen und Ganzen linear gehalten. 'NWN 2' bietet bei den Umgebungen zwar auch einiges an Detailverliebtheit, nichtsdestotrotz wirken die Umgebungen oft statisch. NPCs stehen immer an derselben Stelle, es mangelt oftmals an Interaktion und man fragt sich, warum man kaum eines der Gebäude in den durchaus umfangreichen Städten betreten kann. Dafür dürft ihr euch eine komplette Burg im späteren Spiel zulegen – auch was wert.

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