Test - NHL 07 : NHL 07

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Schwache KI, starke Präsentation

Auf dem Eis findet man eine für PSP-Verhältnisse hervorragende Präsentation vor: Während das Eis zu Beginn der Partie noch glatt wie ein Baby-Po ist, gleicht die kalte Spielfläche nach Vollendung der Drittel eher dem Gesicht von Uschi Glas, so viele Kratzer lassen sich auf ihr finden. Die Animationen wissen zu gefallen, auch die Spielermodelle wirken ausgereift. Lediglich die hinteren Zuschauerränge wirken unappetitlich – wohl ein Tribut an die nicht ausreichende Leistung der Sony-Konsole. An der Soundkulisse hat sich im Vergleich zu den großen Brüdern der PC- und PS2-Versionen nicht viel getan. Käufer erwartet der gleiche Soundtrack, der mit No-FX und Anti-Flag tatsächlich nur zwei bekannte Bands präsentiert. Die Stadionatmosphäre wirkt realistisch aber ein wenig übertrieben, während das Sprecherduo locker-flockig in englischer Originalsprache Kommentare von sich gibt.

Während die Präsentation zu gefallen weiß, kränkelt die KI. Unglücklicherweise ist nicht nur der Umfang mit der PS2-Version vergleichbar, sondern auch die im Spiel integrierten Fehler. Auffällig rüde greift beispielsweise die Mitspieler-KI in Zweikämpfe ein, sodass sich des Öfteren Unterzahlsituationen ergeben. Unfair daran: Die Strafzeit läuft nahezu in Echtzeit ab. Das ist besonders bei der kürzesten Drittellänge ärgerlich. Ferner scheint es, als hätten die Mit- und Gegenspieler von der Abseitsregel so viel Ahnung wie Frauen vom Rückwärts-Einparken. Allzu oft muss man als puckführender Spieler auf die teilweise nur sehr langsam reagierende KI warten, bis diese sich aus der Abseitsposition zurückgezogen hat. Ärgerlich! Auch der streckenweise willkürliche Torhüterwechsel während des Spiels fiel uns im Dauertest negativ auf. Behoben scheint hingegen die Fahrlässigkeit der Keeper, die in der PC-Version nur allzu oft umherirrende Pucks ins Tor kickten.

In puncto Steuerung gibt sich der PSP-Titel keine Blöße, diese ist aufgrund des fehlenden rechten Sticks allerdings etwas simpler als die des großen Bruders. Während man mit dem Analog-Stick den Spieler über das Eis bewegt, wird die rechte Schultertaste für Sprints genutzt. Mit dieser sollte man allerdings bedächtig vorgehen: Wer viel sprintet, geht das Risiko ein, den soeben eroberten Puck noch schneller wieder zu verlieren. Auch wenn die Steuerung rein subjektiv ein wenig verzögert wirkt, kann man ihr grundsätzlich keinen Vorwurf machen. Des Weiteren verfügt 'NHL 07' über einen kabellosen Mehrspielermodus. Hier kann zu zweit via Game-Sharing angetreten werden, große Überraschungen bleiben hingegen aus.

Fazit

Sören Lohse - Portraitvon Sören Lohse
Für den ersten Auftritt auf Sonys PSP schlägt sich 'NHL 07' wie erwartet durchaus überzeugend. Besonders die gute Präsentation weiß zu gefallen, zudem freuen sich Käufer über einen schier riesigen Umfang. Ärgerlich nur, dass die KI nicht sonderlich schlau übers Eis schlittert und EA es verpasst, die Eishockey-Simulation für schnelle Matches zwischendurch fit zu machen. Da auf dem System konkurrenzlos, kann jeder Eishockey-Fan trotzdem bedenkenlos zugreifen.

Überblick

Pro

  • tolle Präsentation
  • riesiger Umfang
  • Originaldaten der Topligen
  • Speicherdatenaustausch mit der PS2
  • umfangreiche Editoren

Contra

  • KI-Probleme
  • Dauer pro Spiel zu lang
  • lange Ladezeiten

Wertung

  • PSP
    81
    %

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