Test - Nightmare Creatures 2 : Nightmare Creatures 2

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Klar, dass ihr die Rolle des gepeinigten, schrecklich entstellten und seines Verstandes beraubten Wallace übernehmt. Keine Frage auch, was euer Ziel ist: Schnappt euch Crowley und befreit eure einzige Freundin Raquel Donnerty, die der Unhold in seine Gewalt gebracht hat. Bereits das sehr stimmungsvolle Intro und das absolut kultige Optionsmenü (wählt mal den Menüpunkt 'Therapie') stimmen euch phantastisch auf das folgende Abenteuer ein. Ihr schnappt euch also eure Axt und macht euch auf den Weg zum Oberbösewicht, der euch vom nächtlichen London über ein verlassenes Krankenhaus und düstere Katakomben bis ins ferne Paris führt.

Doch Crowley wäre kein echter Finsterling, hätte er sich nicht hinter einer schier endlos scheinenden Horde Monster verschanzt. Insgesamt trefft ihr auf 22 verschiedene Feindgattungen, die sich anscheinend gegenseitig in ihrem ekelhaften Aussehen zu übertrumpfen versuchen. Angefangen bei den klassischen Zombies reicht das Panoptikum des Grauens von mutierten Wolfsgestalten über riesige Spinnenmenschen bis hin zu missgestalteten Frauen (zumindest lässt die Brust darauf schliessen). Neben der Holzaxt findet ihr auf eurem beschwerlichen Weg gelegentlich Pistolen, die jedoch leider auf nur einen Schuss beschränkt sind. Dieser reicht im Normalfall aber auch aus, um den meisten Gegnern den Garaus zu machen.

Nightmare Creatures 2
Wallace - anfangs ein Häufchen Elend.

Neben diesen bodenständigen Waffen könnt ihr auch auf acht verschiedene Zaubersprüche zurückgreifen. Von Feuerbällen, welche die untote Brut bei (lebendigem?) Leib grillen über Erdbeben bis hin zu Fliegenschwärmen , die eure Gegner in Sekundenschnelle auffressen, ist alles dabei, was sich das Monsterjäger-Herz nur wünschen kann. Doch auch die Axt selbst ist nicht zu unterschätzen, lassen sich damit doch, kurz bevor die Gegner ihr Lebenslicht ausblasen, ganz besondere Special-Moves ausführen, mit denen ihr euch auf sehr beeindruckende (wenn auch nicht ganz jugendfreie Art und Weise) der Monster entledigt.

Trotz aller rohen Gewalt sind die Kämpfe an sich keineswegs anspruchslos gelöst. Im Gegenteil, ihr habt die Wahl zwischen verschiedenen Schlag- und Blockvarianten und könnt, falls ihr von mehreren Gegnern angegriffen werdet, mit den Shoulder-Tasten zwischen den Angreifern durchschalten. Durch die neuen Fähigkeiten des Helden - wie Schimmen, Klettern, Tauchen und Springen - werden neben kämpferischen Qualitäten auch die grauen Zellen ein wenig mehr als im Vorgänger gefordert, ohne jedoch zu einer Art Horror-Lara zu werden. Zwar werdet ihr auch mal Sprungpassagen meistern und kleine Puzzles lösen müssen, doch alles in allem liegt der Schwerpunkt des Spiels nach wie vor auf den Kämpfen gegen die Monster.

Nightmare Creatures 2
Allzu viele Optionen sind nicht vorhanden.

Durch seine Fähigkeit zu tauchen werdet ihr beispielsweise auch in Kämpfe unter Wasser verwickelt, wobei ihr ständig auf euren begrenzten Sauerstoffvorrat achten müsst. Dieses Feature erzeugt zusätzlichen Druck und verstärkt das Panik-Gefühl, unter dem der Held leidet. Die Entwickler hatten Einsehen und haben auf das 'Adrenaline'-Feature verzichtet, das euch im ersten Teil ständig zu neuen Kämpfen gezwungen hat. So bleibt euch mehr Zeit, die Räume in Ruhe zu durchsuchen. Und diese bieten einiges fürs Auge. Von allerlei herumstehendem Krempel bis hin zu Kisten mit Items darin gibt es viel zu untersuchen. Destruktive Charaktere wird es in diesem Zusammenhang freuen, dass nahezu jeder herumstehende Gegenstand zerstört werden kann.

Nightmare Creatures 2
Vielerorts liegen Objekte, die später gebraucht werden.

Überhaupt wurde sehr viel Wert auf Interaktivität mit der Umgebung gelegt. Ketten fangen im Vorbeigehen an zu schwingen, Tücher flattern im Wind und es tropft Wasser von den moderigen Decken. Glaubt mir, die Räume sehen auch ohne Monster schon beängstigend aus. Auch wenn das Game zunehmend schwerer wird, kommt kein Frust auf. Ausreichend Speicherpunkte stellen sicher, dass ihr mehr als ein paar Räume wiederholt durchspielen müsst. Neben der verbesserten Grafik-Engine, die trotz einer Auflösung von 512 x 240 und einem aus über 700 Polygonen zusammengesetzten Helden bei mehreren Gegnern nicht in die Knie geht, beeindruckt vor allem das intelligente Streaming-Feauture. Ähnlich wie in 'Soul Reaver' werden neue Levelabschnitte unbemerkt im Hintergrund nachgeladen, so dass die dichte Atmosphäre nicht durch einen 'Loading'-Screen zerstört wird. Zwischen den Levels werdet ihr durch gruselige Videos in Spielgrafik auf die kommenden Abschnitte vorbereitet. Viel Gruselspass!

 

Fazit

Gameswelt Redaktion - Portraitvon Gameswelt Redaktion
Wer auf die unzähligen Puzzles eines 'Resident Evil' verzichten kann, hat mit 'Nightmare Creatures II' einen neuen Grund für schlaflose Nächte gefunden. Die düstere Atmosphäre ist wunderbar gelungen und in jedem Raum erwarten euch neue, blutige Überraschungen. Allein die Animationen des Hauptdarstellers Wallace sind eine Klasse für sich und machen das Monster-Metzeln auch in optischer Hinsicht zu einem Hochgenuss. Durch die enorme Grösse der Levels und den gesalzenen Schwierigkeitsgrad solltet ihr aber trotz der fairen Speicheroptionen eine Menge Geduld und starke Nerven mitbringen.  

Wertung

  • PSone
    83
    %

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