Test - Nightshade : Nightshade

  • PS2
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Videospiel-Titel mit einem Kampf-erprobten Ninja als Hauptfigur sind im Actiongenre ja nicht gerade spärlich vertreten. Eines der interessantesten Spiele dieser Art der letzten Jahre war mit Sicherheit 'Shinobi' auf PS2. Mit 'Nightshade' schickt Sega nun einen inoffiziellen Nachfolger ins Rennen, in dem ihr in die Rolle der feschen Hibana schlüpft, die sich im Auftrag der Regierung als engagierte Kunoichi (weiblicher Shinobi) auf die Suche nach einem mysteriösen Dolch namens Akujiki macht.

Immer feste drauf
Natürlich stellen sich euch dabei einige üble Schergen in den Weg, die es nach und nach auszuschalten gilt. Hibana wäre jedoch keine wahre Meisterin der Kampfeskunst, wenn sie sich in einer solchen Situation nicht zu helfen wüsste. Ihr stehen eine ganze Reihe von Standard- und Komboattacken zur Verfügung, die sie mit ihrem edlen Schwert oder dem Fuß ausführen kann. Besonders flinke Akteure schaffen es sogar, innerhalb einer bestimmten Zeitspanne mindestens vier Kontrahenten hintereinander auszuschalten, was eine so genannte Tate-Aktion zur Folge hat. Solch gekonnte Kampfeskunst wird dann mit einer kleinen Zwischensequenz belohnt, die jedoch recht schnell nervigen und störenden Charakter annimmt.

Ein wahrer Ninja versteht es nebenbei auch noch, seine Gegner zu täuschen und zu verwirren. Mittels einfachem Knopfdruck schickt man die Heldin mit einem Tarnsturz blitzschnell zum nächsten Gegner, läuft an Wänden entlang und vollführt akrobatische Doppelsprünge, mit denen so mancher Abgrund locker überwunden wird. Damit man auch bei mehreren gleichzeitig auftauchenden Bösewichtern nicht die Übersicht verliert, kann man diese jederzeit direkt anvisieren und hat diese von da an fest im Blick (ähnlich wie bei 'Zelda'). Was prinzipiell eine gute Idee ist, entpuppt sich aber in der Praxis manchmal als etwas lästig, da es recht oft vorkommt, dass ihr nicht den Gegner ins Visier nehmt, dem ihr eigentlich gerne zu Leibe rücken wollt. So kommt ungewollt unnötig Hektik ins Geschehen.

Es ist Magie im Spiel
Möglichst lange Trefferkombos lassen eure Magieleiste nach oben schnellen. Habt ihr einen ausreichenden Vorrat angesammelt, entfesselt Hibana eine von mehreren Ninja-Spells, die unterschiedliche Auswirkungen haben. Beispielsweise entlädt sich eine zerstörerische Feuerwelle um sie herum oder sie wird für kurze Zeit immun gegen jede Art von Angriffen.

So schlägt und springt man nach und nach durch die verschiedenen Missionen, die zumindest vom Ansatz her recht interessant aufgebaut sind. Mal sprintet man über den Rohbau eines neuen Wolkenkratzers oder prügelt sich auf dem Dach eines durch die Häuserschluchten düsenden Tarnbombers und wehrt dabei gleichzeitig einige Raketen ab. Trotz der recht stimmigen Rendersequenzen und den netten Ideen fehlt jedoch der letzte Kick und auch eine Spur mehr Abwechslung – trotz solch interessanten Szenerien wie dem auf dem Flugzeug. Gerade in solchen Situationen kostet euch auch die nervige Kameraführung einige Nerven und gepaart mit den fast schon zu umfangreichen Steuerungsmöglichkeiten werden vor allem Anfänger so ihre liebe Mühe mit dem Spiel haben. Zum Glück gibt es ein kleines Tutorial, in dem man die Grundzüge des Handlings im Vorfeld etwas üben kann.

Flüssig und schnell
Was man 'Nightshade' positiv anrechnen muss, ist die Geschwindigket, in der das Geschehen präsentiert wird, ohne dabei störende Slowdowns bzw. Einbrüche in der Framerate auf den Bildschirm zu bringen. Eigentlich ist das aber auch kein Wunder, denn viele Texturen sind nicht gerade sonderlich detailliert ausgefallen und viele Gebäude und Gegner wirken arg steril und kantig. Die hübsche Hibana dagegen ist sehr gut animiert und auch die sonstige Effektkulisse weiß zu gefallen. Der Sound fällt dagegen ein wenig ab und wartet mit etwas eintönigen Tracks und einer irgendwie halbherzig wirkenden Sprachausgabe auf.

Fazit

André Linken - Portraitvon André Linken
Wer auf kurzweilige und rasant inszenierte Ninja-Action steht, wird bei 'Nightshade' bestens bedient. Andere Actionfans werden sich jedoch mit Recht an der mangelnden Abwechslung und den anderen (spielerischen) Macken des Games stören. Einen etwas genaueren Blick ist das Spiel aber wert.

Wertung

  • PS2
    73
    %

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