Special - Nintendo Switch : Vom Hater zum Lover: Wie ich die Switch lieben lernte

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Als Nintendo die Switch ankündigte, war ich ernüchtert. Ich konnte es einfach nicht nachvollziehen, warum der japanische Konzern sich dazu entschied, auf leistungsstarke Hardware zu verzichten, und nicht in Konkurrenz mit Sony und Microsoft trat. Da ich mit Nintendo groß geworden bin, wünsche ich mir selbstverständlich nichts mehr als eine Rückkehr des Herstellers auf den Videospielthron. Daher starb die Switch für mich bereits während der Ankündigung. Ich lachte, machte Scherze über sie und verspottete Fans, die vom Hype infiziert wurden. Jetzt ist alles anders.

Selbstverständlich wurde ich neugierig, als die Konsole ihren Weg in die heiligen Hallen unserer Redaktion fand. Kollege Matze nahm sie entgegen, packte sie aus und testete sie fleißig mit Zelda. Ich erwischte mich dabei, wie ich immer wieder neugierig rüberschaute. Dass die Switch für mich nicht interessant war, hatte ich ja bereits während der Ankündigung beschlossen. Da ist viel zu wenig Hardwareleistung drin, als dass die Konsole mir gefallen könnte. Trotzdem versuchte ich, hier und da einen Blick auf das Tablet zu erhaschen.

Während Matze euphorisch seine ersten Schritte in Hyrule machte, stand ich im Hintergrund und machte dumme Witze. „Wow, die Framerate droppt ja sogar im hohen Gras. Das macht bestimmt Spaß. Ah, das ist also dieses Dark Souls?“ Ich war verdammt witzig. Dennoch passierte etwas in mir. Link weckte in mir dieses wohlige Gefühl von Kindheitserinnerungen. Die Geräuschkulisse, die aus dem Fernseher erklang, erinnerte mich an Ocarina of Time, mit dem ich unglaublich viel Zeit verbracht hatte.

Obwohl ich witzelte, glomm in mir ein Funke der Begeisterung auf. Das war Zelda. Und es sah richtig toll aus. Nachdem ich mit den letzten Heimkonsolenablegern nicht mehr so glücklich gewesen war, holte mich Breath of the Wild schon nur beim Zusehen ab. Trailer gut und schön, das Spiel aber direkt in Action zu sehen, war dann doch noch einmal was anderes. Selbstverständlich kann man Zelda auch noch auf der Wii U genießen. Die besitze ich jedoch nicht – aus denselben Gründen, aus denen die Switch für mich nicht in Frage kam.

Als ich das Tablet dann zum ersten Mal selbst in den Händen hielt, war es um mich geschehen. Die Joy-Cons sind ungewohnt, liegen jedoch gut in der Hand. Das Tablet sieht klein aus, ist allerdings als Fernsehersatz für unterwegs groß genug, dass ich Spaß am Spielen habe. Ich merkte schnell, dass die Switch das war, was ich schon länger suchte, wovon ich jedoch nicht wusste, dass ich es brauchte. Sie ist die mobile Konsole für unterwegs, die mich glücklich machen kann.

Bevor jetzt Rufe à la „Handhelds gab es doch schon immer“ kommen: Stimmt. Bisher waren PS Vita und Nintendos 3DS meine treuen Begleiter in den Zügen, Bussen und Flugzeugen dieser Welt. Die Switch ist jedoch der nächste Schritt. Ich mache die Joy-Cons ab, stelle das Tablet mit dem Ständer vor mich und zocke in Ruhe die Spiele, die ich auch zu Hause auf der Couch spielen würde. Ohne Abstriche. Ich kann endlich meine Zeit auf Reisen verkürzen, indem ich nicht ein weiteres Spiel anfange, das nur mobil funktioniert. Ich spiele einfach meine Couch-Konsolenspiele weiter.

Über die Leistung der Hardware und den Einstiegspreis der Switch lässt sich natürlich streiten. Für mich ist die Konsole eine Investition in die Zukunft. Nicht für Rechen-Power, sondern für angenehm verkürzte Stunden unterwegs. Ich kann alleine im Flieger zocken und habe sogar die Möglichkeit, mit meiner Begleitung gemeinsam zu spielen. Das blieb mir bisher auf 3DS und Vita mit nur einem Gerät meist verwehrt. Kurzum: Ich bin verliebt.

Dementsprechend freue ich mich, meinen neuen Begleiter mit mir durch die Weltgeschichte zu tragen. Es ist spannend, nicht zu wissen, wo ich den Endbildschirm von The Legend of Zelda: Breath of the Wild sehen werde. Ist es auf der Couch, in der U-Bahn auf dem Weg ins Büro oder vielleicht im Flugzeug über Schweden? Die Switch passt sich meinem Tagesablauf an, egal wo ich gerade bin. Das macht sie für mich zu einem neuen, unverzichtbaren Gadget, obwohl ich von Anfang an zu den größten Kritikern gehörte.

Hut ab, Nintendo. Du hast mich zurück.

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