Test - Nintendo Labo : Der neue Geniestreich von Nintendo im Langzeit-Test

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Bauen, spielen, entdecken! Dafür steht Nintendo Labo. Eine Woche lang habe ich gefaltet, gespielt und getüftelt und hatte auch ganz ohne Kind einen Riesenspaß. Vor allem ein Aspekt von Nintendos neuartigem Konzept hat mich in seinen Bann gezogen, doch vorläufig bereiten mir ein paar Kleinigkeiten im Umgang mit den Bausätzen Sorgen. Das sind meine Eindrücke.

Eine Woche nach der Veröffentlichung in Japan und den USA ist Nintendo Labo auch bei uns in Europa erhältlich. In der letzten Woche habe ich für eines der langweiligsten Materialien der Welt eine wahre Leidenschaft entwickelt: Pappe. Dabei habe ich erfahren: Bei Labo geht es nicht um ein Videospiel, es geht um spielerische Erlebnisse, interessant verpacktes Lernen und Eigeninitiative. Warum Labo das Nintendo-typischste Produkt seit Jahren ist, sollen euch meine folgenden Eindrücke vermitteln.

Tag 1: Das Motorrad: erster Versuch

Weil das Motorrad das einzige Modell ist, das ich vor einigen Wochen während des Nintendo Labo Workshops in Hamburg noch nicht ausprobieren konnte, habe ich die rot bedruckten Pappbögen als Erstes aus dem großen Karton genommen. Laut Software werden für den Zusammenbau 90 bis 150 Minuten benötigt. Dass der Wert eher an jüngeren Bastlern gemessen wurde, ist mir klar, als ich nach 80 Minuten den fertigen Lenker zwischen meine Schenkel klemme, ohne mich beeilt zu haben.

Richtig gut: Das in der Bildschirmanleitung gezeigte Modell kann beliebig gedreht und gewendet werden. Auch Zooms sind möglich, um Unklarheiten beim Zusammenbau auszuräumen. Im Grunde handelt es sich um ein Video mit Textkommentar, das allerdings nur weiterläuft, wenn ich den Bildschirm berühre. Merke ich, dass irgendetwas nicht aussieht wie abgebildet, spule ich einfach zurück, um den Fehler zu erkennen. Das Tempo gibt also der Bastler vor.

Die Perforierung der Pappbögen ist übrigens fantastisch. Alle Einzelteile lösen sich schon durch leichten Druck. Damit sich dabei eine Schicht von der Oberfläche ablöst oder reißt, müsste man sich schon sehr ungeschickt anstellen.

Das Motorradspiel selbst ist ziemlich simpel. In diesem Bereich ist die Magie von Labo sicherlich nicht zu finden. Wenn ich den rechten Griff des Lenkers drehe, fährt das Bike los. Ein Gummiband sorgt für Widerstand beim Zug. Bei der Angel wiederum lässt ein einfacher Pappstreifen darin auf ähnlich simpel gelöste Weise die Rute knattern, wenn ich einen Fisch an Land ziehe. Es sind solche Details, die die Labo-Bausätze zu etwas Besonderem machen.

Nachdem ich ein paar Runden in Mario-Kart-ähnlicher Manier gefahren bin, wird mir in kurzweiligen Chats, die wie WhatsApp-Nachrichten aufgebaut sind, mehr von der Funktionsweise erklärt und was sich noch so alles mit dem Motorrad anstellen lässt. Wenig davon überrascht mich persönlich, aber aus der Sicht eines Kindes stelle ich mir die Informationen zu den technischen Hintergründen extrem spannend vor.

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