Test - Prey : Kaufbefehl!

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Mit dem Ur-Prey aus dem Jahre 2006 hat das aktuelle Prey nichts mehr zu tun. Vielleicht noch so viel, dass schon damals Aliens eine Rolle spielten. Das war es dann aber auch schon. Selbst vom Shooter-Genre ist Prey mindestens so weit entfernt wie die Raumstation Talos-1, der Ort des Geschehens, von der Erde.

Obwohl euch zu Spielbeginn noch vermittelt wird, dass ihr in einem hübschen Appartement wohnt und per Helikopter zur Arbeit chauffiert werdet, werdet ihr schon sehr bald in die harte Realität geworfen. Die sieht so aus, dass ihr eine Art Versuchskaninchen seid, das auf der Raumstation Talos-1 lebt. Diese wurde zu allem Überfluss von Aliens überrannt. Einen entspannten Weltraumtrip könnt ihr also gleich wieder vergessen. So schnappt ihr euch einige Habseligkeiten, steckt die Rohrzange ein, die neben der Leiche vor eurer „Wohnungstür“ liegt, und versucht herauszufinden, was hier überhaupt los ist.

Ein seltsamer Anrufer

Kurz darauf erhaltet ihr einen seltsamen Anruf von einer Person, die euch helfen will. Ob ihr dieser Person trauen könnt oder ob sie euch tiefer in den Sog aus Problemen ziehen wird, werdet ihr im Verlauf des Spiels feststellen. Wie das Spiel verläuft, welches Ende ihr zu sehen bekommt und vieles mehr liegt allein an euch. Prey gibt euch zwar immer ein wenig die Richtung vor, lässt euch aber alle Freiheiten, die ihr euch wünscht. Oder vielleicht auch nicht, denn auf dem Silbertablett präsentiert euch Prey nichts, weder Waffen noch Munition noch die Lösung einer Aufgabe.

Ein Genre-Mix der besonderen Art - Video-Review zu Prey
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Schon nach wenigen Spielminuten merkt ihr, dass ihr eure Umgebung sehr frei erkunden dürft. Euer Pech, wenn ihr dabei in ein Alien rennt, das ihr mit weniger Neugier nie kennengelernt hättet. Unfair ist Prey jedoch zu keiner Zeit, da es grundsätzlich Lösungswege gibt, auf die ihr bei aufmerksamem Umschauen und Lesen der teils versteckten Informationen stoßen könnt. Das Erkunden ist ein wichtiger Faktor in Prey. Hier steht ein Rechner, auf dem ungelesene E-Mails auf ihren Adressaten warten. Doch wo ist bloß das Passwort, um auf den Rechner zugreifen zu können? Oder habt ihr gar den Hacking-Skill erlernt und benötigt so was gar nicht mehr?

An anderer Stelle findet ihr eine Videodatei, die euch vielleicht Aufschluss darüber gibt, warum in dem Raum, in dem ihr euch befindet, alle gestorben sind. Aber wie sollt ihr sie abrufen, wenn der Hauptrechner kein Signal liefert? Dies sind Kleinigkeiten, die ihr links liegen lassen könnt. Dann jedoch werdet ihr so manche Nebenaufgabe und viel von der Story des Spiels verpassen. Vielleicht entgeht euch so sogar die Schrotflinte, für die ihr schon seit Stunden die Munition im Inventar herumtragt. Dort sammeln sich im Spielverlauf noch viele weitere Dinge an, denn in nahezu jedem Schrank, in jedem Mülleimer und selbst in den Überresten der Aliens, die ihr beseitigt, warten Gegenstände auf euch.

Ab in den Recycler

Nur wenige von ihnen könnt ihr direkt verwerten, wie etwa Medipacks oder Munition. Die meisten gelten als Schrott. Der jedoch hat einen immensen Wert, denn werft ihr ihn in einen Recycler, erhaltet ihr Rohstoffe. Habt ihr auf euren Streifzügen durch die Raumstation Baupläne gefunden, lassen sich so wunderbare Gegenstände herstellen. Nicht nur Medipacks und Munition, sondern gleich ganze Waffen und sogar Neuromods. Neuromods sind heiß begehrt, denn durch sie erhaltet ihr neue Fähigkeiten.

Diese sind in unterschiedliche Skilltrees unterteilt. Während ihr zu Beginn zum Beispiel Fähigkeiten aus dem Bereich Medizin und Technik erlernen könnt, dürft ihr euch im späteren Spielverlauf sogar Alientechniken aneignen. So lernt ihr zu Beginn eher Fertigkeiten, die euch das Überleben und Erkunden auf der Talos-1 erleichtern. Mit den entsprechenden Fähigkeiten lassen sich beispielsweise schwere Kisten beiseiterücken, hinter denen sich hin und wieder Wege verbergen, oder Geschütze reparieren, die euch beim Kampf gegen Aliens unterstützen.

Der Kampf gegen die unterschiedlichsten Aliens gestaltet sich recht schwer. Selbst die kleinste Gegnerart, die Mimics, schickt euch nach wenigen Treffern ins Jenseits. Schnelle Reaktionen sind also vonnöten, denn gerade die Mimics sind nicht sofort als Gegner zu erkennen. Sie können sich in Gegenstände verwandeln, die zur Umgebung passen. So kann es immer mal passieren, dass das Handtuch, das im Waschraum liegt, in Wirklichkeit eine Mimic ist und euch wie aus dem Nichts attackiert. Bei diesen Anfangsgegnern bleibt es aber nicht, denn sehr bald trefft ihr auf Phantome, fehlgeleitete Maschinen und sogar Menschen, die von den Aliens übernommen wurden und euch an die Wäsche wollen.

Von der Rohrzange bis zur Gloo Gun

Ihr setzt euch mit der Rohrzange, Pistolen, Schrotflinte und anderen Waffen zur Wehr. Viele von ihnen findet ihr nur, wenn ihr euch genau umschaut. Vor die Füße gelegt bekommt ihr sie nicht. Mit Ausnahme der Gloo Gun, über die ihr sehr früh stolpert. Diese Waffe ist so praktisch, wie sie ungewöhnlich ist. Zwar lassen sich mit ihr keine Gegner besiegen, aber zumindest aufhalten könnt ihr alle Arten von Feinden. Die Gloo Gun verschießt nämlich eine Art schnell härtenden Bauschaum, der eure Feinde schachmatt setzt. Zudem könnt ihr auf diese Weise Stellen passieren, aus denen zum Beispiel brennendes Gas strömt. Einfach ein gezielter Schuss auf das Leck, schon ist das Rohr geflickt.

Sogar Treppen lassen sich mithilfe der Gloo Gun bauen. Ihr platziert einige Schaumhaufen an einer Wand und - schwups - erreicht ihr über sie eine höher gelegene Etage. Diese Waffe zeigt wieder, wie offen die Spielwelt ist und wie wenig ihr in euren Bewegungen eingeschränkt werdet. Immer wieder erhaltet ihr Aufgaben, für die ihr noch Nebenschritte lösen könnt, aber eben nicht müsst. Selbst die Art, wie ihr Gegner besiegt, ist euch vollkommen freigestellt. Legt ihr sie erst mit der Gloo Gun lahm und erledigt sie dann mit schnellen Rohrzangenhieben? Oder zückt ihr einfach die Schrotflinte und fackelt nicht lang?

  • Prey - Screenshots - Bild 1
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Selbst unterschiedlichste Granaten findet ihr im Spielverlauf. Mit ihnen lassen sich Maschinen lahmlegen, kleine Bereiche wegsprengen oder Gegner ablenken. Wollt ihr ein Alien mal gar nicht besiegen, so müsst ihr das auch nicht. Fast immer bietet sich eine Möglichkeit, an ihm vorbeizuschleichen. Diese vollkommene Freiheit könnte jedoch manchen Spieler überfordern, Casual Gamer, die nur selten spielen, seien an dieser Stelle gewarnt. Erwartet ihr ein Spiel, in dem ihr durch schlauchartige Level von A nach B geleitet werdet, seid ihr in Prey an der falschen Adresse.

Mit der Zeit wird zwar eure Ausrüstung besser, das Spiel ist jedoch so nett, euch dann stärkere Aliens vor die Nase zu setzen. Somit werdet ihr von Beginn an auf Gegner treffen, die selbst auf niedrigen Schwierigkeitsgraden ordentlich Schaden austeilen. Schon auf der normalen Schwierigkeitsstufe solltet ihr euch angewöhnen, oft zu speichern, um bei einem Bildschirmtod nicht zu weit im Spiel zurückgeworfen zu werden. Speichern könnt ihr auf dem PC übrigens jederzeit, wahlweise als Schnellspeicherstand oder als ganz normales Savegame.

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