Test - Pro Evolution Soccer : Pro Evolution Soccer

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'Pro Evolution Soccer' ist endlich erhältlich und einer der Titel, der die Verkäufe der PlayStation 2 ankurbeln könnte. Immerhin ist Konamis neuestes Werk der direkte Nachfolger des PSone-Klassikers 'ISS Pro Evolution 2', den in Bezug auf Spielbarkeit bisher kein vergleichbares Produkt übertreffen konnte. Die bisher offene Frage war, ob Konami sich wieder selbst schlagen konnte. Erstaunlicherweise funktionierte es auch dieses Mal, wie ihr hier erfahren könnt.

Pro Evolution Soccer
Konamis Referenz-Fussball-Simulation ist endlich im Handel.

Komm spiel mit mir
Die 'Evolution'-Reihe zeichnet sich bekanntermassen durch seine einzigartige Spielbarkeit aus, bei der bisher jedes Konkurrenz-Produkt seinen Meister finden musste. Bei dem PS2-Debut der 'Evolution'-Reihe hätte daher prinzipiell eine Portierung in Sachen Gameplay schon gereicht. Im groben Rahmen ist die Steuerung auch tatsächlich identisch mit der PSone-Version, was den Einstieg für Kenner erleichtern sollte. Die Jungs von KCTE haben es geschafft, die Spielbarkeit weiter zu verbessern, indem sie die Vorteile der analogen Steuerung ausnutzten. Aus diesem Grund werden auch eingefleischte Fans nicht sofort Tore und Siege feiern können, sondern ist ebenfalls zunächst intensives Training angesagt.

Zunächst fällt auf, dass der Doppelpass verändert wurde. Es ist nicht mehr so einfach möglich, den Gegner damit auszuhebeln. Der Grund dafür liegt in der Ausführung. Ihr müsst jetzt L1 und X drücken um einen Pass zu schlagen. Während der auf dem Weg ist, müsst ihr Dreieck betätigen, damit der Ball auch wieder zum ursprünglichen Spieler zurückgeht. Ansonsten war's das mit dem Doppel-Pass. Er ist schwieriger auszuführen und benötigt eine längere Zeitspanne, so dass reines Doppel-Pass-Spiel der Vergangenheit angehört. Alle Angaben beziehen sich übrigens auf die Standard-Steuerung, denn wie gehabt dürft ihr die Tasten frei belegen, sofern ihr das möchtet.

Neu ist auch die intensive Nutzung der rechten Analog-Taste R3. Mit dieser könnt ihr flache Pässe zum Mitspieler schlagen und das ohne Powerleiste, wie bei der Pass-Taste. Zur Erinnerung: bei Pässen, Flanken und Schüssen steuert ihr die Stärke eines Schusses durch die Dauer des Drückens der Taste - je länger, desto intensiver die Aktion. Bei dem rechten Stick fällt die Powerleiste weg und ihr könnt einen Ball flink, gezielt zu einem besser positionierten Spieler passen, ohne die Pille annehmen zu müssen. Diese Option ist beispielsweise sehr praktisch, um die flachen Bälle in den Rücken der Abwehr zu spielen, damit ein anderer Mitspieler sofort abziehen kann.

Damit eröffnen sich im Spiel ungeahnte Freiheiten in Bezug auf das Kurzpassspiel: Kurzpässe, lange Pässe, Todespässe, Schnellpässe (R3), Doppelpässe und der hohe Laufpass - ihr müsst nur noch kombinieren. Das Flanken steht dem in nichts nach. So dürft ihr vier Arten von Flanken schlagen und ebenfalls variieren. Ein Druck auf Kreis ergibt eine hohe Flanke. Zweimaliges, schnell kombiniertes Drücken ergibt eine mittelhohe Flanke und dreifaches Drücken einen niedrige Flanke. Damit sind auch flache Hereingaben in den Strafraum überhaupt kein Problem mehr und glaubt mir, diese sind wesentlich praktischer, als der vielfach angepriesene Todespass, da dieser meist von den Gegnern abgefangen wird.

Pro Evolution Soccer
Die Anzahl der Spielmodi ist eher gering.

Die grosse Auswahl an Spielmöglichkeiten macht auch beim Dribbling nicht halt. Auch hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Ihr dürft normal laufen, ganz schnell oder mittelschnell. Es stehen euch zwei verschiedene Arten von Übersteigern zur Verfügung, um den Gegner zu irritieren. Aber elegante Einzelaktionen sind nicht möglich, da Kunststücke wie der Ausfallschritt oder der Hackentrick nicht dabei sind. Dafür gibt es aber einen kleinen Hüpfer via Druck auf die R3-Taste, mit dem man Tacklings verhindern kann.

Letztlich seid ihr schon fast gezwungen ein schön anzuschauendes Passspiel, egal ob kurz, lang, hoch oder flach, aufzuziehen, da die Gegner euch nicht sehr lange mit dem Ball allein lassen. In 'Pro Evolution Soccer' habt ihr die Möglichkeit jederzeit beliebig zu kombinieren - noch mehr als in der Vorgänger-Version - was den Spiespass deutlich erhöht, jedenfalls sobald ihr die ersten Übungsstunden hinter euch habt.

Geh strategisch vor
Überlegtes Spielen ist daher angesagt, was durch weitere Aspekte verstärkt wird. Die angesprochene Künstliche Intelligenz ist so stark, das es wirklich schwierig ist, ein paar Sekunden mit einem Spieler im Ballbesitz zu bleiben. Ihr Positionsspiel ist ausgezeichnet und jeder noch so ungenau getimte Pass wird abgefangen. Im Gegensatz zu 'TIF 2002' oder 'FIFA 2002' ist aber nachvollziehbar, wieso der Pass abgefangen wurde und die Ursache ist nicht in der mangelnden Steuerung zu suchen.

Pro Evolution Soccer
Auch Kenner sollten zunächst einmal trainieren.

Somit sind Torraumszenen auch seltener und spannender, als bei den Konkurrenztiteln. Ihr müsst überlegen, welche Art von Zuspiel angesagt ist, die Position eurer Mitspieler und Gegenspieler genau im Auge haben und dann noch rechtzeitig passen. Sehr häufig werden die Dinger abgeblockt oder prallen ab, weil irgendein Spieler in die Schusslinie gelaufen ist. Wenn der Ball aber einmal gefährlich in den Strafraum kommt, gibt es nur noch zwei Probleme. Der Torwart, der absolut fantastisch animiert wurde und unglaublich gutes Stellungsspiel aufweist, sowie euch als Spieler. Bei Schüssen aufs Tor ist nämlich Gefühl gefragt. Einfaches Drauflosdrücken auf die Taste führt eher zum Abschuss von Flugzeugen, als zum Torerfolg. Nur wer in jeder Situation die Ruhe bewahrt, der wird später vorne mitspielen. Und so wird jeder Torerfolg ein Genuss und es kommt wahre Freude auf. Es wird selten ein Tor, dem vorangegangenen ähneln - zumindest fiel mir das nicht auf. Die Möglichkeit aus grosser Distanz zu Erfolg zu kommen ist übrigens ebenfalls gewährleistet, jedoch nicht so übertrieben häufig, wie bei anderen Titeln.

Darüber hinaus beinhaltet 'Pro Evolution Soccer' weiterhin die Möglichkeit, im Spiel verschiedene Taktiken und Spielweisen bequem per Tastendruck zu ändern. Über die R2-Taste und Viereck kann beispielsweise weiter nach vorne getrieben werden oder mit Viereck noch intensiver in die Abwehr verschoben werden. Mit der L2-Taste kann die Spielweise gewechselt werden, die ihr frei einstellen dürft. Da dürft ihr vier Tasten mit solchen Dingen wie Pressing, Konter oder Flankenläufe belegen und das vor jedem Spiel individuell dem Gegner anpassen. So könnt ihr auch in dieser Hinsicht völlig offen eure Spielweise dem Geschehen anpassen, auch wenn wahrscheinlich nur richtige Dauerzocker hiervon Gebrauch machen werden.

 

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