Test - RACE - The WTCC-Game : RACE - The WTCC-Game

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Möchte man im Genre der Rennsimulation überleben, kommt man als Entwickler kaum um teure Lizenzen herum und bevor überhaupt eine Zeile Code programmiert wurde, landen erst einmal viele Millionen bei den steifen Krawattenträgern der FIA oder anderer Gesellschaften. Inmitten des undurchschaubaren Lizenz-Dschungels gibt es aber immer wieder interessante Serien, die bisher kaum versoftet wurden und gegenüber schnellen F1- und DTM-Wagen für Abwechslung sorgen. Genau hier bewegen sich Ligen wie zum Beispiel die leider eingestellte V8-Star oder die sehr beliebte WTCC-Meisterschaft. Letztere diente den ’GTR’-Machern nun als Vorlage für ihren neuesten Streich, dem wir im Rahmen unseres ausführlichen Tests unter die Haube schauen.

WTCC

Die Simbin-Entwickler sind besonders durch ihre ’GTR’-Reihe bekannt geworden und ließen mit ’GT Legends’ Hobby-Rennfahrer in die Cockpits klassischer und sehr kultiger Rennboliden steigen. Gegenüber den sehr starken FIA-GT-Fahrzeugen macht man mit der WTCC-Reihe nun einen Rückschritt in Sachen Leistung und konzentriert sich auf wesentlich langsamere und seriennahe Rennwagen. Was ’GTR’-Fans die Nase rümpfen lässt, offenbart sich jedoch nach den ersten Runden als eine ziemlich gelungene Idee.

Die rund 280 PS starken Renner fahren auf der Geraden zwar nicht schneller als ein gut motorisierter und elektronisch abgeriegelter Serienwagen, der bei 250 Sachen mit dem Temporausch Schluss macht, dafür liefert man sich mit den flotten Heck- und Fronttrieblern harte Duelle, bei denen um jeden Zentimeter Asphalt gekämpft wird. Den Gruppe-N-Beschränkungen ist es zudem zu verdanken, dass man hier entweder mit Front- oder Hecktrieblern über die Strecke peitscht, was je nach Fahrzeug einen deutlich anderen Fahrstil voraussetzt.

Profisimulation für Einsteiger?

Genau wie die bisherigen Spiele von Simbin ist auch ’Race – The WTCC-Game’ ein reinrassiger Rennsimulator, der die Fahrphysik akkurat umsetzt und sich eher an erfahrene Spieler richtet, die bereits mit Racern dieser Art Erfahrung haben. Dennoch ist es dank der relativ schwachbrüstigen WTCC-Serie gelungen, eine exzellente Möglichkeit für Einsteiger zu schaffen, die sich schon immer mal hinters Steuer setzten wollten, aber komplexe Sims bisher gescheut haben. Anders als bei den meisten konkurrierenden Simulatoren hat man das Handling nämlich nach wenigen Runden drauf, was trotzdem grundsätzliche Kenntnisse der Fahrphysik und des Verhaltens von Front- sowie Hecktrieblern erfordert. Schließlich bewegt man sich stets in dem schmalen Grenzbereich der Fahrzeuge, in dem sich auch die Gameswelt-Fahrgemeinschaft täglich auf dem morgendlichen Weg ins Büro wiederfindet.

Wer sich als Anfänger an das Steuer der Rennboliden setzt, lernt sehr schnell die Eigenarten der Wagen und weiß auch bei Abflügen ins Kiesbett, welchen Fehler er begangen hat. Das liegt nicht zuletzt an der exzellenten Umsetzung der Fahrphysik. Auch wenn die Fahrzeuge nur ein virtuelles Ebenbild ihrer Vorlage sind, kann man diese sehr gut fühlen und man merkt, wenn der Wagen zum Untersteuern neigt oder wenn das Heck herumkommt. Besonders in Regenrennen fällt es auf, wie eigenwillig sich ein Rennwagen ohne ABS, Traktionskontrolle und andere elektronische Helfer auf nasser Fahrbahn bewegt und wie schnell er den Piloten gegen die nächste Leitplanke jagt. Kurioserweise haben hier tatsächlich die Spieler einen Vorteil, welche selbst ohne ABS und Co. in alten Krücken durch die Gegend kurven. Hier gilt es, den fahrbaren Untersatz vor Kurven abzubremsen und mit eingeschlagenen Rädern durch die Kurven zu rollen, während die Vorderachse leicht nach außen drängt. Die im Spiel vorhandenen BMWs machen es hingegen genau umgekehrt und schieben das Heck herum, was etwas Übung erfordert, ’GTR’-Spielern aber vertraut vorkommt.

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