Test - Rallisport Challenge : Rallisport Challenge

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Rallisport Challenge
Mit 140 km/h durch die afrikanische Steppe.

Ebenfalls nicht ganz realistisch sind die spektakulären Crashs ausgefallen, bei denen sich das Fahrzeug in der Luft wild um die eigene Achse dreht und meist auf der Seite oder auf dem Dach zum Stillstand kommt. Per Knopfdruck lasst ihr den Wagen zwar wieder auf die Strasse befördern, das kostet aber alles wertvolle Sekunden. Ausserdem nimmt das Fahrzeug durch solche Crashs oder wenn ihr in feste Randbegrenzungen wie Mauern oder Felswände knallt deutlich sichtbar Schaden. Auswirkungen auf das Fahrverhalten liessen sich aber nicht ausmachen, es dürfte sich also bei einem zerknautschtem Heck oder zerbrochenen Scheiben mehr um einen visuellen Gag handeln. Kein Gag ist hingegen die überzeugende KI der gegnerischen Fahrer, die euch auf den schmalen Pfaden schon mal fies den Weg versperren und in sich Kurven auch vor einem Zusammenstoss nicht fürchten. Allerdings kämpft ihr in 'Rallisport Challenge' insgesamt mehr gegen die Zeit und mit dem unebenen Boden. Letzterer wurde ebenfalls gut umgesetzt - ihr bemerkt sofort einen Unterschied, wenn ihr von schlammigem Boden auf eine asphaltierte Strasse kommt und rutscht auf verschneiten Wegen oder sandigen Pfaden klar mehr als auf trockenen Landstrassen. Bei Regen wird dieser Rutscheffekt sogar noch verstärkt - mit etwas Übung solltet ihr aber auch hier wenig Probleme mit dem Handling des Wagens haben.

Wichtig ist auch der Überblick über das Spielgeschehen, wofür verschiedene, frei wählbare Perspektiven zur Verfügung stehen. In den Optionen könnt ihr selbst entscheiden, welche Ansichten während des Rennens wählbar sind. Standardmässig findet sich à la 'Ridge Racer' eine Ego-Sicht direkt über dem Boden, eine nahe Aussensicht hinter dem Wagen und eine deutlich entferntere Perspektive, welche den besten Überblick gewährleistet. Am besten kommt das Rennfeeling aber rüber, wenn ihr in die Egosicht schaltet. Rallye-Fans werden allerdings eine Cockpit-Perspektive schmerzlich vermissen. Ebenfalls ein wenig schade ist, dass die Ansicht automatisch von der Innensicht nach Aussen schaltet, wenn sich das Fahrzeug überschlägt.

Rallisport Challenge
Crashs sind an der Tagesordnung.

Beeindruckende Optik
Neben dem schnell zu erlernenden Gameplay bietet 'Rallisport Challenge' aber noch ein weiteres Element, das einem sofort auffällt und zum Spielen animiert: die hervorragende Grafik. Allein schon die Fahrzeuge sehen sehr hübsch aus und können es mit den Karossen aus 'Gran Turismo 3' aufnehmen. Im Bereich Spiegelungen gelingt dies aber nicht, da sich nur die weite Umgebung wie Berghänge im Lack spiegeln und das auch nicht so ganz überzeugend. Fahrt ihr zum Beispiel direkt an ein Werbeschild, spiegelt sich dieses nicht im Fahrzeug, sondern die Hügel die eigentlich gar nicht zu sehen sein dürften. Trotzdem sieht dieser Spiegeleffekt insgesamt vor allem in den Replays gut aus. Noch besser als die Wagen kann allerdings die Umgebung gefallen, die mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde. Ständig fahrt ihr an optischen Schmankerln vorbei, die für Abwechslung beim Fahren sorgen: Am Strassenrand stehen winkende Zuschauer, in der afrikanischen Steppe rennen Tiere in der Ferne vorbei, ihr fahrt über idyllisch aussehende Brücken und an Häusern vorbei und auch diverse Werbebanden dürfen nicht fehlen. Fahrt ihr in so eine hinein, bremst sie euch nicht etwa auf Null ab wie eine Mauer, sondern wird weggeschleudert.

Rallisport Challenge
Ach, wie kitschig!

Viele solche hübschen Landschaftsdetails nehmt ihr aber erst bewusst wahr, wenn ihr den Wagen mal anhaltet. Dan seht ihr zum Beispiel animierte Seeoberflächen oder leicht im Wind schwankende Bäume. Trotz all dieser Details und Partikel- und Lichteffekte und der beeindruckenden Fernsicht bleibt das Spielgeschehen stets schnell und flüssig. Die Staubwolken und Dreckspritzer hätten hingegen ruhig noch etwas stärker ausfallen dürfen und auch die Verschmutzung des Fahrzeugs ist im Vergleich zu echten Rallyes viel zu harmlos. Ebenfalls wenig spektakulär sieht der Regen aus, der bloss aus geraden, weissen Strichen besteht und weder am Boden noch auf der Kameralinse oder dem Autodach irgendwelche Spuren hinterlässt. Kein Grund zur Kritik gibt die PAL-Anpassung, die (wie bei allen uns vorliegenden Xbox-PAL-Spielen) mit dem kompletten Fehlen von hässlichen Balken für Freude sorgt.

Ebenfalls gut gelungen ist der Sound, der mit rockiger Musik und kernigen Motorgeräuschen aufwarten kann. Wem dies noch nicht reicht, der speichert einfach seine Lieblings-Tracks aus seiner CD-Sammlung auf der Festplatte und importiert sie ins Spiel. Auch die deutsche Sprachausgabe des hilfreichen Beifahrers kann überzeugen, da sie klar verständlich und rechtzeitig Hindernisse und Kurven vorhersagt.

 

Fazit

von David Stöckli
Mit 'Rallisport Challenge' ist Digital Illusions ein Rennspiel geglückt, das viel Spass macht. Auch Anfänger des Rallye-Genres finden sich sofort zurecht und schlittern nach einigen Runden bereits zielsicher durch die Rennen. Auch der Umfang in punkto Turniere, Strecken und Fahrzeuge lässt keine Wünsche offen und auch der Multiplayer-Modus sorgt für spannende Racing-Stunden. Rallye-Experten hingegen dürften aufgrund des recht einfachen Handlings und der schlichten Tuning-Möglichkeiten die Nase rümpfen, doch auch sie sollten diesen Titel unbedingt einmal probespielen - allein schon wegen der exzellenten Grafik.  

Wertung

  • Xbox
    87
    %

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