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Special - Rare History - Teil 1 : Eine Legende entsteht

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    Wer mit den Nintendo-Konsolen der 8- bis 64-Bit-Generation aufgewachsen ist, bekommt bei der Erwähnung eines Namens auch heute noch einen feuchten Schlüpper: Rare. Wie kaum ein anderes Studio standen die Briten für Qualität, Originalität und Beständigkeit. Leider ist vom einstigen Glanz heute kaum noch etwas übrig geblieben. Ein Grund mehr, uns die ruhmreiche Vergangenheit einmal genauer anzuschauen.

    Rare-History - Teil 1 - Die Geschichte des Kult-Studios
    Rare hat in seinen Glanzzeiten einen Hit nach dem anderen veröffentlicht. Doch es gab auch dunklere Zeiten. Unsere vierteilige History beleuchtet die komplette Geschichte der legendären Videospiel-Schmiede.

    Ultimativer Beginn

    Knight Lore
    Knight Lore

    Die Ursprünge von Rare liegen bei Ultimate Play the Game, einem Studio, das 1982 von den Brüdern Tim und Chris Stamper gegründet wurde. Die Firma entwickelte Spiele für Heimcomputer wie Sinclair ZX Spectrum, BBC Micro und Commodore 64. Dazu gehörten Klassiker wie Jetpac, Sabre Wulf und Knight Lore. Schon damals zeichnete man sich durch durch technische Innovationen aus. So war Knight Lore mit seiner Filmation-Technik ein Vorreiter für isometrische Grafiken, wie sie später in diversen Rare-Titeln, als auch in Spielen wie Solstice, Equinox und Landstalker auftauchten.

    Wizards & Warriors
    Wizards & Warriors

    Aus Ultimate ging 1985 Rare hervor, das eigentlich nur als Unterlabel für zukünftige Veröffentlichungen geplant war. Den Stampers gelang es, einen Deal mit Nintendo einzufädeln, die damals noch sehr verschlossen gegenüber westlichen Studios waren und bis dato sämtliche Software ausschließlich in Japan entwickeln ließen. Das erste Spiel für den Konzern war Slalom, das für Nintendos Arcade-Automaten und später das NES erschien. Das Spiel selbst war relativ unspektakulär, hatte aber ein spaßiges Tricksystem und zeigte, dass Rare die Hardware der Konsole auf Anhieb gut im Griff hatte. Schon das nächste Spiel für das NES war ein echter Klassiker: Wizards & Warriors.

    Der Plattformer orientierte sich lose an der Excalibur-Legende und rührte so ziemlich jedes Fantasy-Klischee zu einem schmackhaften Eintopf zusammen. Auf den ersten Blick ein simples Hack'n'Slay, hatte Wizards & Warriors durch seine Adventure- und Rollenspielanleihen durchaus Tiefgang. Der von „Dungeons & Dragons“ inspirierte Titel beeinflusste seinerseits viele Entwickler und zog diverse Fortsetzungen nach sich.

    8-Bit-Eskapaden

    R.C. Pro-Am
    R.C. Pro-Am

    Mit R.C. Pro-Am legte Rare 1988 einen der Grundsteine des Fun-Racer-Genres. Man lenkte ferngesteuerte Autos über isometrische Strecken und sammelte dabei verschiedene Items wie Waffen oder Leistungsverbessungen auf. Auch wenn das Spiel keinen Mehrspieler-Modus hatte: Ob direkt – wie bei Rock'n'Roll Racing – oder indirekt, der Einfluss des Spiels ist noch heute spürbar. Ein Mario Kart oder Wipeout hätte es ohne die Pionierarbeit von Rare vielleicht nicht gegeben. Mit Cobra Triangle erschien 1989 ein Spiel, das Elemente von R.C. Pro Am mit einem Shooter kreuzte und euch statt Autos Motorbote steuern ließ.

    Snake Rattle'n'Roll
    Snake Rattle'n'Roll

    Rare entwickelte an die 40 Spiele für das NES. Trotz dieser stolzen Summe waren viele davon überdurchschnittlich gut und sind auch heute noch ein Begriff. Zudem zeigte sich Rare sehr experimentierfreudig und tummelte sich in sämtlichen Genres. Ob Sporttitel, Jump'n'Runs oder Geschicklichkeitsklassiker wie Marble Madness und Snake Rattle'n'Roll. Für Rare gab es keine Grenzen. Snake Rattle'n'Roll bezieht sich natürlich auf den Song „Shake Rattle'n'Roll“, der unter anderem von Bill Haley and the Comets interpretiert wurde. Die namensgebenden Schlangen mussten in elf Abschnitten sogenannte "Nibbley Pibbleys" futtern, die dafür sorgten, dass die Reptilien wuchsen und schwerer wurden. Denn um weiterzukommen, mussten sich Rattle und Roll am Ende jedes Levels wiegen lassen. Feindkontakt, Stürze und Stacheln führten dazu, dass die Tiere wieder schrumpften. Snake Rattle'n'Roll bestach durch Charme, den schnellen Spielablauf und technische Klasse. Den Entwicklern gelang es, aus Nintendos 8-Bit-Kasten ungeahnte Qualitäten herauszukitzeln.

    Battletoads
    Battletoads

    1991 forderte Rare die damals immens populären Teenage Mutant Ninja Turtles heraus und schickte mit den Battletoads seine eigenen Amphibien ins Rennen. Das Spiel um die Kröten Ratz, Zitz und Pimple bestach durch ein abwechslungsreiches Level-Design bei dem sich Beat'em-up-, Geschicklichkeits- und Jump'n'Run-Abschnitte abwechselten, sowie einer guten Portion Humor. Bei verschiedenen Spezialattacken konnten sich die Gliedmaßen der Protagonisten grotesk verformen, auch bei den Animationen zeigte Rare ein feines Gespür für Komik. Man merkte, dass der Titel spät im Lebenszyklus des NES erschien und sich daher grafisch am oberen Limit bewegte. Doch es ist der saftige, oft unfaire Schwierigkeitsgrad, für den das Spiel am Nachhaltigsten bekannt und berüchtigt ist. Es folgten verschiedene Fort- und Umsetzungen für Konsolen und Handhelds, darunter das Crossover Battletoads & Double Dragon. Seit 1994 ist die Reihe leider im Videospiel-Limbo.

    Rare legte dann aber erst richtig los. Mit welchen Spielen, seht ihr in Teil zwei unserer Rare-History.

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