Test - Resident Evil 3 : Resident Evil 3

  • PC
Von Kommentieren

Resident Evil 3
Nemesis mutiert von Zeit zu Zeit zu gewaltigeren Geschöpfen.

Entscheidungsfreiheit
Es kommt immer wieder in bestimmten Situationen darauf an, eine richtige Entscheidung zu treffen. Tritt so ein Augenblick ein, werden euch zwei Möglichkeiten eingeblendet, wie ihr nun fortfahren wollt. Meistens erscheinen diese Entscheidungsaufforderungen dann, wenn ihr euch in einer äußersten Bedrohung befindet, die natürlich von Nemesis ausgeht. Daraus lässt sich natürlich schließen, dass ihr euch mit eurer Wahl möglichst beeilen solltet, da ihr ein bestimmtes Zeitlimit habt, bevor euch der Nemesis erreicht hat und euch zu Hackfleisch verarbeitet. Mit diesen Entscheidungen ändert ihr den Fortgang des Geschehens, also solltet ihr ein großes Augenmerk auf eure Entscheidungen legen.


Warum den einfachen Weg gehen, wenn es auch schwieriger geht?
Auch in 'Resident Evil Nemesis' habt ihr die Möglichkeit zwischen zwei Schwierigkeitsgraden zu wählen. Diese unterscheiden sich vor allem durch euer anfängliches Aufgebot an Munition, Waffen und dergleichen. Zieht ihr im leichten Modus noch mit einem Maschinengewehr und zahlreichen Heilsprays in den Kampf, so habt ihr im schweren Modus gerade einmal fünfzehn Schuss mit der einfachen Pistole. Außerdem werdet ihr beim leichteren Weg noch weitere Waffen in den Kisten finden können, wie zum Beispiel die Magnum, ein weiteres Maschinengewehr oder die Schrotflinte.

Die Kisten sollten aus den anderen Teilen der Reihe bekannt sein. Ganz gleich, in welche der über das ganze Spiel verstreuten Kisten man auch immer seine Gegenstände platziert, man kann sie aus jeder beliebigen anderen Truhe wieder herausnehmen. Dies ist von Vorteil, da ihr im leichten Modus bloß zehn Dinge mit euch führen könnt, im schweren Modus sind es gerade einmal acht. Darum solltet ihr auch immer aufpassen, was ihr mit euch führt, denn wenn ihr plötzlich unerwartet vor einem Boss steht und euer Inventar mit der einfachen Pistole, ein paar Schlüsseln und ein bisschen Pulver zugekleistert habt, ohne eines der schwereren Geschütze mit euch zu führen, werdet ihr schnell ein paar Probleme haben und euch fragen, wo ihr zuletzt gespeichert habt.


Resident Evil 3
Der Nemesis in all seiner Grafikpracht.

Puls: 180
'Resident Evil' wäre nicht 'Resident Evil' ohne seine berühmten Schockeffekte. Könnt ihr euch noch an die eine Szene aus 'Resident Evil 2' erinnern, wo der 'Licker' durch die Glaswand des Verhörzimmers gesprungen kam? Solche Szenen sind in 'Resident Evil Nemesis' leider etwas rar geraten. Es kommt zwar des öfteren vor, dass plötzlich irgendwo Zombies oder gar der Nemesis durch die Tür oder die Wand gebrochen kommen, aber dieses richtige Horrorgefühl - welches meiner Meinung nach nur der zweite Teil hatte - fehlt auf gewisse Art und Weise. Dafür treiben die Stellen, in denen sich der Nemesis in eurer Nähe aufhält, euren Adrenalinspiegel in die Höhe. Durch die vorher erwähnten dumpfen Bassschläge kommt eine unheimliche düstere Stimmung zustande, die einem das Fürchten und Bangen lehren wird.


Altbekannte Einschränkungen
Als Kenner der englischen Originalversion hat es mir einen Schock versetzt, als ich das erste Mal einen Zombie um die Ecke gebracht habe. Ich hatte schon erwartet, dass kein rotes Blut aus den Körpern der Untoten strömen wird. Stattdessen ist die Farbe der Körperflüssigkeiten eine Mischung aus ungefähr 85% grau und 15% grün, was sehr unschön wirkt. Als dann der Zombie am Boden lag, hat er auf einmal zu Flackern begonnen und sich aufgelöst. Dies wird für alle, die schon mal die US-Version eines der 'Resident Evil'-Titel gespielt haben, eine herbe Enttäuschung sein. Ich persönlich denke, das 'Resident Evil' ohne die nötige Gewaltdarstellung nicht das perfekte Horrorgefühl herüberbringen kann, auch wenn die Gewalt eher Nebensache ist. Jeder, dessen Englischkenntnisse nicht allzu schlecht sind, sollte sich auf jeden Fall die englische Version zulegen.

Falls ihr doch die deutsche Version habt, solltet ich euch bei den zahlreichen Dialogen, die geführt werden, eher auf das Gesprochene konzentrieren, auch wenn es in Englisch ist, da dadurch die Atmosphäre noch mal um einiges besser wird.


Resident Evil 3
Das Minispiel 'The Mercenaries' ist von Anfang an spielbar.

Minigames und sonstige Goodies
Ein weiterer Unterschied zur PSone Fassung ist, dass das Minispiel 'The Mercenaries' bereits von Anfang an anwählbar ist. Ebenso ist es mit den insgesamt sieben verschieden weiteren Outfits des Charakters, die halbwegs abwechslungsreich gestaltet sind. In der PSone Variante musste man diese netten Nebeneffekte erst einmal freispielen, bevor man sie benutzen konnte. Zusätzlich zu dem Spiel könnt ihr noch die sogenannten Talisman-Kapseln installieren. Das sind drei verschiedene Figuren (Jill, Nemesis, Zombie), die auf dem Desktop erscheinen, sobald sie aktiviert sind und eurem Mauszeiger überall hin folgen werden. Das ist allerdings nur ein Goodie für wirkliche Fans der Serie.

 

Fazit

von Seventh Solid
Fans der Serie werden mit 'Resident Evil Nemesis' voll auf ihre Kosten kommen, da es in vielerlei Hinsicht Vorteile gegenüber seinen Vorgängern hat. Mich hat zum Beispiel vor allem der Endkampf fasziniert, da dieser wirklich mal etwas anderes ist, als man es von den Prequels her gewohnt ist. Die gute Story leidet allerdings ein wenig, da es im Grunde genommen nur darum geht, aus Racoon City zu flüchten. Was es genaueres mit dem Nemesis auf sich hat, erfahrt ihr leider auch nicht, obwohl gerade das interessant wäre. Grafisch hat sich nicht viel verändert, die Hintergründe sind nach wie vor gerendert und nicht in 3D, sowie es bei 'Code: Veronica' für die Dreamcast der Fall ist. Der Sound ist wieder mal einmalig gelungen und sorgt für eine wunderbare Atmosphäre und den ein oder anderen Schockeffekt, der einem das Herz in die Hose rutschen lässt. Dennoch kann dem Spiel kein Award gegönnt werden, da es wieder einmal "nur" so eine PC Variante eines Top-PSone-Hits ist und deswegen so manche Schwächen aufweist.  

Wertung

  • PC
    82
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel