Test - Rocksmith : Die Groupies können kommen

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Der Weg zum Gitarrengott

Wer nicht so auf Eigeninitiative steht und lieber mehr Orientierung möchte, folgt am besten der Karriere. Stetig wechselnd zwischen virtuellem Proberaum und verschiedenen Auftrittsorten zeigt ihr, was ihr könnt, und sammelt so konstant Erfahrungspunkte. Auf diese Weise schaltet ihr zudem reichlich Zusatzmaterial frei, was motiviert und hervorragend zur kompetitiven Zockermentalität passt. Mit der Zeit sammelt ihr so nicht nur zusätzliche Musikstücke, sondern auch Instrumente und Equipment, mit dem ihr euren Sound nach Belieben verändert. Ausprobieren könnt ihr das Ganze im Verstärkermodus, in dem ihr völlig zwanglos fröhlich vor euch hin klimpern und mit dem freigespielten Equipment experimentieren dürft.

Ihr könnt in diesem Modus natürlich auch Lieder üben, wenn ihr wollt, aber empfehlenswerter ist es, diese gleich im Karrieremodus zu spielen, da sich der Schwierigkeitsgrad dynamisch an euch anpasst. Vereinfacht gesagt heißt das: Einsteiger bekommen nur ganz wenige Töne angezeigt, die sie während des Liedes spielen müssen. Schafft ihr das, kommen nach und nach mehr Töne hinzu, bis ihr am Ende den kompletten Gitarrenteil eines Musikstücks genauso wie im Original spielen könnt. Andersherum geht es auch: Erkennt Rocksmith, dass ihr an bestimmten Stellen noch Schwierigkeiten habt, wird diese Stelle für euch vereinfacht, bis ihr es hinbekommt.

Ist euch das alles zu trocken, gibt es noch viele Minispiele, die ihr ebenfalls während der Karriere freischaltet. In der sogenannten Guitarcade übt ihr das Gitarrespielen beispielsweise beim Entenschießen, indem ihr rechtzeitig den richtigen Ton spielt. Oder ihr müsst euch à la Simon Says eine immer länger werdende Tonfolge merken, um Bomben zu entschärfen. Die Minispiele sind durchgehend originell und helfen Einsteigern vor allem dann, wenn die Motivation im Rocksmith-Hauptteil nachzulassen droht.

Farben und Töne

Woran seht ihr aber, welchen Ton ihr wo genau auf der Gitarre findet und wann genau ihr ihn spielen müsst? Anhand einer Art Laufband, das wie in Guitar Hero in eure Richtung läuft. Am Ende dieses Laufbands sind die eingefärbten Saiten einer Gitarre zu sehen. Kommt nun ein kleines Symbol auf dem Laufband auf euch zu, müsst ihr den Ton dann anschlagen, wenn er die Saiten am unteren Bildschirmrand erreicht. An der Farbe dieses Tonsymbols erkennt ihr, welche Saite ihr spielen müsst, an der Position auf dem Laufband, wo genau auf der jeweiligen Saite ihr den Ton greifen müsst.

Ein einfaches und schnell verstandenes Prinzip, das allerdings im Laufe des Spiels komplexer wird. Denn mit jeder neuen Spieltechnik kommen auch neue Symbole hinzu und auch Akkorde (also mehrere Töne, die ihr gleichzeitig spielen müsst), wollen akkurat dargestellt werden. Zusätzlich müssen irgendwo auf dem Bildschirm noch Korrekturhinweise und Ähnliches Platz finden. Das alles möglichst übersichtlich auf dem begrenzten Bildschirmplatz unterzubringen, gelang den Entwicklern nicht in jedem Detail. So sind insbesondere die Texthinweise „unter“ dem Laufband in der Praxis kaum wahrnehmbar und wirken durch die Überfrachtung eher störend. Spielt man zu zweit im geteilten Bildschirm, geht die Übersicht trotz abgespeckter Bildschirmelemente gerne mal komplett flöten.

Mit viel Übung ist aber das Wichtigste, nämlich das Erkennen der zu spielenden Töne, auch im Mehrspielerteil und den fortgeschrittenen Kapiteln zumindest immer im Bereich des Machbaren. Übrigens: Wer ganze Lieder auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad meistert, dem wird gar nichts mehr angezeigt. Auswendig spielen ist angesagt – wie im echten Musiker-Leben.

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