Test - Rune : Rune

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Rune
Ein Zombie - bevor ich ihn bearbeitet hab.

Die Monsterhorden sind zum Anfang des Spiels meist Zombies, die man durch einen normalen Schlag nur für kurze Zeit auf den Boden befördern kann. Um den lästigen Weggesellen endgültig ins digitale Nirwana zu befördern, muss man den Zombie stilgerecht köpfen. Das ist aber für den normalen Spieler und dem noch jungen Ragnar anfangs nicht ganz so leicht. Daraus resultiert nach einigen Levels auch eine etwas eintönige 'Sprung und Schlag'-Technik, die aber mit besseren Waffen und mehr Erfahrung in Fleisch und Blut übergeht. Trotzdem kann man im allgemeinen negativ anmerken, dass 'Rune' zuwenig Gegner enthält. Einmal von der Anzahl der verschiedenen Arten, aber auch von der Gesamtzahl in den jeweiligen Levels. Allerdings muss man hierbei auch erwähnen, dass die Gegner zum Ende des Spiels sehr herausfordernd werden und den Spieler bei Unvorsichtigkeit mit wenigen Schlägen zum nächsten Reload zwingen können.

Auch hätte für den einen oder anderen ambitionierten Spieler das Kampfmodel mehrschichtiger sein können. Allein eine alternative Schlagart hätte hier schon einiges an Spielspass ausmachen können. So artet alles, besonders im Deathmatch in eine sehr 'Angriffstasten-abnutzende' Spielart aus. Doch das mag ja einem gewissen Spielerpublikum auch gefallen.

Als besonderes Gimmick haben die Programmierer von den Human Head Studios eine Art 'Gewalt-O-meter' eingebaut, das bei guten Treffern stetig etwas ansteigt. Wenn dieser Balken ganz voll ist, bekommt Ragnar rote Augen und ist quasi im Blutrausch. Darin kann er unglaublich hart und präzise zuschlagen. Wobei man anmerken muss, dass dieser Blutrausch auch auf den normalen Spieler vor dem Bildschirm Einfluss nimmt - Mann möchte nämlich dann gar nicht mehr aufhören. Das Blut wird übrigens in meiner vorliegender deutschen Version gut, aber nicht übertrieben dargestellt. Allerdings kann man nach einigen Gefechten schon anfangen, die Blutflecken auf Ragnars Arm und seinen Waffen zu zählen. Falls man mit diesen recht blutigen und mehr oder weniger gewaltverherrlichenden Teilen des Spiels nicht zurechtkommt, kann man in den Optionen den 'Gore'-Level runterschrauben oder auch ganz abschalten.

Rune
Die Apocalypse.

Es gibt im Grunde genommen drei verschiedene Waffengruppen. Dazu gehören jeweils unterschiedliche Schwerter, Äxte und Streitkolben. Jede Waffe bekommt mit der 'Runenenergie', die man vereinzelt in den Levels finden kann, eine spezielle erweiterte Attacke. Durch diese besonderen Angriffsarten kann man Gegner kurz einfrieren, zu Stein erstarren lassen und einiges mehr.

Im Allgemeinen sind Spiele, die in der dritten Person, dargestellt werden, eher für schlechte Kameraperspektiven bekannt. In 'Rune' wurde das jedoch meines Wissens zum ersten mal Perfekt gelöst. Der Spieler kann einmal zur Not leicht an Ragnar hin- oder wegzoomen oder bei Kollisionen mit einer Wand, beziehungsweise einem Gegenstand, wird Ragnar leicht transparent oder aber die Kamera springt in die geeignete Perspektive.

Rune
Der Blick in die Welt des Grauens.

Im Multiplayer Modus spielt 'Rune' mit seinen Muskeln. Dadurch, dass es für jeden Egoshooter-Freak ungewohnt ist, nur mit Schlagwaffen zu kämpfen, eröffnet 'Rune' viele neue Perspektiven hinsichtlich des gewöhnlichen 'Quake 3'- und 'Unreal Tournament'-Einerlei. Leider sind es aber nicht allzu viele Multiplayer-Maps geworden. Positiv hierbei muss man anmerken, dass die Human Head Studios zwei Tage nach der Veröffentlichung des Spiels ein Mappack mit zwei ganz frischen und offiziellen Deathmatch Maps veröffentlicht haben. Apropos 'Deathmatch': Leider gibt es keine anderen Spielarten, wie 'Capture the Flag' und Co. Hierbei können wir wohl nur hoffen, dass sich eine starke Fan-Comunity bildet, die es in Kürze schafft, die passenden Modifikationen zu veröffentlichen. Dank der weitverbreiteten 'Unreal Tournament'-Engine dürfte dies auch nicht allzu lange dauern.

Die Qualität des Sounds lässt im Normalfall keine besonderen Wünsche offen. Die Musik berieselt einen immer in der passenden Atmosphäre des Levels und die Sounds passen zu ihren jeweiligen Aktionen. Nur Liebhaber der 3D-Sound-Features sollten hier auf den nächsten Patch warten. Scheinbar haben nämlich einige mit der 3D-Hardware der Soundblaster Live!, aber auch mit dem EAX-Support Probleme. Diese Option kann aber im Setup kinderleicht ausgeschalten werden. Für die englische Version gibt es übrigens schon einen Patch auf Version 1.01 - die Besitzer der deutschen Version können sich darauf freuen, dass der Patch bei dieser schon enthalten ist.

Fazit

von lordkiller
Die Human Head Studios haben mit 'Rune' nicht nur ein grafisches Meisterwerk, sondern auch ein neues Genre aus dem Boden gestampft. Leider wurde bei der detailverliebten Arbeit am visuellen Aspekt des Spiels das Gameplay und der Spielspass im allgemeinen etwas vernachlässigt. Ich bin mir sicher, dass 'Rune' mit etwas mehr Entwicklungs-Zeit in der Spielschmiede das Zeug zu einem gamesweb.com Award gehabt hätte. Da die Human Head Studios aber mit diesem Spiel dennoch einen hochkarätigen Einstand feiern, können wir noch einiges von ihnen erwarten.  

Wertung

  • PC
    78
    %

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