Test - Sakura Wars: So Long, My Love : Liebestolle Mech-Schlachten

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Gebt es zu, darauf habt ihr all die Jahre gewartet: auf ein Spiel, in dem ihr mit Frauen flirtet und gemeinsam in mechanischen Kampfanzügen gegen das Böse kämpft. Die Kultserie Sakura Wars erscheint endlich nach 15 Jahren (!) in Europa und Amerika. Da stellt sich rasch die Frage: Ist So Long, My Love ein hierzulande zu Unrecht verschmähter Klassiker oder einfach zu japanisch für die westliche Welt?

Kulturschock

Sakura Wars ist eine der beliebtesten und erfolgreichsten Spielserien aller Zeiten - in Japan. Obwohl der erste Teil bereits 1996 für Sega Saturn erschien, wurden weder dieser noch eine der drei Fortsetzungen jemals ins Englische übersetzt. Selbst auf So Long, My Love mussten wir fünf Jahre lang warten, denn so alt ist das nahezu identische PlayStation-2-Original. Ein Blick auf das Spielkonzept zeigt, warum die Suche nach einem hiesigen Publisher dermaßen lange dauerte: Sakura Wars ist halb Mech-Strategiespiel, halb Dating-Simulation.

Wir schreiben das Jahr 1928 und befinden uns in einer Parallelwelt voller Steampunk-Einflüsse. Ihr seid Shinjiro Taiga, ein mickriger Leutnant aus Japan, der nach Amerika reist und dort Mitglied der Star Division wird. Es dauert nicht lange, bis Shinjiro unfreiwillig zum Anführer einer maximal sechs Mann starken Kampfeinheit aufsteigt, welche die Großstadt New York vor allerlei dunklen Mächten beschützt. Wobei "Mann" das falsche Wort ist, denn mit Ausnahme von Shinjiro selbst besteht die gesamte Truppe aus jungen Frauen.

Konversationstrainer

Die meiste Zeit über klickt ihr euch von Bild zu Bild oder besser gesagt von Gesprächspartnerin zu Gesprächspartnerin und stellt euch Dutzenden von Multiple-Choice-Fragen. Der Clou ist das harsche Zeitlimit, dank dessen ihr eure Antwort in der Regel in wenigen Sekunden wählen müsst. Seid ihr zu langsam, dann sagt ihr im schlimmsten Falle gar nichts.

Euer Verhalten bestimmt zugleich euer Verhältnis zu den Frauen. Ihr müsst euch auch merken, was ihr alles von euch gebt, denn widersprüchliche Antworten führen schnell zu Skepsis und Misstrauen. Auf der anderen Seite erhaltet ihr immer wieder mal die Gelegenheit, einer der Damen eine Gefälligkeit zu erweisen und somit Pluspunkte zu sammeln. Der Tonfall der Dialoge schwankt zwischen freundschaftlichem Plaudern, zaghaftem Flirten und neckischem Gehabe.

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