Test - Sennheiser GSP 600 : High-End-Gaming-Headset im Test

  • PC
  • PS4
  • One
  • Mob
Von Kommentieren

Sennheiser tummelt sich schon eine ganze Weile erfolgreich im Gaming-Bereich. Headsets wie PC 373D, Game One und Zero oder die GSP-300-Reihe haben einen guten Ruf. Mit dem 249 Euro teuren GSP 600 ist nun ein weiteres High-End-Headset auf den Markt gekommen, das anspruchsvolle Spieler mit sattem Sound, klarem Mikrofonklang und viel Komfort überzeugen will. Doch ist der teure Brüllbügel auch seinen Preis wert und kann er mit der Konkurrenz mithalten?

Wer knapp 250 Tacken für einen Kopfhörer mit Mikrofon aus dem Sparschwein zerrt, der will natürlich Qualität. Ein Anspruch, den das Sennheiser GSP 600 bereits auf den ersten Blick erfüllen kann. Das recht wuchtige und mit 395 Gramm nicht gerade leichte Headset ist nicht dafür designt, es beim Joggen über die Lauscher zu stülpen. Das gute Stück ist für den Einsatz daheim oder besser gesagt vor PC und Konsole gedacht. Dazu passen auch die langen Kabel: ein 2,5 Meter langes PC-Kabel mit zwei Klinkensteckern sowie ein 1,5 Meter langes Kabel mit einem Klinkenstecker für den Einsatz an Konsole oder mobilem Gerät. Beide übrigens vorbildlich mit weicher Textilummantelung.

Das wuchtige, aber ansprechende Design profitiert von seiner überwiegend mattschwarzen Farbgebung, die mit silbernen und dunkelroten Zierelementen aufgehübscht wird. Die Verarbeitung macht einen überaus robusten Eindruck, auch an den Gelenken und Scharnieren, die dafür sorgen, dass die Ohrmuscheln um bis zu etwa 45 Grad gedreht werden können – ein wichtiger Aspekt für den Tragekomfort. Das recht hohe Gewicht wird durch eine breite und gut gepolsterte Auflagefläche des Kopfbands hervorragend abgefangen. Clever: Sennheiser hat einen eigens entwickelten Schiebemechanismus am Kopfband integriert, mit dem der seitliche Anpressdruck reguliert werden kann.

Die Ohrpolster selbst sind sehr dick sowie mit Kunstleder umhüllt und verfügen über weiche, wildlederähnliche Auflageflächen, sodass man nicht unangenehm ins Schwitzen kommt. Die ohrförmigen Aussparungen sind auch für größere Lauscher bestens geeignet. Mechanismus und Polsterung gewährleisten, dass das GSP 600 auch bei mehrstündigen Sitzungen weder zu schwer noch unbequem wird. Während unseres Tests von Kingdom Come: Deliverance hatten wir die Brüller teils fünf oder mehr Stunden auf dem Schädel, bekamen aber auch mit Brille nie Probleme mit dem Tragekomfort.

Hinsichtlich der Bedienelemente gibt sich das GSP 600 sparsam und beschränkt sich auf das Nötigste. Ein Teil der rechten Ohrmuschel ist drehbar und dient als Lautstärkeregler, wobei der Widerstand erfreulicherweise hoch genug ist, dass man die Lautstärke nicht schon bei leisester Berührung verstellt. Das Mikrofon verfügt über einen Flip-to-mute-Mechanismus, das heißt, es wird beim Hochklappen des Mikrofonarms ausgeschaltet. Hier hätten wir uns einen spürbaren Arretierungspunkt gewünscht, da der Mikrofonarm insgesamt doch etwas zu leichtgängig ist. Aber wenn man es weiß und darauf achtet, geht das in Ordnung.

Bleiben wir gleich beim Mikrofon, denn damit kann das GSP 600 glänzen. Während das Mikrofon selbst bei teureren Gaming-Headsets oft ein Schwachpunkt ist, geht Sennheiser keine Kompromisse ein. Das Mikrofon liefert glasklare, verzerrungsfreie Sprachübertragung bei angemessener Filterung von Umgebungsgeräuschen. In ruhigeren Räumen ist das Mikrofon durchaus für Sprachaufnahmen geeignet. Dafür spricht auch der ungewöhnlich große Frequenzbereich von 10 bis 18.000 Hz.

Beim Klang zeigt das GSP 600 seine wahre Klasse. Die Speaker liefern einen Frequenzgang von 10 bis 30.000 Hz bei 28 Ohm Impedanz, deutlich mehr als die sonst üblichen 20 bis 20.000 Hz. Entsprechend überzeugt das Headset mit wuchtigen Bässen, druckvollen Mitten und glasklaren Höhen, ohne dass irgendein Bereich unangenehm überpräsent wirkt. Gerade Gaming und Filme oder Videos profitieren vom sehr ausgewogenen Klangbild, aber auch Musikhören ist ein wahrer Ohrenschmaus.

Schon der Stereoklang via Onboard-Sound ist ausgezeichnet. Wer zudem eine interne oder externe Soundkarte hat oder Dolby Atmos anwirft, kann sich über ein prachtvoll breites Klangbild mit sehr guter Richtungswahrnehmung freuen. Open-World-Titel wie Kingdom Come, The Division oder Assassin's Creed: Origins waren beim Test ebenso ein Genuss wie verschiedene Filme oder Musikgenres. Klanglich gehört das GSP 600 zweifelsohne zur Referenzklasse im Bereich der Gaming-Headsets. Es müssen schon Kaliber wie das MMX300 von beyerdynamic oder ähnliche Brocken anrollen, um da mithalten zu können.

Greift zu, wenn...

… ihr bereit seid, für ein vielseitig einsetzbares und bequemes Stereoheadset mit tollem Klang und starkem Mikrofon etwas tiefer in die Tasche zu greifen.

Spart es euch, wenn...

… euch knapp 250 Euro für ein Headset schlicht und einfach zu viel sind und euch preiswertere, aber klanglich schwächere Brüllbügel voll und ganz ausreichen.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Gaming-Headset der Referenzklasse

249 Euro sind nicht gerade wenig Geld, dafür bekommt ihr beim Sennheiser GSP 600 aber einiges geboten. Die Weiterentwicklung des ohnehin schon guten Game Zero wischt den Großteil der Konkurrenz im selben Preissegment mal eben ganz dezent aus den Regalen und kann in jeder Beziehung punkten. Zwar ist das Headset kein Fliegengewicht, doch dank großer Auflageflächen, bequemer Ohrpolster und des cleveren Verstellmechanismus werden die knapp 400 Gramm nie zur Last. Stattdessen wird ein beeindruckender Tragekomfort auch bei langen Spielsitzungen geboten.

Bei unserem Test zu Kingdom Come: Deliverance war das GSP 600 quasi im mehrstündigen Dauerbetrieb und nie hatten wir das Verlangen, das Headset absetzen zu müssen. Die Verarbeitung wird dem nicht gerade geringen Preis voll und ganz gerecht, lediglich einen spürbaren Einrastpunkt für das Flip-to-mute-Mikrofon hätten wir uns gewünscht. Die Aufnahme- und Übertragungsqualität des Mikrofons lässt ebenfalls keine Wünsche offen und hebt das GSP 600 deutlich von anderen Wettbewerbern ab.

Klanglich ist das GSP 600 nahezu konkurrenzlos, da kann im Grunde nur beyerdynamic mithalten. Die Bässe sind kräftig, die Höhen kristallklar und die Mitten haben ordentlich Druck, ohne dass ein Frequenzbereich überpräsent wirkt. Auch die klangliche Breite und die Richtungsortung zeigen keine Schwächen, erst recht, wenn ihr eine gute Soundkarte im Rechner habt oder zumindest Dolby Atmos anwerft. Hinzu kommt die Vielseitigkeit an allen Plattformen dank Klinkenanschluss.

Wer bereit ist, viel Geld für ein richtig gutes Stereo-Gaming-Headset auszugeben, macht mit dem GSP 600 absolut nichts falsch.

Überblick

Pro

  • breiter, kraftvoller und ausgewogener Klang mit wuchtigen Bässen und klaren Höhen
  • starker Frequenzbereich
  • insgesamt tolles Klangbild
  • überaus robuste und hochwertige Verarbeitung
  • schöne Farbkonstellation
  • cleverer Verstellmechanismus für den Anpressdruck
  • enorm bequem trotz des recht hohen Gewichts
  • simple, aber effektive Bedienung
  • richtig gutes Mikrofon
  • gutes Noise Cancelling

Contra

  • spürbarer Einrastpunkt für das Klappmikrofon wäre schön gewesen

Awards

  • Hardware Tipp

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel