Test - SOCOM: U.S. Navy Seals : SOCOM: U.S. Navy Seals

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SOCOM: U.S. Navy Seals
Auch detaillierte Karten der Einsatzgebiete stehen zur Verfügung.

Zusatzhardware mit Sinn
Ein ganz besonderes Schmankerl ist für 'SOCOM: U.S. Navy SEALs'-Käufer zweifelsohne das beiliegende USB-Headset, der Verständigung im Multiplayer-Modus dient und auch für Einzelkämpfer ein nützliches Utensil ist. Nicht nur, dass durch die, sofern das Headset angeschlossen ist, nur über selbiges hörbaren Funksprüche eurer Kameraden und Hinweise der Einsatzleitung die dichte Atmosphäre des Spiels gefördert wird, nein, ihr dürft natürlich auch selber zu Wort kommen.

Sobald ihr während des Spielens die Kreistaste gedrückt haltet friert das Geschehen sofort ein und euer Mikrofon wird aktiviert. Nun könnt ihr mittels vorgegebener Befehlsketten dafür sorgen, dass sowohl euer Partner als auch das Bravo-Team genau das tun, was ihr wollt. Neben einfachen Anweisungen wie dem Folgen oder dem Bewachen von bestimmten Zonen könnt ihr eure Mitstreiter sogar dazu Anweisen, Räume unter Einsatz von Granaten zu stürmen oder einen Hinterhalt auszuführen. Für Schüchterne und solche, deren Aussprache dem Spiel zu undeutlich ist, gibt es aber auch selbstverständlich die Möglichkeit, alle diese Anweisungen über das Befehlsmenü auszuwählen.

Komplizierter Agentenalltag und fragwürdige Gegenspieler
Eines, was schon bei den zahlreichen Anweisungen in der ersten Mission auffällt, ist die Komplexität des Spiels, die sich vor allem auch in der Steuerung bemerkbar macht. So ist kein einziger Knopf des Controllers unbelegt und selbst die Klickpunkte der beiden Analog-Sticks sind mit Funktionen belegt worden. Dass hier daher recht viel Zeit erforderlich ist, bis nervige Falscheingaben der Vergangenheit angehören und jeder Knopfdruck perfekt sitzt, dürfte klar sein und so manchen Revolverhelden schnell abschrecken. Besonders in hitzigen Gefechten zeigt sich bei ’SOCOM: U.S. Navy SEALs’ schnell, wer einen kühlen Kopf bewahren kann.

Etwas, an das man sich hingegen nur schwer gewöhnen kann, ist die künstliche Intelligenz der Terroristen im Spiel. Während ihr manchmal nämlich durchaus intelligente und logische Handlungen zu Gesicht bekommt und euch anstrengen müsst, nicht zum Kanonenfutter zu werden, ist meist eher das Gegenteil der Fall. Nur selten vollbringen die Terroristen es beispielsweise, in Deckung zu gehen, wenn sie unter Beschuss sind, und auch das Zusammenspiel eurer Widersacher lässt meist zu wünschen übrig. Richtig schlimm wird es aber dann, wenn ein herumstehender Wachmann seelenruhig dabei zusieht, wie sein Kamerad direkt neben ihm langsam zu Boden geht und ausblutet. Manchmal kommt es auch vor, dass ein böser Bube gar vor Angst erstarrt, wenn ihr vor ihm auftaucht. Anders lässt es sich jedenfalls kaum erklären, dass dieser auf keine Weise auf euch reagiert und erst nach einigen langen Sekunden das Feuer zu eröffnen versucht, sofern er dazu noch Gelegenheit hat.

SOCOM: U.S. Navy Seals
Praktisch: Der Bogen zeigt die Flugbahn der Granate.

Online gegen den Terror
Das wohl größte Feature von ’SOCOM: U.S. Navy SEALs’ ist die Möglichkeit, online gegen bis zu 15 menschliche Mitspieler anzutreten, um so ganz nebenbei auch der schwachen KI des Spiels aus dem Weg zu gehen. Anders als bei Microsofts Online-Dienst muss bei Sony dafür glücklicherweise keine Gebühr entrichtet werden und so könnt ihr sofort loslegen, nachdem ihr eure PS2 mit einem separat erhältlichen Netzwerkadapter ausgestattet und diesen konfiguriert habt.

Insgesamt stehen onlinefreudigen Spielern dabei drei verschiedene Spielmodi zur Auswahl. ’Unterdrückung’ ist ein simples Team-Deathmatch, macht es euch also lediglich zum Ziel, alle Mitglieder des gegnerischen Teams auszuschalten. ’Zerstörung’ und ’Evakuierung’ sind hingegen schon anspruchsvoller und fordern vor allem auch mehr Teamwork. Bei Ersterem besitzt jedes Team eine Art Stützpunkt, der bewacht werden muss, während etwa im Zentrum der Karte eine Bombe zu finden ist. Ziel ist es nun für beide Teams, an die Bombe zu kommen und damit den Stützpunkt des gegnerischen Teams in die Luft zu sprengen. Wer hier alleine loszieht und versucht, den guten alten John Rambo zu imitieren, tut seinem Team also keinen Gefallen und würde beispielsweise lieber für die Sicherheit des Bombenträgers garantieren. Ebenso bei ’Evakuierung’, wo einige Geiseln im Mittelpunkt des Geschehens stehen, welche die SEALs befreien müssen, während die Terroristen eben dies verhindern sollen.

Auf insgesamt zehn verschiedenen Karten, die den verschiedenen Umgebungsvarianten aus dem Einzelspielerspiel entsprechen und allesamt wenig Grund zur Kritik, dafür aber umso mehr Gelegenheit für taktisches Vorgehen bieten, gilt es diese Missionsziele dann zu erreichen. Leider kann jede Karte nur auf eine Art und Weise gespielt werden, so dass schlussendlich vier Karten für ’Zerstörung’ zur Verfügung stehen, während sich die anderen beiden Modi mit jeweils drei begnügen müssen. Das tatsächliche Spielen gestaltet sich online erfreulich problemlos. Neben der Tatsache, dass verschiedene Räume mit Ländernamen dafür sorgen, dass Spieler bestimmter Regionen einfach zusammenfinden und somit sowohl sprachlich als auch verbindungstechnisch keine Probleme aufkommen sollten, weiß vor allem das flüssige Geschehen zu begeistern. Zwar benötigt ihr einen Breitband-Internet-Anschluss, um mitmischen zu dürfen, das verzögerungsfreie Online-Gaming entschädigt dafür aber reichlich.

SOCOM: U.S. Navy Seals
Das Highlight des Spiels: Der Online-Modus.

Leider variiert das Erlebnis von jedem Spiel zum nächsten oft stark, da die eher langsame und realistische Vorgehensweise, welche ’SOCOM: U.S. Navy SEALs’ erfordert, hohe Ansprüche an die Zusammenarbeit eines Teams stellt. Und auch wenn mit dem beiliegenden Headset zumindest keine kommunikativen Schwierigkeiten auftreten sollten, fällt und steht das Gameplay schlicht mit den bis zu 15 Mitspielern, die mit euch ein Spiel bestreiten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass auch online ein einziger Treffer ausreichen kann, um euch für den Rest der Runde zum Zuschauer zu machen.

Triste Texturen und gute Synchronsprecher
Realismus ist auch bei der Grafik des Spiels angesagt, was in recht farb- und abwechslungsarmen Texturen auf der negativen und einen realistischen Look, gelungene Charaktermodelle und sehr flüssige und realitätsnahe Animationen auf der positiven Seite resultiert. Besonders die Animationen eures Protagonisten und seiner Kameraden wissen auf Anhieb zu gefallen. Schade, dass die Terroristen da nicht ganz mithalten können und im Vergleich eher hölzern animiert wirken - mit Ausnahme der gelungenen und teils fast schon zu ausführlichen Todesanimationen. Ansonsten ist ’SOCOM: U.S. Navy SEALs’ grafisch kein wirklich beeindruckender Titel, weiß wiederum aber durch seine flüssige und konstante Framerate zu gefallen, die auch im Online-Mehrspielermodus für flüssiges und gut spielbares Geschehen sorgt.
Beim Sound haben die Schöpfer des Spiels hingegen ganze Arbeit geleistet. Die Schussgeräusche der zahlreichen Waffen, die zur Verfügung stehen, sind extrem realistisch ausgefallen und überzeugen sofort. Glücklicherweise ist auch die deutsche Synchronisation der oft ertönenden Sprachausgabe gut gelungen.

 

Fazit

von Sascha Szopko
Eigentlich hätte ’SOCOM: U.S. Navy SEALs’ ein Top-Titel, wenn nicht sogar die Taktik-Shooter-Referenz für Konsolen, werden können. Vor allem die durchwachsene künstliche Intelligenz, welche beim Spielen immer wieder negativ auffällt, macht diesen Traum aber zunichte. So bleibt ein durchaus gelungener Vertreter des Genres, der zwar ebenfalls einiges an Taktik und Teamwork erfordert, den ungeduldigen Spieler aber nicht mit einer langen Planungsphase vor jedem Einsatz langweilen will, bevor er ihn in eine der zwölf recht umfangreichen Missionen schickt. Highlight des Spiels ist daher ohne Zweifel der gelungene Online-Modus, der euch mittels separat erhältlichem PS2-Netzwerkadapter in die Welt des Online-Gamings entführt, wo ihr zusammen mit vielen anderen Spielern auf jeden Fall einiges an Spaß haben werdet. Besonders im Zusammenspiel mit Freunden, mit denen ihr dank dem beigelegten Headset eure Vorgehensweise besprechen könnt, entfaltet ’SOCOM: U.S. Navy SEALs’ sein ganzes Potenzial.  

Wertung

  • PS2
    80
    %

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