Test - Soldier of Fortune 2: Double Helix : Soldier of Fortune 2: Double Helix

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Soldier of Fortune 2: Double Helix
Eine bleihaltige Autofahrt.
Steuerung und Multiplayer-Modus
Wenig überraschend haben sich die 'Soldier of Fortune 2'-Entwickler bei der Steuerung am Genre-Primus 'Halo' orientiert. Ihr steuert Mullins also mit dem linken Analogstick durch die Levels, während ihr mit dem rechten die Ego-Ansicht justiert und zielt. Die beiden Schultertasten hingegen sind für den primären und sekundären Feuer-Modus der ausgewählten Waffe zuständig, während ihr mit den restlichen Tasten Granaten werft, euch duckt beziehungsweise hinlegt, springt und nachladet. Mit dem Steuerkreuz könnt ihr durch die verfügbaren Waffen schalten und Extras wie das Nachtsichtgerät aktivieren - leider ist diese Funktion auf dem Digi-Kreuz ziemlich hakelig ausgefallen. Auch sonst hinterlässt die wenig konfigurierbare Steuerung einen zwiespältigen Eindruck. Die beiden Analogsticks sind viel zu träge eingestellt und der entsprechende Punkt in der Konfiguration bringt hier kaum Besserung. Außerdem kommt es immer mal wieder vor, dass die Bewegung störrisch wirkt und ihr je nach gerade aktuellem Blickwinkel an Details wie einem Busch oder einer Blutpfütze hängen bleibt.

Ein Lob muss man hingegen für den Multiplayer-Modus aussprechen. Ihr könnt entweder für bis zu 12 Spieler mehrere Xboxen verlinken oder euch per Xbox Live mit Spielern aus aller Welt messen. Leider hat man allerdings auf einen Splitscreen-Modus verzichtet. An Multiplayer-Spielvarianten stehen 'Deathmatch', 'Team-Deathmatch', 'Capture the Flag', 'Elimination', 'Demolition' und 'Infiltration' zur Auswahl. Vor allem online kommt hier dank der unkomplizierten Action schnell Spaß auf, auch wenn die Multiplayer-Levels etwas einfach gestaltet sind.

Soldier of Fortune 2: Double Helix
Ein karges Zufallsgenerator-Level.

Ein interessantes Feature versteckt sich zudem hinter dem Menüpunkt 'Mission-Zufallsgenerator'. Hier könnt ihr verschiedenste Settings einstellen und schon wird euch ein zufallsgenerierter Einzelspieler-Level präsentiert. Leider sind diese Levels allerdings sehr öde und spartanisch ausgefallen - trotzdem ist dieser Modus durchaus unterhaltsam. Praktischerweise lassen sich mit dem Editor auch im Multiplayer-Modus zufallsgenerierte Maps erstellen, die dann ebenfalls per System Link oder Xbox Live genutzt werden können.

Die Technik: kein Volltreffer
Während die Einzelspieler-Kampagne und der Multiplayer-Modus halbwegs überzeugen können, muss in puncto Grafik ein großes 'Pfui' an die Entwickler ausgesprochen werden. Bereits die PC-Version konnte nicht gerade mit vielen Polygonen aufwarten, doch dieses Manko wurde in der Konsolenfassung noch verschlimmert. So trefft ihr auf viereckige Autos, einen Dschungel mit simplen Bitmap-Grasbüscheln und vereinzelten Bäumen und Gegner mit achteckigen Köpfen. Außerdem sind viele der Räume äußerst karg ausgestattet - in einigen findet sich gerade einmal eine Handvoll Kisten. Der Tiefpunkt ist dann die Hubschrauber-Fahrt, in der ihr die meiste Zeit außer dichtem Nebel und einer simplen braunen Bodentextur absolut nichts zu sehen bekommt. Auch sonst sind die schwammigen Texturen deutlich unter dem sonstigen Xbox-Standard, wodurch viel Atmosphäre verloren geht. Glücklicherweise trefft ihr aber auch auf detailliertere Levels wie beispielsweise Hong Kong, in der ihr einen gelungen designten Hafen, ein Wohnquartier und eine Keramikfabrik inklusive zerstörbaren Details besucht. Weitere Negativpunkte bei der Grafik sind wiederum die lachhaft roboterartigen Animationen in den qualitativ schlechten Zwischensequenzen, das Fehlen von Echtzeit-Gesichtsanimationen, die oftmals unrealistischen Sterbebewegungen der Gegner und die unverständlicherweise oft in die Knie gehende Framerate. Einzig einige Effekte wie Explosionen, Regen, Rauch, Patronenhülsen, Einschusslöcher in den Wänden und geskriptete Einstürze von Gebäuden sehen ganz ordentlich aus.

Soldier of Fortune 2: Double Helix
Auch online geht's hart zur Sache.

Sehr unauffällig ist der Sound ausgefallen, dessen Hintergrundmusik nicht der Rede wert ist - dies dachten wohl auch die Entwickler, denn die Musiklautstärke ist standardmäßig auf Null gestellt. Die Soundeffekte wie Explosionen, zersplitterndes Glas, Schrittgeräusche und Schüsse gehen in Ordnung. Allerdings ist es äußerst schade, dass auf eine Dolby Digital Surround-Unterstützung verzichtet wurde. Für die englische Sprachausgabe wurden einige professionelle Sprecher (unter anderem Mark Hamill) engagiert, so dass sich das Ergebnis durchaus hören lassen kann. Deutsche oder englische Untertitel lassen sich hingegen nicht aktivieren.

 

Fazit

von David Stöckli
Auf dem PC war 'Solider of Fortune 2' ein überzeugender, knallharter Action-Shooter, der vor allem durch viel Abwechslung bestach. Diese positiven Punkte wurden immerhin halbwegs passabel auf die Xbox umgesetzt. Wer auf schnelle Ego-Shooter steht und sich nicht an der überzogenen Gewaltdarstellung stört, dürfte auch mit diesem Titel unterhalten werden. Leider verwehren die träge und fehlerhafte Steuerung und vor allem die miese Grafik eine gute Wertung. Die Texturen und die Polygondichte sind schlicht deutlich unter dem, was man auf der Xbox gewohnt ist, zumal das Geschen oftmals ins Ruckeln gerät. Am meisten Spaß kommt in den Online-Gefechten auf, doch auch da gibt es mit 'Unreal Championship' und (außerhalb Deutschlands) mit 'Return to Castle Wolfenstein' überzeugendere Alternativen.  

Wertung

  • Xbox
    68
    %

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