Special - Spielesucht und Schicksale : Wenn Videospiele das Leben bestimmen

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Alex Tag in Krefeld startet meistens gegen 13 Uhr. Aufstehen, flott unter die Dusche und ab zum Imbiss nebenan: Energy-Drinks und Pommes. "Klar ist das nicht gesund, allerdings ist mein Körper scheinbar darauf trainiert!", entfährt es Alex. "Eine Vorbildfunktion nehme ich in Sachen Ernährung aktuell nicht ein!", zum Spielen mit der Tochter geht er immer nach draußen auf Spielplätze – aber auch da "muss ich an weitere Aufgaben meiner Gilde denken". Richtig abschalten kann er nicht. Auf die Frage, ob er süchtig sei, lächelt er verschmitzt. "Klar. Der gesamte Tagesablauf dreht sich darum, wann und wo ich spiele und wann es sich dann lohnt, Einkaufen oder Wäsche waschen zu gehen. Aber wie gesagt, geht es mir aktuell gut damit. Ich sehe ja selbst, dass ich süchtig bin, erkenne das an. Aus dem Gröbsten bin ich raus und mache jetzt Schritt für Schritt weiter!"



Ob er seine "Offline-Freunde" vermisst? "Im Prinzip hat sich mein Sozialleben verschoben", sagt Alex und führt fort: "Online interessiert deine Hintergrundgeschichte nicht. Egal ob du dick, dünn, schwarz oder weiß bist. Alles was wichtig ist, ist was du im Spiel machst. Wie du dich gibst. Ich habe online viele gute Freunde kennengelernt, einige sogar hier aus der Umgebung!" Was sie machen, wenn sie sich offline treffen, wollen wir wissen. Lachend antwortet Alex, dass "wir Videospiele spielen. Dann eben zusammen und vor der Konsole!"

In Deutschland gibt es mittlerweile viele Beratungs- und Hilfestellen, die sich explizit mit dem Thema Videospielsucht beschäftigen. Ob man selbst betroffen ist, kann man – ein wenig naiv – auf der Seite der Universität Mainz herausfinden und gegebenenfalls Ansprechpartner vor Ort finden. Ansonsten bietet die Seite von Klicksafe einen Überblick der Anlaufstellen. Sollte man selbst besorgtes Elternteil sein, kann man in einem ersten Gespräch mit seinem Kind klären, wie die aktuellen Spieleverhältnisse sind. Nur weil ein Kind viele Computer- und Videospielinhalet konsumiert, ist es noch lange nicht süchtig. Oftmals fehlen auch Alternativen, die von den Eltern ausgehen und angeboten werden.

Wirft man einen Blick auf andere Länder, sieht man, dass es beispielsweise in China eigens für Videospielsüchtige eingerichtete "Militär- und Drill-Lager" gibt, in denen die Jugendlichen von Morgens bis Abends arbeiten und eine "kalte Entziehungskur" durchleben. Der Weg aus dem Eskapismus der Videospiele? Die Jugendlichen werden "gebrochen, um neu programmiert" zu werden, sagen Befürworter der radikalen Methoden. Diese kleine Dokumentation beschreibt zwar "Internet-Abhängigkeit“ und keine direkte Spielsucht, zeigt aber einige der Umstände in China auf:



Was man bei allen negativen Punkten nie vergessen darf; Auf jeden, der diese Sucht nach Video- und Computerspielen nicht im Griff hat, kommt eine Vielzahl von Leuten, die Videospiele spielen und tagtäglich konsumieren, ohne dass sie negativen Einfluss auf die sozialen Gewohnheiten des Spielers haben.

Über all die positiven Aspekte von Videospielen werden wir in einem kommenden Special sprechen. Über Fertigkeiten, die man als Organisator eines großen Clans vermittelt bekommt, über Hackordnungen, über konstantes Trainieren von Fertig- und Fähigkeiten. All das wird demnächst von uns thematisiert.

Inwieweit seid ihr selbst bereits mit Spielesucht in Berührung gekommen? Wo fängt sie für euch an? Wie definitiert ihr Spielesucht? Über eure Kommentare würden wir uns sehr freuen.

*Name(n) von der Redaktion geändert.

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