Special - Spieler und Sozialverhalten : Wie ticken Spieler?

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Freunde fürs Leben?

Machen Spiele nun aggressiv? Die einen sagen ja, die anderen nein, und wieder andere behaupten: "ein bisschen, zumindest kurzfristig. Aber alles halb so wild". Was passiert denn, wenn Menschen, die ihre Freizeit in virtuelle Welten verbringen, in der echten Welt unterwegs sind? Tatsächlich nicht viel. Denn wie einige Untersuchungen zeigten, beeinflussen Videospiele nicht das soziale Verhalten. In einer amerikanischen Studie mussten 1500 Jugendliche zum Beispiel an zufällig ausgewählten Tagen ihre Freizeitaktivitäten dokumentieren. Beim auswerten stellte sich heraus, dass es zwischen Spieler und Nicht-Spieler keine Unterschiede gab. Zocken ist halt auch nur ein Hobby.

2007 war die Universität Leipzig auf der damals noch in der gleichnamigen Stadt stattfindenden Games Convention unterwegs. Per Fragebogen quetschten sie 367 Jugendliche nach ihren Spielegewohnheiten aus. Knapp dreiviertel aller befragten gaben an, Online-Spiele gemeinsam mit Freunden zu spielen. Um die 70% schätzten es besonders, dass sie dort neue Leute kennenlernen. Sie würden in Clans und Gilden darüber hinaus eine soziale Stütze finden. Außerdem sind sich viele Spieler im klaren, was die Suchtgefahr ihres Hobbies betrifft. Wo das hinführen kann, haben wir ja vor kurzem beleuchtet.

Und nun?

Wie ticken denn jetzt Spieler? Kann man das überhaupt pauschalisieren? Nein, dafür ist jeder Mensch zu einzigartig. Leute, die gerne vor Bildschirmen hocken um virtuelle Helden, Bösewichte, Autos, Städte oder ganze Welten zu bedienen, sind genauso extrovertiert, schüchtern, verklemmt, selbstbewusst und verschroben, wie jeder andere auch. Sie spielen halt gerne Spiele. Eine Tatsache, die für Außenstehende vielleicht suspekt erscheinen mag. Genauso wie es vor 70 Jahren suspekt war, bewegte Bilder in einem Kasten zu beobachten. Jede Generation hat mit ihren Unterhaltungsphänomenen zu kämpfen.

Für jede Hypothese gibt es die passende Forschung. Wer will, kann sich das Bild nach seinen Wünschen zurecht malen. Das ist durchaus legitim, denn es gibt nicht mehr den/die typische/n Spieler/in. Es wird zwar noch eine Weile dauern, bis diese Tatsache auch der letzte Mensch verstanden hat, aber das wird automatisch passieren, da die heranwachsende Generation einen ganz anderen Zugang zum Unterhaltungsmedium Videospiele hat. In der Zwischenzeit kann zumindest festgehalten werden, dass die bekannten Klischees über Spieler schon lange nicht mehr zutreffen.

 

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