Test - Splashdown : Splashdown

  • PS2
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Splashdown
Was sofort auffällt, ist das atemberaubend gestaltete Wasser.

Auch der Rest der Grafik kann überzeugen. Die Fahrer sind zwar keine Meisterwerke der Modellierungskunst, sind aber durchaus nett anzusehen und bieten sehr gelungene Animationen und gerade so viele Details, wie man sie im Normalfall im Spiel erkennen kann. Die Jet-Boote im Spiel dürften so manches Polygon geschluckt haben und bieten daher zahlreiche Rundungen und Details, wie beispielsweise einen sich bewegenden Lenker und zwei Rückspiegel. Die Umgebungsgrafik variiert von Kurs zu Kurs, auch in der Qualität. So bieten einige Kurse nur haufenweise Bäume, die zwar ausserordentlich gut aussehen, da sie nicht nur aus zwei gekreuzten 2D-Flächen bestehen, aber nicht wirklich eine spannende Rennkulisse bieten. Andere hingegen, wie die Strecken in Tokio, Ägypten oder Brasilien können dagegen mit Dingen wie Pyramiden, Säulen, Häusern, Brücken und mysteriösen Steinbauten um oder gar auf der Strecke begeistern.

Leider nur sehr sehr selten sind richtige Wellen, die über die Strecke fallen. Nur in einigen Kursen finden sich ein oder zwei Stellen, an denen gegen einbrechende Wellen gekämpft werden muss. Obwohl die Höhe der Wellen keineswegs mit der Genrekonkurrenz mithalten kann, bleibt die Grafik auch hier auf gewohnt hohem Niveau. Jede Welle zieht nämlich eine Gischt hinter sich her, wie sie auch hinter den Jet-Booten zu finden ist, und behält die realistische Struktur des restlichen Wassers bei.

Soundtrack mit Blink 182 und Co.
Beim Soundtrack setzen Rainbow Studios wie schon bei 'ATV Offroad' auf lizenzierte Songs. Mit dabei sind auch diesmal fetzige Rocksongs - ob diese gefallen können, hängt natürlich vom Geschmack des Spielers ab. Unter anderem gibt es Lieder von The Dude, Otis, Blink 182, Smash Mouth, Sum 41 und Groovie Ghoulies. Leider ist in der Auswahl der Songs weniger gelungen, dass alle in etwa die selben Klänge bieten. So ist immerhin kein entscheidender Stilbruch bei den zwölf Liedern zu finden, nach einiger Zeit klingen sie aber alle gleich und man findet sich entweder mit ziemlich langweiliger Hintergrundmusik ab oder lässt eigene laufen.

Splashdown
Auch bei Regen wird gefahren.

Die Soundeffekte sind durchaus hörenswert, auch wenn nichts Atemberaubendes geboten wird. Hier gibt es von einbrechenden Wellen über fallenden Regen bis hin zu einigen Sprachsamples der Fahrer alles zu hören, was ins Spiel passt. Allzu wichtig sind die Soundeffekte aber ohnehin nicht, da sie - abgesehen von den Sprachsamples - im Normalfall von der Musik übertönt werden. Die teilweise recht witzigen Sprüche, welche die Fahrer ab und zu von sich geben, passen recht gut ins Spiel, da die Atmosphäre wie in einem Fun-Racer durchgehend locker ist. Die Motor-Klänge der Jet-Boote können auf jeden Fall überzeugen, da vom starken Arbeiten bei Höchstgeschwindigkeit bis hin zum Röcheln bei nicht betätigter Gas-Taste alles realistisch eingefangen wurde.

Schnelle Fahrten über flaches Wasser - Das Gameplay
Einer der grossen Vorwürfe, die sich 'Splashdown' im Vorfeld gefallen lassen musste, war, dass sich die grossen Jet-Boote wie Bügeleisen über die relativ flache Wasseroberfläche zu bewegen schienen. Vor allem im Vergleich zu den kleinen, wendigeren Jet-Skis von 'Wave Race' schien 'Splashdown' ungewohntes Gameplay zu bieten. Diese Anschuldigung ist absolut nicht unbegründet und teilweise auch wahr, und genau aus diesem Grund lassen sich die beiden 'Wave Race'-Spiele auch nicht direkt mit 'Splashdown' vergleichen. Das Handling der beiden Wasser-Gefährte ist einfach zu verschieden.

Mit der nun finalen Version kann man von 'Splashdown' zwar noch immer behaupten, eine gameplaytechnisch (zu) flache Wasseroberfläche zu haben, das Handling zeigt sich aber auf jeden Fall realistisch. Je nachdem, wohin ihr euer Gewicht verlagert, steuert sich das Jet-Boot anders oder taucht gar ins kühle Nass ein. Während den Kurven muss man aufpassen, genug Gewicht nach vorne zu bringen, um eine einigermassen enge Kurve zu schaffen, aber auch nicht soviel, dass man übersteuert. Alles in allem scheint 'Splashdown' das Handling der Sea-Doo Jet-Boote akkurat einzufangen und mit einer Prise Arcade-Gameplay, dass sich vor allem bei den Sprüngen und Stunts zeigt, zu verfeinern. Eine ausgezeichnete Mischung, wie das Spiel eindrucksvoll beweist.

Splashdown
Die beeindruckende Nachtstrecke.

Eine Befürchtung vieler Spieler war, dass sich die Gegner wie schon in 'ATV Offroad' dem eigenen Können anpassen würden und somit eine deutliche Führung unmöglich machen würden. Auch hier kann Entwarnung gegeben werden. Zwar scheinen die Gegner bei einem sehr grossen Rückstand in der Tat einen Gang zurückzuschalten, bei genug fahrerischem Können lässt sich je nach Schwierigkeitsgrad aber problemlos ein Vorsprung von bis zu einer knappen Runde herausfahren. Auch sonst kann die künstliche Intelligenz der Mitstreiter überzeugen. Wenn ihr auf der letzten Geraden gerade durch 'hydroplaning' dem Vordermann bedrohlich nahe kommt, kann es schon passieren, dass dieser im entscheidenden Moment einfach zu euch rüberlenkt, um den Weg zu blockieren und sich seine Position zu sichern. Solche Aktionen sind aber auch der Höhepunkt der Unfairness der Gegner. Zwar ist das Rennen um den ersten Platz auf der schwierigsten Stufe ein wahrer Kampf, zumindest technisch gesehen verhalten sich die Gegner aber nie unfair, fahren perfekte Runden oder haben unverdiente Vorteile. Im Gegenteil, recht oft kann man Gegner beobachten, wie sie bei fehlgeschlagenen Stunt-Versuchen spektakulär vom eigenen Wellenreiter fliegen, um euch freundlich ihre Position zu überlassen.

Was dem Gameplay auf jeden Fall gut tut, sind die zahlreichen Strecken, die 'Splashdown' bietet. Es werden insgesamt 20 Umgebungen geboten, auf denen immer zwei verschiedene Strecken zu fahren sind. Die Strecken für den leichten und mittleren Schwierigkeitsgrad sind dieselben, bei schwer wird eine alternative Version gefahren, bei der zwar die Umgebung dieselbe, die tatsächliche Streckenführung durch verschobene Bojen aber geändert ist. Ausserdem bieten die schweren Ausführungen meist auch eine andere Tageszeit oder Witterung. Während beispielsweise die einfache Version der Everglades-Strecke am Nachmittag bei Regen befahren wird, ist die schwere Version vom Regen befreit und bietet einen schönen Sonnenuntergang. Leider sind einige der Strecken recht unspektakulär ausgefallen. Zwar unterscheiden sich die Umgebungen teilweise sehr deutlich, andere bieten aber immer wieder ähnlich aussehende Strände, Wälder oder Stadien.

Fazit

von Sascha Szopko
Mit 'Splashdown' haben es die Rainbow Studios geschafft, ein ausgezeichnetes Jet-Boot-Rennspiel zu schaffen. Die Grafik kann dank der einzigartigen Darstellung der Wasserflächen in jeder Form überzeugen, vermag aber auch bei der Umgebungsgrafik zu gefallen. Der Sound bietet lizenzierte und zum Spielgeschehen passende Songs zu realistischen Soundeffekten und das Gameplay zeigt sich im Endeffekt zwar leider etwas repetitiv, bietet aber eine sehr gute Mischung aus Realismus und Arcade mit stets fairem Gegnerverhalten. Die Strecken haben teilweise ein ähnliches Aussehen, wodurch die mit 20 bezifferte hohe Anzahl an verschiedenen Etappen etwas relativiert wird. Alles in allem ein Titel, der sich kein Rennspielfan, der dem feuchten Element nicht abgeneigt ist, entgehen lassen sollte.  

Wertung

  • PS2
    88
    %

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