Test

SSX Blur

Kindlicher Look, anspruchsvolle Steuerung

  • Wii

Obwohl die Wintersaison praktisch schon gelaufen ist, versetzt uns EA direkt auf verschneite Hänge, in frostige Eishöhlen, winterliche Wälder und vor allem auf wintersportliche Pisten. Richtig, die beliebte ’SSX’-Reihe ist zurück und sorgt auf Nintendos Wii für einige Überraschungen. Welche das sind? Dies lest ihr am besten selbst im folgenden Artikel.

Schneefresser

Spätestens seit ’SSX Tricky’ ließ Electronic Arts die erfolgreiche Snowboard-Funspielserie immer gleich auf mehrere Heimplattformen los. Umso überraschender, dass man sich bei ’SSX Blur’ dafür entschieden hat, den Titel exklusiv auf Nintendos Wii zu veröffentlichen und auf eine stressfreie Portierung auf PS2 oder gar auf eine visuell stark aufgemotzte PS3/X360-Fassung zu verzichten. Diese Mono-Plattform-Politik ist ja eigentlich nicht so die Sache von Electronic Arts – dafür muss es also einen Grund geben. Ein großes Geheimnis ist die vermutete Ursache für die Entscheidung aber nicht, denn schnell wird klar: EA hat sich in ’SSX Blur’ für ein Steuerungskonzept entschieden, das komplett auf die Wii-Konsole ausgelegt ist, neue Pfade einschlägt und in der Form auf keinem anderen System realisierbar ist.

Die Steuerung des Spiels ist dann auch sowohl das Highlight als auch die größte Hürde. Jeder, der hin und wieder mit dem Snowboard über Pisten bügelt, erinnert sich noch an sein "erstes Mal". Bevor man auch nur einigermaßen mit dem Brettl zurechtkommt, verbringt man mehrere Tage hauptsächlich im kalten Weiß und frisst unfreiwillig Schnee. Zum Glück haben die meisten Schneesportler aber irgendwann den Dreh raus und dann folgt die Lust auf den Frust. Genau so ist es auch in ’SSX Blur’. Trotz umfangreichen (aber nur mäßig gelungenem) Tutorial-Modus dauert es lange, bis ihr die Steuerung beherrscht. So mancher Frustmoment ist entsprechend durchzustehen. Habt ihr dann aber endlich mal die Kontrolle über eure Spielfigur wortwörtlich im Griff, rast ihr lässig mit eurem Board oder euren Skiern die Hänge hinunter und könnt derart gefühlvoll Kurven einlegen, dass es eine wahre Freude ist.

Genug geklagt und geschwärmt, wie funktioniert denn nun die Steuerung? Ihr haltet in einer Hand die Wiimote, mit der ihr per Handbewegung Flips und Spins vollführt und mittels Schütteln einem umgestürzten Snowboarder auf die Beine helft. Außerdem könnt ihr per Knopfdruck und Armbewegung Schneebälle auf eure Kontrahenten pfeffern. Wichtiger noch ist die Nunchuk-Einheit: Über den Analog-Stick beschleunigt und bremst ihr euren Boarder und lasst ihn Kurven fahren. Zugleich müsst ihr den Controller-Zusatz gefühlvoll um die eigene Achse drehen, um so große Kurven zu fahren, um auf einer Rail zu balancieren und um schwungvoll Hindernissen auszuweichen. Selbst das In-die-Hocke-Gehen und das Springen werden mittels Nunchuk-Bewegung realisiert. Ganz dick kommt es dann, wenn ihr im Sprung einen Übertrick zeigen wollt. Hierbei müsst ihr dann angezeigte Pfeilmuster mittels "Nachzeichnen" per Wiimote- und Nunchuk-Gefuchtel auslösen. Leider funktioniert Letzteres nicht immer so wie gewünscht. Die restliche anspruchsvolle Steuerung geht dagegen nach reichlich Übung gut von der Hand.

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