Test - Star Trek Invasion : Star Trek Invasion

  • PSone
Von Kommentieren
Star Trek Invasion
Heisse Gefechte im All - hier zwischen Meteoriten.

Dass es sich hier nicht um irgendeine billige Vermarktung eines bekannten Warennamens handelt, bemerkt ihr spätestens, sobald ihr die deutschen Film- und Serienstimmen von Jean-Luc Picard und Worf zu euch sprechen hört. Das beginnt schon im Intro, wenn ihr wohl einen der bekanntesten Sätze der Filmgeschichte hört: 'Logbuch der Enterprise, Captain Jean-Luc Picard, Sternzeit: 54101,02 ...'. Nach dieser Ansage und der Aufforderung zum Kampf dürfte sich jeder Trekkie als Mitglied der Sternenflotte fühlen.

Um Kosten zu sparen, wurden allerdings nur die Hintergrundgeschichte und wichtige Gespräche mit den Originalstimmen unterlegt. Alle anderen Informationen wie die zu erreichen-den Einzelziele oder die Leistungsbewertung der eben erledigten Mission erscheinen lediglich als Text auf dem Schirm. Begleitet wird das Ganze von einer stimmigen Sound-Kulisse, die der Film-Vorlage in nichts nachsteht.

Aus Sicht der Grafik lässt dieses Spiel keine Wünsche offen. Vor allem in den Auseinandersetzungen könnt ihr euch auf die bevorstehende Explosion des Gegners freuen und manch-mal wisst ihr gar nicht so recht, wo ihr hinschauen sollt: Angeschossene Raumgleiter sausen mit einem Feuerschweif am eigenen Cockpit vorbei, im Hintergrund sind farbige Gasnebel zu sehen und wenn ihr auf einen Schutzschild schiesst, werdet ihr euch unweigerlich an den Kino-Hit 'Independence Day' erinnern.

Star Trek Invasion
Der Frachter existiert nimmer lange.

Die Frame-Rate bleibt auch konstant, wenn unzählige Feinde und Asteroiden gleichzeitig auf dem Bildschirm erscheinen. Zudem verleihen die feinen Transparenzen, Lichtreflexionen, Planeten und Sonnenuntergänge im Hintergrund diesem Spiel ein einzigartiges Ambiente und vermitteln ziemlich gut, was es heisst, im Weltall herumzukurven. Das Flugverhalten ändert sich nämlich, sobald ihr in die Atmosphäre eines Planeten hineinfliegt und die Gravitation des Planeten zu spüren bekommt.

Erwähnenswert wäre da noch der Zwei-Spieler-Modus, in dem zwischen fünf Zweispieler-Missionen und sechs Schiffen auf dem Holodeck ausgewählt werden kann. Im Holospiel kämpft ihr innerhalb eines Hologitters gegeneinander, das heisst in einem abgegrenzten Raum, der weder von den Schiffen noch vom Feuer der Waffen überwunden werden kann. Die Bildschirm-Darstellung wechselt hier in den horizontalen Split-Screen. Erwähnenswert ist der Zweispieler-Modus aber nur deshalb, weil er vorhanden ist. Überzeugen mag dieser aber nicht; der Einzelspieler- bzw. Hauptmodus gibt spielerisch viel mehr her.

Star Trek Invasion
So sieht ein Warp-Tunnel aus.

Gespielt wird standardmässig aus der Sicht einer externen Kamera, die sich direkt hinter dem Gleiter befindet. Wem dies nicht passt, der kann sich auch ins Cockpit setzen, wobei die Verstrebungen des Rahmengerüsts permanent einen Teil der Sicht verdecken. Mit der Aus-wahl der dritten Kameravariante seht ihr das Ganze im Vollbild. Als Orientierungshilfe im luftleeren Raum verfügt ihr über einen elliptischen Radar, mit dem ihr auch sehen könnt, ob die Gegner über oder unter euch fliegen.

Gesteuert wird entweder mit dem linken Stick im Analog-Modus oder mittels der Richtungs-tasten, die anderen Funktionen sind zweckmässig verteilt. Manchmal scheint die Analog-Steuerung allerdings etwas überempfindlich zu reagieren. Auch wenn es nicht einfach ist einem gegnerischen Gleiter zu folgen und alle Funktionen der Steuerung im Kopf zu haben, misslingt eine Mission meistens nicht, weil ihr eine Funktion nicht findet.

An einer Mission scheitert ihr vorwiegend, weil manche der über 20 Levels einfach ziemlich schwer sind. Das kann auf die Dauer ziemlich frustrierend sein, vor allem wenn das Schiff noch halbwegs intakt ist, ihr aber am Zeitlimit scheitert. Und auch wenn ihr im Verband unterwegs seid, werdet ihr euch manchmal vorkommen, als ob ihr ganz alleine dort draussen seid und alle anderen nur darauf warten, bis ihr mit den Bösen aufgeräumt habt.

Star Trek Invasion
Zwischensequenzen gehören zum guten Ton und ermöglichen euch eine Pause.

Und hier liegt auch die Schwäche des Spiels: Die Aufträge selbst hören sich zuerst ziemlich gut an, doch obwohl ihr schon lange gespielt und bereits zahlreiche Feinde erledigt habt, kommt immer noch eine Angriffswelle hinterher. Mit der Zeit fragt ihr euch dann, wie viele davon noch beseitigt werden müssen.

Dieser repetitive Aspekt und der ziemlich hohe Schwierigkeitsgrad nerven mit der Zeit gewal-tig. Vor allem, wenn der leichtere Teil stets wiederholt werden muss, um an den letzten Angreifern oder dem Zeitlimit zu scheitern, dann ist das schon frustrierend. Spätestens, wenn ihr den Sprecher die letzten zehn Sekunden herunterzählen hört, wisst ihr, dass ihr auch dieses Mal versagt habt ...

 

Fazit

von Ronny Mathieu
Mit 'Star Trek: Invasion' präsentieren die Entwickler von 'Colony Wars' ein Weltraumabenteuer, das nicht nur die Herzen aller Trekkies höher schlagen lässt. Rasante Weltraumfahrten, opulente 3D-Graphik und fulminante Explosionen während der Schlachten machen 'Star Trek: Invasion' zu einem kultverdächtigen Spiel. Wäre da nicht der hohe Schwierigkeitsgrad, der sicher so manchen Spieler frustriert resignieren lässt. Auch das sich wiederholende 'Seek 'n' Destroy'-Schema ermüdet mit der Zeit und der Zweispieler-Modus ist schlicht lang-weilig. Für Liebhaber von 3D-Shootern wie 'Colony Wars' und 'Wing Commander' ist dieses Spiel sicher zu empfehlen, und auch 'Star Trek'-Fans werden ihre Freude daran haben. Allerdings werden sie auf üppige Filmsequenzen, welche der Rahmenhandlung noch mehr Leben ein-gehaucht hätten, verzichten müssen.  

Wertung

  • PSone
    86
    %

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel