Test - Star Wars: Knights of the Old Republic : Star Wars: Knights of the Old Republic

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Endlich ist es soweit: Nach über zwei Jahren Entwicklungszeit steht das von BioWare und Lucas Arts in Gemeinschaftsarbeit produzierte Rollenspiel 'Knights of the Old Republic' in einer vollständig lokalisierten Version in den hiesigen Läden. Ob das mit unzähligen Vorschusslorbeeren bedachte Rollenspiel der enorm hohen Erwartungshaltung gerecht wird, erfahrt ihr im Review.
 

Das von George Lucas erschaffene 'Star Wars'-Universum begeistert auch rund 30 Jahre nach dem ersten 'Krieg der Sterne'-Film noch immer ein Millionenpublikum. Unzählige Bücher mit Hintergrundinformationen und mittlerweile fünf Kinofilme, die vom Schicksal der Republik und ihrer Beschützer, den Jedi-Rittern, erzählen, sind der beste Beweis dafür. Seit Anfang der 80er-Jahre darf sich der geneigte Fan zudem selbst der Bedrohung durch den dunklen Orden der Sith stellen oder dazu beitragen, die Republik zu unterwerfen. Lucas Arts, die von George Lucas im Jahre 1982 ins Leben gerufene Spieleschmiede, hat seit ihrer Gründung mehr als 40 PC- und Konsolenspiele rund um das 'Star Wars'-Universum entwickelt und produziert: Während mit Programmen wie 'Jedi Knight', 'Rogue Squadron' und 'X-Wing versus Tie-Fighter' bisher primär das Action-Genre bedient wurde, versucht sich das Unternehmen nun an einem waschechten Rollenspiel. Um dabei das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, wurde die Produktion des Programms allerdings außer Haus gegeben: Der kanadische Developer BioWare, der seinerzeit mit der 'Baldur's Gate'-Reihe das angestaubte Rollenspiel-Genre im Alleingang revolutionierte, zeichnet sich für den Großteil der Entwicklung verantwortlich.

Eine weise Entscheidung. Das Programm versteht es wie nahezu kein zweites Videospiel das in seiner Art einzigartige 'Star Wars'-Universum auf dem Bildschirm zur Entfaltung zu bringen. Wie bereits die millionenschweren Kinofilme beschreibt auch 'Knights of the Old Republic' den ständig präsenten Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Hell und Dunkel, zwischen Jedi-Orden und Vereinigung der Sith.

Die Alte Republik ist in Aufruhr
Dadurch, dass die Story dem Spieler absolute Handlungsfreiheit gewährt, ist es an euch, ob ihr als weiser Jedi-Ritter oder mordender Sith-Lord in die Geschichtsbücher der Galaxis eingeht. Um dabei mit den von den Lucas'schen Kinofilmen ausgearbeiteten Handlungssträngen rund um den Werdegang von Anakin und Luke Skywalker nicht zu kollidieren, entführt euch die Hintergrundgeschichte des Spiels rund 4.000 Jahre in die Vergangenheit. Die Alte Republik ist zu diesem Zeitpunkt stark geschwächt. Nachdem in den mandaloreanischen Kriegen unzählige Krieger und Jedi-Ritter ihr Leben lassen mussten, droht nun neues Ungemach. Darth Malak und Lord Revan, die die republikanische Flotte vor wenigen Jahre noch zum glorreichen Sieg über die Mandaloreaner geführt hatten, sind inzwischen der dunklen Seite der Macht verfallen und drohen, die Galaxis ins Chaos zu stürzen. Die vermeintlich letzte Hoffnung des Rates der Republik ist die junge Jedi-Ritterin Bastila. Durch ihre weit fortgeschrittene Technik der Kampfmeditation ist es ihr möglich, die Moral ganzer Truppenverbände in einer Schlacht zu stärken und die feindlichen Truppen somit empfindlich zu schwächen. Sie gilt es zu beschützen, sie ist der Schlüssel zum Erfolg.

Dem sind sich auch die Sith bewußt und so lassen diese nichts unversucht, Bastila zu eliminieren. So kommt es, dass der Spieler, der bis zu diesem Zeitpunkt als einfacher Soldat auf einem republikanischen Raumschiff dient und auf geheimnisvolle Weise mit der jungen Jedi verbunden scheint, unverhofft in den schwelenden Konflikt hineingezogen wird.
Die Hintergrundgeschichte präsentiert sich solide, erreicht aber nicht die Intensität eines 'Final Fantasy X'. Zahlreiche Nebenquests, in denen ihr unter anderem als Kopfgeldjäger aktiv werdet, den Droidenverkauf des örtlichen Händlers ankurbelt oder den Streit zweier spinnefeinder Familien schlichtet, sorgen aber dennoch für ein ordentliches Spielerlebnis. In den rund 30 bis 40 Stunden, die ihr mit der Kampagne beschäftigt seid, bereist ihr zudem zahlreiche aus den Filmen bekannte Locations wie etwa den Wüstenplaneten Tatooine oder Kashyyk, die Heimatwelt der Wookies.

Alles beim Alten
Die Spielmechanik von 'Knights of the Old Republic' folgt dem Vorbild der 'Baldur's Gate'- und 'Neverwinter Nights'-Spiele. Ihr löst Konflikte, unterhaltet euch mit Hunderten von verschiedenen Charakteren, durchstöbert die Weiten der Spielumgebung, beschäftigt euch mit dem ein oder anderen Rätsel und erschafft zu Spielbeginn eure ganz individuelle Spielfigur. Mit Gauner, Späher und Soldat, für die es jeweils männliche und weibliche Modelle gibt, stellt das Programm drei verschiedene Charakterklassen zur Auswahl. Während sich die Gauner vor allem durch ihre hohe Intelligenz und den geschickten Umgang mit Computersystemen auszeichnen, die Späher auf ihre Geschicklichkeit und Weisheit vertrauen, sind die Soldaten die Meister des Kampfes in allen Formen. Hohe Gesundheitswerte und eine schnelle Auffassungsgabe zählen zu ihren unverkennbaren Stärken. Nach Wahl der Charakterklasse bestimmt ihr das Aussehen eures Alter-Egos und weist ihm darauf jeweils 30 verfügbare Punkte auf Attribute und Fähigkeiten wie 'Stärke', 'Geschicklichkeit' und 'Überreden' zu. Die Auswahl will wohlüberlegt sein: Charismatische Spielfiguren gewinnen dank ihrer Eloquenz zwar sehr schnell andere Figuren für sich, haben aber im Kampf ob der fehlenden Stärkepunkte Nachteile.

Da euch das Programm nach erfolgreich geführten Kämpfen und gelösten Quests mit neuen Erfahrungspunkten belohnt, können die Charakterattribute im weiteren Spielverlauf stetig ausgebaut und verbessert werden. Das Ganze geschieht auf Basis des mehrfach prämierten 'Dungeons&Dragons'-Regelwerks. Aber keine Angst: Eine Flut an Statistiken bleibt euch auf Wunsch ebenso erspart wie das einschlägig bekannte Würfelsystem. Grundsätzlich verrichtet die dritte Edition des Regelwerks einen soliden Dienst. Allerdings hat auch 'Knights of the Old Republic' damit zu kämpfen, dass das System die Soldaten-Charakterklasse grundsätzlich bevorzugt. Wer sein Alter-Ego konsequent in Richtung des muskelbepackten Kampfkollosses entwickelt, hat keine Gegner mehr zu fürchten.

Folge der dunklen Seite der Macht!
Als ein Highlight des Spiels ist die Ausbildung zum Jedi-Ritter hervorzuheben. Dabei erlernt ihr nicht nur die Grundsätze des Jedi-Codes, sondern auch die Fähigkeiten der ausgewählten Jedi-Klasse. Ihr entscheidet euch dabei wahlweise für eine Ausbildung zum Jedi-Hüter, -Gesandten oder -Wächter. Die so genannten Kräfte der Macht sind am ehesten mit den Magiesprüchen aus den bekannten Fantasy-Rollenspielen zu vergleichen. So ist es mit dem Machtstoß beispielsweise möglich, die Gegner im Kampf niederzuschlagen, während ihr mit dem Machtbruch die Konzentration des Feindes stört. Je nach gewonnenen Fähigkeitspunkten könnt ihr auch noch stärkere Kräfte wie etwa Machtrüstung, Machtaura und Heilen erlernen. Zwielichtige Zeitgenossen, die sich der dunklen Seite der Macht verschrieben haben, dürfen zudem auf Tod bringende Sith-Kräfte wie Seuche, Leid und Würgen zurückgreifen. Die Möglichkeit, einen hinterlistigen Charakter zu verkörpern, macht einen Großteil des Reizes von 'Knights of the Old Republic' aus. Da alle Handlungen des Spielers Auswirkung auf seine Einstellung zur Macht haben, bewegt ihr euch automatisch zur dunklen Seite hin, sobald ihr eure Jedi-Fähigkeiten durch grausame Aktionen missbraucht.

 

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