Test - State of Emergency : State of Emergency

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Nach dem riesigen Hit 'GTA 3' letztes Jahr für PlayStation 2 durfte man besonders gespannt sein, wie gut sich die nächsten Titel von Rockstag Games schlagen werden. Und 'schlagen' ist auch bereits das richtige Wort, denn in 'State of Emergency' dreht sich alles nur um wüste Massenschlägereien und Vandalismus.

State of Emergency
Ein Schaufenster geht im Chaos zu Bruch.

Bereits an der letztjährigen Electronic Entertainment Expo im Mai 2001 sorgte das erstmals präsentierte 'State of Emergency' für Furore. Denn damals kündigten die Entwickler einen brutalen Actiontitel an, bei dem man sich als gewalttätiger Demonstrant Straßenschlachten gegen die Polizeigewalt lieferte. Mit den Bildern von diversen Demos der letzten Jahre vor Augen war klar, dass es sich hierbei um eine äusserst umstrittene Spielidee handelt. Da überrascht es auch nicht, dass das Spielkonzept bis zur Veröffentlichung noch einige Male umgemodelt wurde und so einige Releaseverschiebungen folgten.
Apropos umstritten: Oft wurde 'State of Emergency' im Vorfeld mit dem Riesenhit 'GTA 3' verglichen - schliesslich geht es in beiden Spielen ziemlich rabiat zu, haben beide zumindest auf den ersten Blick eine ähnliche optische Aufmachung und sind beide von Rockstar Games. Allerdings wurde der dritte Teil der 'Grand Theft Auto'-Reihe von DMA Design entwickelt, während die vorliegende Prügelorgie von VIS Entertainment (unter anderem 'The Powerpuff Girls' auf Game Boy Advance) stammt.

Düstere Zukunft
Wohl um sich vor entrüsteten Berichten in den Massenmedien zu schützen, wurde die Story des Spiels in die Zukunft verlegt und ihr kämpft natürlich auch nicht gegen die WTO, sondern gegen einen machthungrigen Megakonzern. Wie auch in zahlreichen anderen Spielen wird einem nicht gerade viel Hoffnung für die Zukunft gegeben. Im Jahre 2035 wurde die Demokratie und die Regierung ausgeschaltet, dafür ist die geheimnisvolle, omnipräsente Corporation an der Macht. Wen überrascht es da, dass dieser Konzern alles andere als ein freundliches Unternehmen ist: Durch die Abschaffung der Demokratie und die Einverleibung der Medien gibt es kaum etwas, das nicht von der Corporation mit eiserner Hand kontrolliert wird. Doch nicht alle Menschen wollen sich diese Unterdrückung gefallen lassen - einige mutige Bürger gehen auf die Strasse und protestieren gegen die Corporation. Diese fackelt allerdings nicht lange, ruft den Notstand aus und schaltet ihre brutalen Sicherheitskräfte ein, um die Aufrührer zu stoppen. Hier kommt ihr im wahrsten Sinne des Wortes ins Spiel: Ihr schliesst euch einer kleinen Untergrundbewegung an, die verzweifelt gegen diese fiese Regierungsorganisation ankämpft. Um diese zu schwächen und vielleicht sogar zu stürzen, sehen sie nur eine Lösung: so viel Chaos wie möglich anrichten.

State of Emergency
Gerade mal zwei Spielmodi stehen zur Auswahl.

Verschiedene Spielmodi - ein Spielprinzip
Bevor ihr loslegen könnt, gilt es natürlich noch einige Einstellungen vorzunehmen und Modi zu wählen. Nach einem hübschen Renderintro, das euch atmosphärisch direkt in eine wilde Strassenschlacht versetzt, seid ihr auch schon im Hauptmenü des Spiels angelangt. Neben den Optionen, in denen ihr auch abspeichern und die 60Hz-Funktion aktivieren könnt, finden sich hier bloss zwei Spielmodi: 'Chaos' und 'Evolution'. Beim ersten handelt es sich um einen simplen Arcade-Modus, in dem ihr innerhalb einer vorgegebenen Zeit möglichst viele Punkte sammeln müsst, um euch schlussendlich in der Highscore-Liste zu verewigen. Neben der Hauptspielvariante, in der ihr durch Kills und Zerstörung neue wertvolle Sekunden und Punkte erhaltet, gibt es hier noch zwei Varianten mit fest vorgegebener Zeit, die sich nicht aufschieben lässt. Fleissige Spieler schalten des Weiteren noch zusätzliche Spielvarianten im 'Chaos'-Modus frei, wie zum Beispiel 'Last Clone Standing', in dem ihr eine Reihe von gleich aussehenden Feinden niedermetzeln dürft. Im Grunde spielt sich der Modus 'Revolution' nicht besonders anders, allerdings müsst ihr hier eine Reihe von kleinen Missionen erledigen - natürlich sind diese auch in Schlägereien und Zerstörung eingebettet.

Fünf Freunde müsst ihr sein
Doch bevor ihr euch in einem der Spielmodi wiederfindet und euerem Gewalttrieb freien Lauf lassen dürft, müsst ihr euch noch für eine Spielfigur entscheiden: Insgesamt fünf Aufstandskämpfer sind in 'State of Emergency' enthalten, anfangs sind allerdings nur zwei anwählbar - Mack und Libra. MacNeil aka Mack stand einst auf der anderen Seite der Freiheitsbewegung, denn er war mal ein Polizist unter der Fuchtel der Corporation. Doch ihm gefielen die gnadenlosen Methoden der Corporation nicht, also wechselte er die Seite und kämpft nun gegen sie. Ein ähnliches Schicksal findet sich bei der hübschen Anna Price aka Libra. Sie ist eine Anwältin, der es keineswegs in den Kram passt, dass die Corporation das Gesetz und die Freiheit mit Füssen tritt. Nun versucht sie mit roher Gewalt zu ihrem Recht zu kommen. Weitere Charaktere sind der Schüler Phreak, dessen Eltern als politische Gegner verhaftet wurden, das dickliche Ex-Gangmitglied Spanky und der muskulöse Ex-Profisportler Bull, der sich weigerte, die Matchresultate im Voraus durch die Corporation vordiktiert zu bekommen.

State of Emergency
Welchen Aufstandskämpfer wollt ihr steuern?

Anarchie in den Strassen
Endlich im Spielgeschehen angelangt, könnt ihr auch gleich austeilen: Der erste Einsatz der Untergrundbewegung führt euch in ein riesiges Kaufhaus, in dem ihr nun für so viel Chaos sorgen sollt wie möglich, um die Herrschaft der Corporation in diesem Gebiet zu brechen. Wie schon erwähnt, legt ihr im 'Chaos'-Modus einfach drauf los und verdrescht die zahlreichen Wachen der Corporation bis die Zeit abgelaufen ist. Diese sind keineswegs zimperlich und prügeln munter - zuweilen auch mit Schlagstöcken - auf euch ein oder benutzen ihre Schusswaffen. Zum Glück ist eure Spielfigur aber alles andere als wehrlos und kann einiges einstecken. So schlagt und tretet ihr per Knopfdruck heftig zu. Seid ihr gar eingekesselt, hilft nur noch eine limitierte Spezialattacke in Form eines Rundumschlags. Ansonsten findet sich noch eine Sprinttaste und die Möglichkeit, Gegenstände aufzunehmen und zu werfen oder im Fall von Waffen, diese zu benutzen. Wer jetzt glaubt, man müsse ähnlich wie bei einem Beat'em Up komplizierte Schlagvarianten auswendig lernen, der liegt falsch. Die Steuerung ist sehr einfach gehalten und mit wildem Drücken der Schlagbuttons kommt ihr gut gegen die Feinde an. Wird unser Held während der Action verletzt, mindert sich seine Energieanzeige - frischt ihr sie nicht mit Energie-Items von besiegten Gegnern wieder auf, heisst es bald 'Game Over'.

 

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