Test - Steep: Road to the Olympics : Olympia kommt ins Wohnzimmer

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In wenigen Wochen beginnen in der südkoreanischen Stadt Pyeongchang die Olympischen Winterspiele 2018. Da hat es sich der Publisher Ubisoft nicht nehmen lassen, eine passende Erweiterung mit dem Namen „Road to the Olympics“ für sein Wintersportspiel Steep zu veröffentlichen – das Gesamtpaket mit dem Hauptspiel heißt schlicht und einfach Steep Winter Games Edition. Genau die haben wir uns etwas genauer angesehen, da wir unbedingt wissen wollten, ob uns mal wieder ein Lizenzmurks ins Haus steht.

Als im vergangenen Jahr das Open-World-Wintersportspiel (uff, langer Titel) Steep auf den Markt kam, hatte es gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen. So ging es in der Fülle von Neuerscheinungen zu diesem Zeitpunkt etwas unter. Außerdem war es zwar ein Paradies für Freigeister, die gerne große Welten auf eigene Faust erkunden, wer jedoch lieber an die Hand genommen wird und konkrete Ziele verfolgt, der kam nicht so recht auf seine Kosten.

Zumindest das zweite Manko wollten die Entwickler von Ubisoft Annecy wohl unbedingt ausmerzen, denn die just veröffentlichte Erweiterung Road to the Olympics hat genau das zu bieten: eine konkrete Aufgabe. Damit meinen wir nicht etwa die sporadisch „aufploppenden“ Herausforderungen und Missionen aus dem Hauptspiel, sondern vielmehr eine waschechte Kampagne.

From zero to hero

Sie trägt den passenden Namen „Become A Legend“, hinter dem sich eigentlich nichts anderes als eine Art Karrieremodus verbirgt. Ihr schlüpft in die Rolle eines in der Wintersportszene noch unbekannten Athleten, der es sich in den Kopf gesetzt hat, nicht nur zu den Olympischen Winterspielen nach Pyeongchang zu fahren, sondern dort auch gleich drei Goldmedaillen abzusahnen. Das ist natürlich ein ehrgeiziges Ziel, das nicht so leicht zu erreichen ist.

Bevor es überhaupt nach Südkorea geht, muss sich der Newcomer bei Trainingseinheiten, kleineren Events sowie diversen Herausforderungen beweisen. Anfänger haben glücklicherweise zu Beginn die Möglichkeit, ein Tutorial zu absolvieren, um erst mal die grundlegenden Mechaniken kennenzulernen. Doch auch der größte Teil, der nach der Einführungsphase folgt, ist nicht allzu schwer.

Interessant wird es eigentlich erst, sobald ihr mit eurem aufstrebenden Skisportler in Pyeonchang angekommen seid. Dort steigt der Schwierigkeitsgrad sofort deutlich an, sodass ihr für eine ganze Weile beschäftigt sein dürftet, bevor ihr das begehrte Edelmetall in den virtuellen Händen haltet. Auf jeden Fall ist der Karrieremodus eine willkommene Abwechslung – vor allem für diejenigen, die keine Lust verspüren, relativ ziellos durch die verschneiten Gebirge zu stapfen. Doch so ganz mag der olympische Funke nicht überspringen. Das liegt weniger an der Kampagne als an der restlichen Gestaltung.

Ihr werdet zwar mit dem offiziellen Logo und anderen Hinweisen auf Pyeongchang 2018 erschlagen, sodass ihr eigentlich nicht vergessen könnt, womit ihr es zu tun habt. Zudem gibt es immer wieder nette Videoeinspieler von berühmten Wintersportcracks wie Lindsey Vonn, Kevin Rolland, Sage Kotsenburg und Ayumu Hirano zu sehen, die euch wertvolle Tipps an die Hand geben. Auch der Kommentator, der immer wieder zu hören ist, macht seine Sache, abgesehen von einigen weniger schönen Aussetzern, recht ordentlich. Doch das Gefühl, an einem sportlichen Großereignis teilzunehmen, mag nicht so recht aufkommen.

Das liegt unter anderem daran, dass ihr euch beispielsweise keine Liste mit mehreren Events zusammenstellen könnt, die ihr dann nacheinander abklappert – von Multiplayer-Olympia ganz zu schweigen. Stattdessen fühlt sich alles etwas isoliert und somit wenig glamourös an. Da hätten wir uns etwas mehr gewünscht.

Auf in neue Gefilde

Das ist umso enttäuschender, als der Rest des Pakets nicht sonderlich viel Grund zum Meckern gibt. Abseits des bereits erwähnten Karrieremodus dürft ihr euch unter anderem in den neuen Gebirgen von Japan und Südkorea austoben, die wie schon ihre „Gegenstücke“ aus dem Hauptspiel fantastisch aussehen und mitunter ein atemberaubendes Panorama bieten. Damit nicht genug: Passend zum Olympiapaket der Erweiterung erwarten euch zahlreiche neue Wintersportdisziplinen, die insgesamt für viel mehr Abwechslung sorgen.

  • Steep: Road to the Olympics - Screenshots - Bild 1
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  • Steep: Road to the Olympics - Screenshots - Bild 16

Besonders hervorheben möchten wir Downhill, Riesenslalom und Super-G. Wenn ihr mit nahezu 100 Sachen den Berg hinunterbrettert und gleichzeitig darauf achten müsst, die richtigen Tore zu passieren, pumpt das Adrenalin ordentlich durch die Adern. Etwas kniffliger, weil technisch anspruchsvoller, sind der Parallelslalom sowie der „normale“ Slalom, die deutlich mehr Präzision erfordern. Wer es etwas abgedrehter mag, tobt sich in der Snowboard-Halfpipe aus.

Hinsichtlich der Präsentation hat sich im Vergleich zum Hauptspiel nicht allzu viel getan. Hier und da entdeckten wir den einen oder anderen neuen Effekt oder eine leicht aufpolierte Textur. Ansonsten blieb das Grafikgerüst weitgehend unberührt. Tief greifende Änderungen waren auch gar nicht nötig. Steep sieht noch immer ziemlich gut aus und bietet einige der wohl hübschesten Panoramen der Spielegeschichte – ein Traum nicht nur für Wintersportfans.

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