Test - Strider 2 : Strider 2

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Strider 2
Hiryu ist ein Kletterkünstler.

Bis zum endgültigen Duell mit eurem grössten Widersacher, dem Grandmaster, müsst ihr insgesamt fünf Levels durchstehen, wobei der Schwierigkeitsgrad langsam aber sicher ansteigt. Auf die restlichen Level werde ich nicht eingehen, da der Spieler ja noch die weiteren Ereignisse selbst entdecken soll. Es sei nur soviel verraten: Es wird einige Überraschungen geben - speziell für Kenner des ersten Teils.

Habt ihr den bösen Diktator vernichtet, erhaltet ihr nach jedem erfolgreichen Durchspielen ein neues Extra. Es erwarten euch neben unlimitierten Bonus-Items eine neue, mächtige Spielfigur aus der Vergangenheit des Söldner-Ninjas. Erspielte Extras und der High-Score lassen sich auf der Memory Card abspeichern.

Vor allem im Vergleich zum Vorgänger fällt beim Leveldesign aber auf, dass die verschiedenen Szenen, von denen immer etwa sieben ein Level ausmachen, sehr kurz sind. Gerade in den späteren Stages besteht ein solcher Abschnitt oftmals praktisch nur aus einem Zwischenboss. Fans von Plattform-Spielen kommen daher leider etwas zu kurz. Dafür wurden die Bosse aber wirklich toll gestaltet. Sie sind alle phantasievoll besitzen meist eine recht grosse Angriffspalette und reagieren geschickt auf eure Attacken.

Um gegen die kleinen und grossen Gegner anzukommen, hat Hiryu ordentlich was drauf. Er bewegt sich sicher durch die dreidimensionalen Level, wobei ihr ihn stets von der Seite seht. Ihr könnt ihn auch nicht innerhalb der Räume frei herumbewegen - ihr seid immer an eine Art Pfad gebunden, der den Weg durch die Stage festlegt. Durch das könnt ihr euch aber umso besser auf die feindlichen Gesellen konzentrieren. Um ihnen den Garaus zu machen, schwingt unser Held sein Plasmaschwert in allen möglichen Situationen.

Strider 2
Gleich wird es weh tun.

Ausserdem kann er dank einer Metall-Kralle selbst an glatten Wänden emporklettern, an Decken hangeln und sich auf Plattformen schwingen. Dazu kann er nicht nur in alle Richtungen springen, sondern auch eine Rutschattacke starten, rennen, sich von Wänden abstoßen und einen nützlichen Doppelsprung ausführen. Wird er doch einmal von einem Gegner verwundet, verliert Hiryu eines seiner Energieblöcke - sind diese alle aufgebraucht, könnt ihr dank der Continue-Funktion sofort weitermachen. Ab und zu findet ihr Bonus-Items auf eurem Weg. Einige heilen den verletzten Helden, andere stärken euer Angriff. Nach dem Einsammeln eines bestimmten Extras könnt ihr eine Art 'Smartbomb' einsetzten, die für kurze Zeit den Feinden schwer zusetzt - ein ideales Item also für die Bosse.


Technisch ist 'Strider 2' ausgesprochen interessant ausgefallen. Denn es wurde ein Grafik-Stil gewählt, den ich so noch nie auf der PSone gesehen habe. Der Hintergrund wird immer mit Polygonen in 3D, Hiryu und die meisten Feinde werden hingegen im altmodischen 2D-Bitmap-System dargestellt. Capcoms Erfahrung mit der zweidimensionalen Grafik ('Street Fighter'-Serie, 'Mega Man'-Reihe, etc) ist deutlich zu sehen, denn die Figuren sehen alle wunderbar detailliert aus und sind liebevoll animiert.

Bei den Endbossen wird meist eine Mischung aus 2D- und 3D-Grafik gebraucht. Die 3D-Stages sind allerdings nicht immer ganz so schön. Einige Abschnitte wirken ziemlich grob, langweilig und unsauber konstruiert. Dafür werden dem kritischen Auge immer wieder hübsche Licht- und Explosionseffekte geboten.

Strider 2
Ihr trefft andauernd auf detaillierte 2D-Gegner-Figuren.

Allerdings scheint die PSone-Hardware zuweilen etwas überfordert zu sein, wenn viele Gegner und Effekte gleichzeitig auf dem Screen zu sehen sind - da fällt dann die Framerate schon ab und zu. Ausserdem ist es sehr Schade, dass sich Capcom bei den Zwischensequenzen nicht mehr mühe gemacht hat - Stanbilder sind heutzutage einfach nicht mehr angemessen. Der Spielspass wird durch diese wenigen negativen Punkte allerdings nicht gemindert.

Auch die Spiel begleitenden Musikstücke können überzeugen. Öfters wechseln diese und klingen alle gut komponiert und abwechslungsreich. Die Soundeffekte sind eigentlich auch OK. Nur das monotone Kampfgeschrei bei jedem Schwerthieb des Helden geht schon bald auf die Nerven.

Das grösste Manko von 'Strider 2' ist aber ganz klar der geringe Umfang: die fünf Levels sind in 40 Minuten locker durchgespielt - dank der unendlich vorhandenen Continues sehen selbst Neulinge trotz anspruchsvollem Schwierigkeitsgrad allzu schnell den Abspann . Da helfen auch einige versteckte Bonus-Items und hin und wieder kurz sich verzweigende Wege nichts.

Zum Glück liegt dem Spiel noch auf einer zweiten CD das original 'Strider' bei. In dieser 1:1-Umsetzung des Oldie-Automaten könnt ihr das geniale Leveldesign des 'Strider 2'-Vorgängers geniessen. Dieses gefällt mir sogar noch einen Tick besser als bei der neuen Version. Natürlich ist die 2D-Grafik veraltet, kann aber wegen den vielen Sprites, tollen Animationen und beeindruckenden Bossen noch heute überzeugen.

 

Fazit

von David Stöckli
Ah, endlich wieder mal ein aktuelles Spiel, das ein 2D-Action-Feeling ausstrahlt! Ich war schon immer ein Fan der 'Strider'-Games und 'Strider 2' ist meiner Meinung nach ein absolut würdiger Nachfolger. Die Grafik mit ihrer Verbindung von toll animierten 2D-Figuren und abwechslungsreichen 3D-Hintergründen ist wirklich gelungen, wenn auch die grafische Qualität der Stages stark variiert. Sowohl spielerisch, als auch von der Darstellung her sind die vielen Bosse natürlich das Highlight des Games - Nur Schade, dass dadurch die eigentlichen Abschnitte mit ihren Plattformen und Kletterpartien etwas zu kurz gekommen. Leider stellt aber vor allem der viel zu geringe Umfang ein dickes Minus dar. Wenigstens erhaltet ihr zu 'Strider 2' gleich noch seinen genialen Vorgänger dazu. Oldie-Fans und Anhänger von geradliniger Arcade-Action sollten zugreifen!  

Wertung

  • PSone
    80
    %

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