Test - Supercross 2001 : Supercross 2001

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Supercross 2001
Aber auch Motocrossstrecken wurden aufgegriffen.

Bei den Freestyle-Spielmodi sieht das Ganze etwas anders aus. Neben X und der L1-Taste kommt noch die Kreistaste im Sprung selber ins Spiel. Diese drückt ihr und gebt schnell eine Kombination der Richtungstasten ein, um einen waghalsigen Stunt auszuführen. Auch hier sollte die Landung beachtet werden, sonst gibt es einen schmerzhaften Sturz. Insgesamt 34 Tricks sind im Spiel vorhanden, die ihr zunächst einmal selber herausfinden dürft. Darüber hinaus könnt ihr mit den R2- und L2-Tasten die Ansicht im Flug wechseln - dies gestaltet sich als schwierig und in der Praxis für untauglich. Wenn ihr gerade die Kombination eingebt bleibt kaum Zeit für die Änderung der Ansicht - tolle Idee, aber leider versiebt.

Gespielt wird aus verschiedenen Perspektiven, die nur über das Pause-Menü einstellbar sind. Fünf Stück stehen zu Auswahl, aber leider ist keine Cockpit-Perspektive mit von der Partie. Lediglich drei verschieden hohe Rückansichten, eine Ego-Ansicht und eine dem Pfad folgende Perspektive wurden ins Spiel aufgenommen.

Doch zurück zu den Spielmodi. Ihr fahrt zum Grossteil auf lizenzierten Strecken. Diese finden in 15 verschiedenen Stadien statt. Dabei können diverse Streckenverläufe pro Stadien ausgewählt werden. Hinzu kommen die Motocross-Strecken, Freestyle-Stadien und fiktive Strecken, wie zum Beispiel der Mond. Ein Grossteil dieser Bonus-Tracks muss aber erst freigespielt werden. Das Gleiche gilt für einige Fahrer und vor allem Fahrerinnen, von denen einige der Realität entspringen und andere wiederum frei erfunden sind. Insgesamt 25 Profifahrer verschiedener Gebiete stehen zur Auswahl.

Supercross 2001
Das Freestyle Stuntsystem ist leicht erlernbar.

Zu spielen gibt es also reichlich, da es nicht bloss eine Meisterschaft gibt, sondern gleich neun an der Zahl. Gut, dass ihr nach jedem Rennen speichern könnt. Die Meisterschaften bleiben aber nie gleicher Natur. So könnt ihr die normale Supercross-Meisterschaft spielen, oder ihr spielt eine gemischte Supercross- und Motocross-Meisterschaft. Letztlich müsst ihr alle drei Varianten einigermassen beherrschen. Wer soll sich denn all diese Strecken merken? Keiner, die Steuerung ist schon so fortgeschritten, dass ihr die Strecken nicht aus dem Kopf wissen braucht.

Dennoch ist die Steuerung nicht perfekt - manchmal ist sie in Verbindung mit der KI und der Fahrphysik sogar lästig. Solange ihr das Bike einigermassen unter Kontrolle habt, dann ist alles auch prima. Doch manchmal passiert halt ein Fahrfehler und ihr bleibt an der unsichtbaren Streckenbegrenzung kleben. Ohne Rückwärtsgang ist es natürlich schwierig wieder zu wenden - wertvolle Zeit geht dabei verloren. Eigentlich wäre ein Sturz sowieso die besser Wahl gewesen, aber die geschehen selten. Ähnliches Problem herrscht, wenn ihr eine '180 Grad'-Kurve zu früh eingeschlagen habt und plötzlich in der verkehrten Richtung steht. Jetzt zu wenden stellt ein Problem dar, zumal die Gegner euch kompromisslos über den Haufen fahren.

Supercross 2001
Nach jedem Rennen gibt's auf Wunsch ein Replay.

Überhaupt sind die Zweikämpfe und das Verhalten der Computergegner eher dürftig. In den hinteren Rängen bildet sich meist eine Traube von Fahrern. Und da kommt ihr beim besten Willen nicht vorbei. Theoretisch würden ja alle Beteiligten stürzen, aber aufgrund der einfachen Spielbarkeit hat man dies nicht berücksichtigt. Und so ist es ein lästiges Abenteuer, wieder nach vorne zu fahren. Immer wieder werdet ihr so Kollisionen haben, die natürlich wiederum Fahrfehler verursachen. Ebenfalls dürftig ist meines Erachtens nach die Fahrphysik. Manchmal macht ihr Sprünge, die in der Realität schlicht unmöglich sind und ausserdem ist die ständige Kontrolle über das Bike nicht gewährleistet. Im Bezug auf die Vorjahresversion wurden aber enorme Fortschritte erzielt - insgesamt liegt alles noch im Rahmen des Spielbaren.

Wesentlich reifer ist auch die technische Umsetzung ausgefallen. Während 'Supercross 2000' noch verschwommen und grobpixelig und auch sonst keineswegs fehlerfrei war, gilt dies mittlerweile nicht mehr. Klare Farben bestimmen das Bild. Die Engine ist frei von Fehlern, schnell und konstant. Die Bikes samt Fahrer wurden endlich detailliert gestaltet. Auch die Erhebungen auf den Strecken wurden endlich abgerundet. Zwar habe ich schon technisch bessere Titel auf der PSone gesehen, aber grafisch gesehen liegt es durchaus im oberen Bereich und ist garantiert gleichwertig mit direkten Vergleichstiteln. Lediglich an Vielfalt fehlt es, denn ein Grossteil der Strecken findet nun einmal in ähnlich aussehenden Stadien statt. Auch kommt bei 16 Rennen pro Saison, die man alle binnen weniger Stunden absolviert hat, schon bald etwas Langeweile auf. Man hätte durchaus mehr eigene Strecken hinzutun können. Verzichten müsst ihr auch auf jegliche Tuningmöglichkeiten oder kaufbare Items. Auch für ein arcadelastiges Spiel wäre so eine Option eine Bereicherung gewesen.

 

Fazit

von Jan Krause
Mit 'Supercross 2001' hat EA Sports durchaus die richtige Richtung eingeschlagen. Die Fortschritte gegenüber der Vorjahres-Version sind gewaltig. Im Endeffekt ist ein recht gut spielbarer Titel herausgesprungen, der nur wenige spielerische Schwächen besitzt. Aber von der Anlage her reicht es noch nicht, um mit Referenztitel mithalten zu können. Zumindest für Arcade-Fans ist es aufgrund der leichten Spielbarkeit durchaus eine Alternative zu den sonst auf Simulation getrimmten Motocross-Titeln.  

Wertung

  • PSone
    74
    %

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