Test - Tennis World Tour : Spiel, Satz und Niederlage

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Greift zu, wenn...

… ihr endlich wieder virtuellen Tennissport betreiben wollt und euch alles andere egal ist.

Spart es euch, wenn...

… ihr eine Tennissimulation mit spielerischer Tiefe erwartet.

Fazit

Marcus Rätzke - Portraitvon Marcus Rätzke
Klassischer Doppelfehler: zu viel gewollt, zu wenig erreicht

Ich bin ein leidenschaftlicher Top-Spin-Spieler. Der Höhepunkt der Reihe wurde mit dem vorerst letzten Teil, Top Spin 4, erreicht. Sobald ich bloß an die Duelle von damals zurückdenke, gerate ich schon ins Schwärmen. In Top Spin 4 habe ich über 300 Stunden versenkt. Deswegen war ich so hoffnungsvoll ob der Ankündigung von Tennis World Tour. Mein stilles Betteln und Flehen wurde erhört: Nach fast sieben Jahren kommt endlich eine neue Tennissimulation auf den Markt. Spitze, dachte ich mir. Umso lauter schrie ich nach dem Testmuster. Doch ich wurde bitterböse enttäuscht.

Tennis World Tour ist schlicht und einfach noch nicht fertig. Die ambitionierten Entwickler vom französischen Studio Breakpoint haben sich anscheinend übernommen. Denn an jeder Ecke merkt man dem Spiel an, dass es noch Feinschliff braucht. Die Präsentation lässt nicht einen Hauch von Atmosphäre aufkommen, die eigentlich als Aushängeschild des Spiels gedachten Motion-Capturing-Animationen greifen nicht sauber ineinander und KI-Automatismen übernehmen zumeist die Kontrolle über meinen Spieler. Darüber hinaus bietet Tennis World Tour kaum Herausforderungen oder Motivation zum Weiterspielen.

Ich hoffe inständig, dass die Entwickler weitermachen und sich mit Updates der Probleme annehmen. Denn in Ansätzen kann man erkennen, dass sie in die richtige Richtung wollten. Das Perk-System etwa ist eine Innovation mit viel Potenzial. Doch schlussendlich fehlen Tennis World Tour die Optimierung und der letzte Schliff. Im jetzigen Zustand können wir einen Kauf leider nicht empfehlen.

Überblick

Pro

  • im Ansatz nette Animationen ...
  • ansprechender Karrieremodus ...
  • geringe Ladezeiten
  • diverse Lizenzspieler wie Federer, Zverev, Monfils, Kerber, Muguruza u. v. m.

Contra

  • … die nicht ineinandergreifen und durch Lags hakeln
  • … der auf Dauer nicht motivieren kann
  • kaum eigene Kontrolle über das Spielgeschehen, KI übernimmt zu oft die Schlagauswahl
  • Schläge haben keine Wucht und fühlen sich nicht griffig an
  • langweilige Ballwechsel
  • schwerwiegende Bugs (Sound, Steuerung)
  • keine Atmosphäre
  • langweilige Präsentation
  • angestaubte Grafik
  • nur Text-Tutorial
  • keine Herausforderungen
  • kein Doppelmodus (soll nachgereicht werden)
  • kein Mehrspielermodus zum Start (soll ebenfalls per Patch nachgereicht werden)
  • mickriger Editor führt zu Spiegelmatches
  • uninspirierter Trainingsalltag
  • keine manuelle Replay-Funktion

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