Test - The Banner Saga 3 : Finale einer Saga

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Die Sonne geht nicht mehr auf. Steinerne Monster und eine riesige Schlange erscheinen und bringen den Tod. Eine Karawane aus Menschen, Varlen und allerlei nordischen Fantasiegestalten bildet sich. Immer auf der Flucht vor dem Übel und auf der Suche nach Sicherheit wird die Gruppe um die Helden Rook und Alette von Schicksalen gleichzeitig auseinandergerissen und zusammengeschweißt. So weit die Zusammenfassung der Geschehnisse bisher.

Die Geschichte knüpft an den Auszug von Menschen und Varlen an, die nach Arberrang gelangen wollen. Der dritte Teil beginnt mit dem 16. Kapitel der Erzählung, in dem es ein Teil der Gruppe tatsächlich in die sagenhafte Stadt geschafft hat. Erneut habt ihr die Wahl, ob ihr als Rook oder dessen Tochter Alette die Geschichte verfolgt, zwischen deren beiden Partys aber immer wieder hin- und hergewechselt wird, wodurch ihr eine große Bandbreite an Erzählsträngen erlebt. Diese Erzählweise ist sehr abwechslungsreich, da sie euch immer wieder mit neuen Charakteren und Geschichten konfrontiert.

Welche Helden in eurer Gruppe sind, hängt natürlich von den Entscheidungen ab, die ihr in den beiden Teilen davor getroffen habt. Euren Spielstand aus Banner Saga 1 und 2 dürft ihr nämlich in den dritten Teil mitnehmen. Auch in dieser Episode machen es euch die Entwickler von Stoic Studios nicht einfach, Entscheidungen zu fällen. Die Konsequenzen eurer Handlungen können sich weit reichend auf das Schicksal eurer Weggefährten auswirken.

Reisen, Kämpfen, Gespräche

Geändert hat sich an der Formel der Serie nichts. Entscheidungen werden in Dialogen oder während der Reise getroffen und Kämpfe laufen weiterhin rundenbasiert auf einem in Quadrate unterteilten Feld ab. Im Reisemodus hingegen erforscht ihr Städte oder anderweitig markante Orte. Das wiederum ist nur mithilfe von im Kampf erstrittenem Ansehen möglich. Im Dialogmodus treibt ihr die Geschichte voran, indem ihr wichtige Entscheidungen trefft. Nehme ich Verbündete auf? Töte ich einen verräterischen Angehörigen? Retten wir eine Gruppe in Not? Diese Entscheidungen beeinflussen die Moral und die Größe eures Trosses und wirken sich auf die künftigen Konfrontationen aus.

Beim Questen was Neues?

Beim Kampfsystem ist sich Banner Saga weitgehend treu geblieben. Das taktische, rundenbasierte Geplänkel ist noch immer dasselbe, das es schon in den Vorgängern war, und das ist auch gut so. Einige situationsbedingte Besonderheiten gibt es aber dennoch. Das bringt Leben in den Kriegsalltag. So verhindern Palisaden oder brennende Flächen das Vorankommen eurer Streiter. Durch geskriptete Ereignisse spaltet sich das Kampffeld und ihr müsst zum Beispiel plötzlich mit einer geteilten Armee zurechtkommen.

Die Bandbreite an unterschiedlichen Helden fällt erfrischend abwechslungsreich aus. Einige werfen Speere, einige schwingen Äxte, manche spielen motivierende Lieder. Andere Helden rufen ihre Eisbären oder Untertanen zu Hilfe. Manche werden zum Geist und können euch noch im Tode mit passiven Fähigkeiten helfen. Die Anzahl an Aktionen und der große Fundus an unterschiedlichen Helden machen die taktischen Möglichkeiten wie in den Teilen davor vielseitig und wunderbar abwechslungsreich.

Immer wieder entdeckt man Neues und mit der Zeit versteht man das sehr komplexe Kampfsystem immer besser. Bis alle Kniffe und Tricks erlernt sind, vergeht viel Zeit. Neu sind die Wellenkämpfe: Gelegentlich greift euch eine Welle von Gegnern überraschend an und ihr müsst entscheiden: Fliehe ich oder bleibe ich und kämpfe? Bleibt ihr, dann steigt das Risiko, dass sich eure Einheiten verletzen und somit in künftigen Schlachten ausfallen. Doch der Einsatz kann sich lohnen. Denn geht ihr siegreich aus dem Kampf hervor, erhaltet ihr einen seltenen Ausrüstungsgegenstand zur Belohnung – ebenso das bereits erwähnte Ansehen. Das könnt ihr wiederum in Vorräte oder das Aufstufen eurer Streiter investieren.

Ausgereift und geschliffen

Was uns in der letzten Preview-Version noch gefehlt hat, liefert Entwickler Stoic Studio mit der finalen Version jetzt in vollem Umfang nach. Die Platzhaltertexte in den Zwischensequenzen sind liebevoll gezeichneten Animationen gewichen. Die nun vorhandene Synchronisation hat mit ihrem nordischen Akzent viel Charme und trägt zu der sehr nordisch geprägten Atmosphäre bei.

Zum Abschluss der Serie geht The Banner Saga 3 keine Experimente mehr ein. Doch wozu auch? Die Mechaniken sind bewährt und zu viel Neues würde die Fans lediglich verwirren. Doch der eine oder andere Kniff hier und eine angezogene Schraube da hätten dem Spiel ganz gutgetan. Denn nach wie vor verklickt man sich bei den Kämpfen manchmal, was fatale Folgen haben kann, und auch wenn die starren Zeichentrickbilder von Anfang an zum Markenzeichen der Serie gehören, wären sie mit der einen oder anderen zusätzlichen Animation noch schöner gewesen.

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