Test - The Elder Scrolls III: Morrowind : The Elder Scrolls III: Morrowind

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'Morrowind' - ein Name, der in der Fangemeinde der PC-Rollenspiele schon seit langem herumgeistert. Das Spiel soll eine bombastische Grafik besitzen und eine umfangreiche, frei begehbare Spielwelt, die die von 'Gothic' in Sachen Größe und Pracht um ein Vielfaches übertreffen soll. Ganz zu schweigen von einer Spielzeit, die selbst mit dem umfangreichen 'Baldurs Gate 2' locker mithalten können soll. Nun ist die Zeit des Wartens vorbei - Bethesda Softworks hat ihr neues Werk endlich fertig gestellt, und so ist es an der Zeit zu prüfen, ob das Spiel seinen Erwartungen gerecht werden kann.

The Elder Scrolls III: Morrowind
Die Wahl der Rasse und des Aussehens.

Das Ganze beginnt mit der Freilassung des Spielers aus dem Staatsgefängnis - vom Imperator persönlich angeordnet. Auf dessen Befehl wird er auch in den Teil des imperialen Reiches mit Namen Morrowind gebracht - unwissend, zu welchem Zweck. Bei seiner Ankunft wird dem Spieler nicht mehr als der Name eines Mannes mitgegeben, den er aufsuchen und sich unter dessen Dienste stellen soll. Wie sich bei der Begegnung schnell herausstellt, leitet dieser Mann eine Art Spionagedienst für seine Majestät, doch noch immer bleibt unklar, warum der Imperator den Spieler nach Morrowind geschickt hat, um als Spion für ihn zu arbeiten. Erst im Laufe der folgenden Aufgaben fügen sich einzelne Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammen. Es geht um politische Konflikte zwischen den mächtigen Häusern des Landes, um die Zukunft Morrowinds und um eine alte Prophezeiung, in der der Spieler eine wesentliche Rolle spielt.

Optische Vielfalt - Eine Welt präsentiert sich
Keine Frage, die Grafikpracht von 'Morrowind' ist beeindruckend, auch wenn sie ihren Preis hat. Wer das Spiel in seiner vollen Schönheit genießen möchte, sollte einen schnellen Rechner und vor allem eine gute, moderne Grafikkarte besitzen. Dafür wird man mit detaillierten Gebäuden und Städten, prächtigen Landschaften und gut in Szene gesetzten Lebewesen belohnt, die man wahlweise aus der First- oder Third Person-Sicht begutachten darf. Allerdings muss sich die Grafik neben all dem Lob auch etwas Kritik gefallen lassen: die Animationen der Charaktere sind nur mäßig ausgefallen. Das wird besonders an der eigenen Figur deutlich, wenn man in der Third Person-Perspektive spielt: Ein Sprung ist fast grauenvoll steif, und beim Schwimmen an der Wasseroberfläche mag es hilfreich sein, den Kopf auch tatsächlich über Wasser zu halten, selbst wenn das Spiel die Möglichkeit des Atmens trotzdem zugesteht.
Unabhängig davon darf man in 'Morrowind' eine Welt besuchen, die ihresgleichen sucht: Das Spielgebiet ist so riesig, dass ich selbst nach der viertägigen Testzeit nur einen kleinen Teil davon begutachten konnte. Dabei gleicht kein Ort dem anderen. Da gibt es Städte, die vielleicht noch ungefähr unserem Bild einer mittelalterlichen Siedlung entsprechen. Dann wiederum findet man Ortschaften, deren Häuser hauptsächlich unterirdisch angeordnet sind, oder Städte, die aus pyramidenförmigen, hohen Gebäuden mit mehreren Etagen bestehen, in denen man sich schon so manches Mal verlaufen kann. Auch die Landschaft bietet Abwechslung. Mal läuft man über blühende Wiesen, mal über toten Boden, über Berge und Täler, an Schluchten entlang, selbst eine alte Ruine kann am Wegesrand liegen.

The Elder Scrolls III: Morrowind
Wir stellen uns eine individuelle Klasse zusammen.

Ein Held wird geboren: Die Charaktererstellung
Ehe man die Welt von 'Morrowind' erkunden kann, braucht es freilich zunächst einen Charakter. Die Charaktererschaffung ist dabei nahtlos in die Einführung des Spiels integriert. Die ersten Schritte im Spiel bestehen somit aus der Angabe bestimmter Details der eigenen virtuellen Persönlichkeit. Zunächst wählt man eine Rasse, wobei hier verschiedene menschliche und elfische sowie ein paar eher ungewöhnliche Völker, beispielsweise Katzenwesen, zur Auswahl stehen. Jede der Rassen hat bestimmte Eigenschaften und Talente, die man bei seiner Wahl besser berücksichtigen sollte. Die nordische Kriegerrasse ist beispielsweise geschult im Umgang mit Äxten und schweren Rüstungen, während die Katzenwesen besonders akrobatisch veranlagt sind. Nach der Wahl der Rasse kann man das Geschlecht und Aussehen seiner Spielfigur noch anhand verschiedener Gesichtsformen und Haartypen festlegen, danach geht es weiter zur Wahl der eigenen Klasse.

Hierbei lassen einem die Entwickler die Wahl zwischen drei Möglichkeiten: Einmal kann man eine Art Fragespiel beantworten, wobei nach den gegebenen Antworten automatisch eine passende Klasse wie etwa Magier, Krieger oder Dieb ermittelt wird. Das mag für den Schnelleinstieg eine nette Sache sein, befriedigt aber den Hardcore-Rollenspieler natürlich nicht. Dieser kann stattdessen seine Berufung direkt aus einer Liste mit allen vorgefertigten Klassen wählen - oder er erstellt sich auf dem dritten Weg gleich eine individuelle Klasse.

The Elder Scrolls III: Morrowind
Im Gespräch mit dem Offizier.

Jede Klasse legt im Prinzip drei Dinge für den Charakter fest. Zunächst die grundlegende Spezialisierung: soll der Spieler eher ein Krieger, ein Magier oder ein Dieb sein? Dann können zwei Attribute (Stärke, Beweglichkeit, Intelligenz etc.) gewählt werden, in denen der Charakter besonders fit sein soll. Außerdem verfügt jeder Charakter über eine Anzahl Fertigkeiten, in deren Anwendung er sich spezialisiert hat. Hier gibt es die primären und sekundären Fertigkeiten, die bei der freien Klassengestaltung jeweils aus einer Liste aller verfügbaren Talente gewählt werden dürfen. Dazu gehören etwa der Umgang mit Waffen und Rüstungen, verschiedene Zaubertalente wie Beschwörung oder Zerstörung und auch Diebestalente wie das Schleichen und Knacken von Schlössern. Diese Fertigkeiten spielen auch später beim Stufenaufstieg eine wichtige Rolle.

Schlussendlich gilt es noch, das Sternzeichen zu wählen, unter dem man geboren wurde. Es verschafft einem bestimmte Talente oder Vorteile (und teilweise auch Nachteile), die später im Spiel nützlich sein können.

Hat man seine Wahl getroffen, so werden die Startwerte in den Attributen und Fertigkeiten anhand der gewählten Rasse und Klasse ermittelt. Anschließend kann man endlich mit der Erkundung der Welt beginnen.

 

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