Test - The Evil Within 2 : Ein nervenaufreibender Psychotrip

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Zwischen Wahnsinn und Wirklichkeit

Das Herzstück von The Evil Within 2 stellt die fesselnde und wendungsreiche Geschichte dar. Sebastians Suche nach seiner Tochter ist ein irrer Trip, der gekonnt zwischen ruhigen und intensiven Momenten wechselt. Das düstere Union überrascht euch dabei immer wieder aufs Neue: Das Design der verschiedenen Orte und Welten reicht von normal über ziemlich eklig bis völlig bizarr – an Abwechslung mangelt es zu keinem Zeitpunkt. Die Geschichte kann dabei immer mehr an Fahrt zunehmen und hält euch über die gesamte Spielzeit in Atem.

Obwohl das alles grafisch sehr stimmig inszeniert und zuweilen toll beleuchtet wird, kann The Evil Within 2 in Sachen Grafik nicht vom Hocker hauen. Es gibt zahlreiche niedrig aufgelöste Texturen zu sehen, außerdem ploppen regelmäßig Objekte ins Bild oder erscheinen aus der Nähe unscharf. Das trifft gerade auf Details zu, beispielsweise Kaffeetassen oder Bilder von Personen. Ganz selten verfingen sich Feinde in der Levelumgebung und wurden so zu leichter Beute. Ein Wermutstropfen für 4K-Fans: The Evil Within 2 unterstützt auf der PS4 Pro weder eine höhere Auflösung noch HDR. Gerade letzteres ist angesichts des häufigen diffusen Lichts und vieler dunkler Elemente schade.

Zur sehr dichten Stimmung trägt auch wesentlich die erstklassige Soundkulisse bei. Bei Nutzung von Headset oder Surround-Anlage werdet ihr von allen Seiten mit fiesen Effekten und dramatischer Musik eingedeckt. Eine präzise Ortbarkeit hilft dabei, Feine zu lokalisieren und somit auch nach Gehör zu spielen. Vereinzelt wird sogar der Lautsprecher des PS4-Controllers sinnvoll genutzt. Die deutsche Vertonung und eine überzeugende Mimik bringen gerade Sebastians Emotionen prima rüber. Dagegen klingen einige der Nebenfiguren zwar überzeugend, ihre steifen Gesichter passen jedoch nicht zum gesprochenen Wort.

Immer schleichen, niemals schießen?

Ein spielerisches Manko waren die sehr starken Stealth-Kills, gerade auf dem mittleren der drei Schwierigkeitsgrade. Normale Feinde machen es euch sehr einfach, sie von hinten mit dem Messer auszuschalten. Sie bewegen sich auf festen Routen, so dass ihr einen hinterhältigen Angriff gut planen könnt. Doch selbst wenn Sebastian entdeckt wurde, reicht es, schnell hinter der nächsten Ecke zu verschwinden, damit der Gegner euch aus den Augen verliert. Selbst ganze Feindgruppen könnt ihr auf diese Weise abhängen. Dazu kommt, dass ihr einen Großteil der Feinde von hinten schneller erledigt als mit Kugeln – zwei direkten Kopftreffern mit der Pistole steht ein automatisch ablaufender Messerangriff gegenüber. Das raubt dem Geschehen in den offenen Gebieten etwas Spannung. Generell kommt dank häufiger Checkpoints und manueller Speicherpunkte kein Frust auf.

Wählt ihr zu Beginn die höchste Schwierigkeitsstufe, fügen euch Gegner mehr Schaden zu und reagieren aufmerksamer. Außerdem fällt eine Anzeige weg, die euch darüber informiert, ob ihr von Gegnern entdeckt wurdet. Letztere lässt sich aber auch auf Mittel und Leicht deaktivieren, genauso könnt ihr diverse andere Einstellungen zu- oder abschalten, darunter eine Zielhilfe oder Hinweise für die Interaktion mit Objekten.

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