Test - The Warriors : The Warriors

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26 Jahre nach seinem Kinodebüt verschlägt es den Kultstreifen ’The Warriors’ auf die Konsolen. Wir haben den brutalen Ausflug in die 70er Jahre von Rockstar Games unter die Lupe genommen und verraten im Test, ob die Banden-Keilerei was taugt.

Bandenkrieger

Mit ’Grand Theft Auto’ hat Rockstar Games schon hinlänglich bewiesen, dass das Team ein Händchen dafür hat, moralisch fragwürdige Szenarios in ein tolles Spiel zu verpacken. Genau dies versuchen die Entwickler mit ’The Warriors’. Es handelt sich dabei um eine Umsetzung des gleichnamigen Kinofilms aus dem Jahre 1979 von Walter Hill. Kaum ein anderer Film konnte jemals den Nerv der Zeit und den Geist der jugendlichen Streetgang-Kultur so gut einfangen wie dieser Streifen. Während das Hollywood-Stück sich aber noch mit einer sehr dünnen Story begnügte, gehen die Spielentwickler einen Schritt weiter. Wie schon im Film dreht sich alles um die Bande The Warriors aus Coney Island. Sie begeben sich zu einem Treffen in das Herz von New York City, wo alle verfeindeten Gangs sich treffen. Der Visionär Cyrus will, dass alle Banden zusammenarbeiten, um gegen die in der Unterzahl agierenden Polizisten von NYC die Macht an sich zu reißen. Im Tumult wird Cyrus allerdings erschossen und die Schuld den Warriors zugeschoben – es beginnt ein brutaler Spießrutenlauf. Das Videospiel greift diese Handlung auf und bietet sehr viel Zusatzmaterial – ihr erfahrt allerlei Hintergründe der Mordtat, zumal die Geschichte schon einige Wochen vor dem Film einsetzt.

Brandherd New York

Spielerisch hat sich Rockstar Games klar an Klassikern wie ’Final Fight’ oder ’Double Dragon’ orientiert. Ihr bewegt euch also hauptsächlich prügelnd und tretend durch die Straßen New Yorks und erwehrt euch unzähliger ebenfalls kräftig zulangender Feinde. Aber auch eine Prise ’Manhunt’ und ’GTA’ findet sich im Spiel. Zum einen müsst ihr zuweilen in Stealth-Manier vorgehen und Wachen hinterrücks lautlos ausschalten. Zum anderen solltet ihr öfters mal eure Gang-Kasse auffrischen, um Spraydosen oder Energie auffrischende Drogen zu erstehen. Hierzu absolviert ihr diverse Mini-Spiele – ihr raubt beispielsweise Passanten im Schwitzkasten aus, brecht in Läden ein, räumt die Kassen aus oder klaut Autoradios aus parkenden Karossen. Außerdem übersprayt ihr andere Banden-Tags, was einiges an Fingerspitzengefühl verlangt. Natürlich schaut die Polizei nicht tatenlos zu: Habt ihr zu viel angestellt, rücken euch die Cops auf die Pelle. Da heißt es dann, entweder den Kampf aufzunehmen und gegebenenfalls verhaftete Kumpels zu befreien oder schlicht zu fliehen – ’Grand Theft Auto’ lässt grüßen. Ähnliches gilt natürlich, wenn ihr einer Übermacht an feindlichen Gangs gegenübersteht. Aber wie schon erwähnt stehen die Kämpfe im Vordergrund. Ein gelungenes Kampfsystem sorgt dafür, dass die Fights Spaß machen. Trotz einer vergleichsweise simplen Tastenbelegung könnt ihr sehr viele Aktionen ausführen. Des Weiteren lassen sich unzählige Gegenstände, wie Schlagstock, Gitarren, Äxte, Mülltonnen, Rohre und vieles mehr, einsetzen und auch die Umgebung kann demoliert werden. Abseits der Hauptmissionen dürft ihr die Viertel New York Citys frei erkunden und Nebenaufgaben angehen. Wer lieber in Gesellschaft prügelt, kann sich auch zu zweit kooperativ in das Getümmel stürzen.

Nostalgie

Leider ist ’The Warriors’ aber nicht frei von Fehlern. An erster Stelle ist die furchtbar hakelige Steuerung zu nennen, die einem die Prügelei nicht selten verderben kann. Dazu kommen ein suboptimales Anvisier-System und eine ungünstige Perspektivenführung. Außerdem dürfte der hohe Schwierigkeitsgrad so manchen Action-Neuling in Verzweiflung stürzen. Technisch macht der Titel einen ordentlichen, aber nicht spektakulären Eindruck. Das Flair des Films wurde immerhin hervorragend eingefangen. Wer den Kinofilm gesehen hat, wird unzählige Schauplätze, Charaktere und Details wiedererkennen. Weiterhin können die stimmigen Areale mit vielen Details aufwarten und die Charaktere sind gelungen animiert. Weniger gefallen können hingegen die unscharfen Texturen und die instabile Framerate. Richtig punktet der Titel aber beim Sound. Neben dem tollen Soundtrack des Films glänzt ’The Warriors’ mit hervorragender englischer Sprachausgabe, wobei oftmals vermeintliche Original-Stimmen aus dem Kinostreifen mit neuen Texten zu hören sind. Handfeste Unterschiede zwischen der PS2- und der Xbox-Version lassen sich nicht ausmachen. Aber Achtung: Wer sich ’The Warriors’ zulegen will, wird in Deutschland nur schwer fündig. Das sehr brutale Spiel kommt hierzulande nicht offiziell in den Handel, sodass ihr für eine Fassung mit deutschen Untertiteln in Österreich oder der Schweiz zugreifen müsst.

Fazit

von David Stöckli
Nicht nur weil ich ein großer Fan der Kinovorlage bin, hat mir ’The Warriors’ sehr gut gefallen. Der brutale Mix aus Prügel-Action, ’GTA’-Anleihen und Mini-Spielen macht Spaß und kann lange unterhalten. Leider vermiesen diverse Mankos wie die hakelige Steuerung eine höhere Wertung.

Überblick

Pro

  • tolle Film-Atmosphäre
  • großer Umfang
  • verschiedene Mini-Spiele

Contra

  • hakelige Steuerung
  • nervige Kamera
  • mäßige Texturen

Wertung

  • PS2
    80
    %
  • Xbox
    80
    %

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